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	<description>Mein Leben, mein Blog</description>
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		<title>Wir müssen reden!</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 17:57:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raul Krauthausen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Behinderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bedeutet Selbstbestimmt Leben für mich? Bezogen auf Artikel 9 und 19 der UN-Konvention: Das Recht auf Barrierefreiheit, ein selbstbestimmtes Leben und unabhängige Lebensführung. Kinder, wie die Zeit vergeht. Es liegt jetzt also schon sechs Jahre zurück, als die Tinte &#8230; <a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/wir-mussen-reden/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was bedeutet Selbstbestimmt Leben für mich? Bezogen auf Artikel 9 und 19 der UN-Konvention: Das Recht auf Barrierefreiheit, ein selbstbestimmtes Leben und unabhängige Lebensführung.</strong></p>
<p><em>Kinder, wie die Zeit vergeht. Es liegt jetzt also schon sechs Jahre zurück, als die Tinte von Deutschland auf der Ratifizierung der <a title="Die UN-Behindertenrechtskonvention leicht erklärt" href="http://www.aktion-mensch.de/inklusion/un-konvention-leicht-erklaert.php"> <abbr lang="en" title="United Nations" xml:lang="en">UN</abbr>-Konvention für Menschen mit Behinderungen</a> (<abbr lang="en" title="United Nations" xml:lang="en">UN</abbr>-<abbr title="Behindertenrechtskonvention">BRK</abbr>) trocknete. Wie in jeder Beziehung gibt es dabei wohl Phasen der kompletten Euphorie (bei der Ratifizierung) und Zeiten der Ernüchterung (vier Jahre danach). Es ist wohl der Punkt gekommen, wo man die berüchtigte <abbr lang="en" title="Short Message Service" xml:lang="en">SMS</abbr> an den Partner schreibt: &#8220;Wir müssen reden.&#8221;</em></p>
<p>Liebe Konvention,</p>
<p>ich war voller Glück, als du in mein Leben getreten bist, und besonders deine Sätze zu Artikel 9 (&#8220;Barrierefreiheit&#8221;) und 19 (&#8220;Recht auf selbstbestimmtes Leben und unabhängige Lebensführung&#8221;) haben es mir angetan. Als uns die damalige Regierung verkuppelt hat, dachte ich die ganze Zeit, sie sei dabei, aber irgendwie hat sie sich danach klammheimlich aus unserer Dreiecksbeziehung Mensch mit Behinderung, Konvention und Legislative <abbr title="beziehungsweise">bzw</abbr>. Exekutive zurückgezogen. So sind laut dem <a title="Zur Webseite des Deutschen Institut für Menschenrechte" href="http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/aktuell/news/meldung/archive/2013/march/article/zum-26-maerz-2013-monitoring-stelle-fordert-verstaerkte-anstrengungen-6-bundeslaender-noch-ohne-a.html?tx_ttnews[day]=25&amp;cHash=91d9e9fb85916a2a3023ffda09977053">Deutschen Institut für Menschenrechte</a> weiterhin: &#8220;6 Bundesländer noch ohne Aktions- und Maßnahmenpläne zur Umsetzung der <abbr lang="en" title="United Nations" xml:lang="en">UN</abbr>-<abbr title="Behindertenrechtskonvention">BRK</abbr>.&#8221;</p>
<h3>Es bewegt sich was &#8230;</h3>
<p>Ich weiß, dass sie immer noch da ist, weil sie die Zugänglichkeit (Artikel 9) zu Gebäuden verbessert hat. Auch der <a title="Mit dem Fahrstuhl auf der Strecke geblieben" href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/mit-dem-fahrstuhl-auf-der-strecke-geblieben/"><abbr title="Öffentlicher Personen-Nah-Verkehr">ÖPNV</abbr> in Berlin</a> ist zum größten Teil für Rollstuhlfahrer nutzbar, und so können Busse beispielsweise über Rampen bestiegen werden. Es sollten nur nicht zu viele (also zwei) Rollstuhlfahrer zur gleichen Zeit auf dieselbe Idee kommen. In einige Fördertöpfe wird auch immer mal wieder Geld gesteckt und damit werden Schulen und andere öffentliche Gebäude ausgebaut. Nur scheint die Exekutive noch nicht recht zu unserer Beziehung zu stehen und verleugnet uns auch gerne mal gegenüber dem Denkmal- und Brandschutz. Dabei scheinen die mir in dieser Beziehung besonders wichtig zu sein, weil es durch die auch schwer wird. Wie kann sich zum Beispiel der Brandschutz begründen, dass zwar Familien mit Kinderwägen auf den Berliner Fernsehturm kommen, aber Rollstuhlfahrer nicht? Oder auch, dass eine <a title="Lieber Politiker statt THWler" href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/lieber-politiker-statt-thwler/">Veranstaltung im Bundestag</a> mit 70 Rollstuhlfahrern von 100 Mitarbeitern des Technischen Hilfswerk geschützt wird. Was hat der Brandschutz gegen Menschen im Rollstuhl?</p>
<h3>&#8230; aber nicht genug</h3>
<p>Der Punkt mit dem Brandschutz führt mich auch zu der Selbstbestimmung. Als ich Letztens in der Bahn ein Pärchen belauscht habe, fragte sie ihn: &#8220;Warum soll denn alles barrierefrei umgebaut werden. Ist das nicht übertrieben? Wenn ein Rollstuhlfahrer kommt, dann helfen doch bestimmt auch Menschen beim Tragen.&#8221; Diese Meinung habe ich schon öfters gehört, und gerne frage ich dann: &#8220;Würdest du gerne jedes Mal wildfremde Menschen fragen, ob sie dich auf das <abbr lang="en" title="Water Closet" xml:lang="en">WC</abbr> im Keller tragen?&#8221;. Bei dem Gespräch in der Bahn sollte mein Lauschangriff nicht auffallen, deswegen habe ich dort die Frage nicht gestellt, und für mich gibt es da eigentlich nur eine Antwort: &#8220;Nein!&#8221; In dem Gedanken der Frau über unsere Beziehung fand ich es auch bemerkenswert, dass ein barrierefreier Umbau weiterhin als eine exklusive Maßnahme für eine bestimmte Gruppe von Menschen gesehen wird. Dabei habe ich auch schon Fußgänger in Aufzügen gesehen, Getränkelieferanten, die Bierkisten über eine Rampe schoben und <span lang="en" xml:lang="en">Business</span>-Leute, die an einer Ampel den Signalknopf drücken, damit sie danach wieder ins <span lang="en" xml:lang="en">Smartphone</span> versinken können, bis das grüne Männchen aufleuchtet.</p>
<h3>Selbstbestimmung sieht anders aus</h3>
<p><a title="Zum Handlungsfeld Barrierefreiheit der Aktion Mensch" href="http://www.aktion-mensch.de/inklusion/barrierefreiheit.php">Barrierefreie Umbauten</a> bringen allen was, aber kosten natürlich auch Geld. Und genau den Punkt – dachte ich – haben wir schon lange vor unserer Beziehung geklärt: Ich gebe dir, liebe Konvention, über unseren gemeinsamen Freund, den Staat, Geld in Form von Steuern, weil er am besten weiß, wie er in dich investieren kann. Mit den Subventionen für wunderbare Solarplatten auf privaten Dächern hat die Exekutive ja bewiesen, dass sie es kann. Also warum jetzt nicht einfach den barrierefreien Ausbau von Betrieben unterstützen? In vielen Fällen gibt es ja auch Programme dazu, aber die werden auch mal gut versteckt.</p>
<p>Das mit dem Geld ist für mich privat auch ein Problem, weil ich selbst nicht so viel Geld verdienen darf, da es sonst auf meine Assistenz angerechnet wird und ich so zu einem gewissen Teil arm gehalten werde. Selbstbestimmung sieht für mich anders aus.</p>
<h3>Mit der Geduld am Ende</h3>
<p>Jetzt sitzen wir hier, liebe Konvention, und ich kann nicht sagen, wie zufrieden oder unzufrieden ich mit deiner <a title="Zum Kurzbericht der BRK-Allianz zur Umsetzung der UN-BRK in Deutschland" href="http://www.brk-allianz.de/attachments/article/85/gemeinsame_upr_einreichung_deutschland_de_finale.rtf">Umsetzung in Deutschland</a> bin. Ich glaube aber, dass es ein bisschen schneller vorangehen könnte. An <a title="Zum Themenbereich &quot;Inklusion leben: In der Schule&quot; der Aktion Mensch" href="http://www.aktion-mensch.de/inklusion/in-der-schule.php">Schulen</a>, <a title="Infos zum Thema Studium und Behinderung beim Familienratgeber" href="http://www.familienratgeber.de/jugendliche_erwachsene/bildung_arbeit/studium_behinderung.php">Universitäten</a> und im <a title="Zum Handlungsfeld &quot;Am Arbeitsplatz&quot; der Aktion Mensch" href="http://www.aktion-mensch.de/inklusion/am-arbeitsplatz.php">ersten Arbeitsmarkt</a> sehe ich noch viel zu wenige Menschen mit Behinderungen, und wenn es nicht über die Subventionen geht, dann doch vielleicht über den rechtlichen Weg. Denn dafür wurdest du doch gemacht, du bist ein Menschenrecht, und ich mag dich so sehr, dass ich für dich nicht nur über sieben Brücken, sondern auch den Klageweg gehen würde. Aber soweit soll es doch eigentlich nicht kommen, und ich bitte einfach darum, dass das Thema Behinderung nicht mehr als ein Nischenthema betrachtet wird, sondern es geht uns alle an, und deswegen müssen wir alle an der Umsetzung der <abbr lang="en" title="United Nations" xml:lang="en">UN</abbr>-<abbr title="Behindertenrechtskonvention">BRK</abbr> arbeiten. Papier ist zwar geduldig, nur ich bin es nicht.</p>
<p>Dieser Text entstand für das <a href="http://www.aktion-mensch.de/blog/eintrag.php?id=536" target="_blank">Inklusions-Blog der Aktion Mensch</a>.</p>
 <p><a href="http://raul.de/?flattrss_redirect&amp;id=39285&amp;md5=b04068af8fc213dcf2b02d98f9028f6a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://raul.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rampen sind auch nur Übergangslösungen</title>
		<link>http://raul.de/leben-mit-behinderung/rampen-sind-auch-nur-ubergangslosungen/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 19:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raul Krauthausen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Behinderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Zurzeit suchen 200 Rampen neue Stufen zum Anlehnen, und wir SOZIALHELDEN vermitteln sie. Jeder Laden kann sich bewerben, um bei &#8220;Tausendundeine Rampe&#8221; dabei zu sein. Die Rampen sind aber auch nur ein weiterer Schritt zu mehr Barrierefreiheit, und es müssen &#8230; <a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/rampen-sind-auch-nur-ubergangslosungen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zurzeit suchen 200 Rampen neue Stufen zum Anlehnen, und wir SOZIALHELDEN vermitteln sie. Jeder Laden kann sich bewerben, um bei &#8220;Tausendundeine Rampe&#8221; dabei zu sein. Die Rampen sind aber auch nur ein weiterer Schritt zu mehr Barrierefreiheit, und es müssen noch viele Möglichkeiten folgen, findet Raul Krauthausen, der Mitinitiator der Aktion.</strong></p>
<p>Letztens kam ein Kollege ins Büro und meinte enttäuscht: &#8220;Oh Mann, gestern war ich in einem Restaurant, was schon eine Rampe hatte.&#8221; Natürlich sollte für mich als Rollstuhlfahrer die Enttäuschung in seiner Stimme unverständlich sein, aber ich fand es auch schade. Denn seit ein paar Wochen versuchen wir die Rampen aus unserer Spendenaktion &#8220;<a title="Zur Homepage der Spendenaktion &quot;Tausendundeine Rampe&quot;" href="http://www.tausendundeinerampe.de" target="_blank">Tausendundeine Rampe</a>&#8221; zu den Geschäften, Bars oder Restaurants zu bringen. Die ersten der 200 Rampen sind auch schon auf dem Weg zu ihren neuen Stufen, und wir hoffen, dass sich noch viele Besitzer melden, die auch eine Rampe haben wollen.</p>
<h3>Wenn der Fußgängerweg im Weg ist</h3>
<p>Nichtsdestotrotz ist das nur eine Notlösung, und ich frage mich die ganze Zeit, wie man es noch besser machen kann? Wir freuen uns natürlich über jede Zusage, aber bedauern auch jede Absage, die von Ladenbetreibern aus nicht ganz freien Stücken kommt. So haben manche Betreiber nach Rücksprachen mit dem Ordnungsamt Bedenken, dass sie eine Strafe erwartet, wenn die mobile Rampe zu lange und zu weit auf die Straße ragt. Die Bemühungen vor Ort scheitern manchmal einfach an Verordnungen. Genau wie beim <a title="Außer Rand und Brandschutz" href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/auser-rand-und-brandschutz/">Brandschutz</a> stellt sich in diesem Fall von Zugänglichkeit versus Fußgängerweg wieder die Frage, was wichtiger ist: eine Verordnung oder ein Menschenrecht?</p>
<h3>Zwei Lösungswege?</h3>
<p>Aus diesen Grübeleien heraus kommen wir im Büro immer öfter zu zwei Lösungen, die vielleicht radikal erscheinen, aber auch Diskussionen anstoßen könnten. Zum einen wären da die Subventionen, dass der barrierefreie Umbau bzw. die Verbesserung der Zugänglichkeit vom Staat gefördert werden sollte. Denn wer Solarplatten auf dem Dach fördert, sollte auch Rampen bezahlen können. Und auf der anderen Seite müsste vielleicht der rechtliche Weg viel öfters genommen werden. So erzählte mir <a title="Infos über Judy Heumann bei Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Judith_Heumann">Judy Heumann</a>, die Sonderbeauftragte für die Belange behinderter Menschen der <abbr lang="en" title="United States" xml:lang="en">US</abbr>-amerikanischen Regierung: Dass die <abbr lang="en" title="United States of America" xml:lang="en">USA</abbr> heute soweit bei dem barrierefreien Zugang sind, wurde auch oft über den Klageweg entschieden. Heute wird die <a lang="en" title="Zur Webseite des Projekts Wheelmap" href="http://wheelmap.org" target="_blank" xml:lang="en">Wheelmap</a> in den <abbr lang="en" title="United States of America" xml:lang="en">USA</abbr> kaum gebraucht, weil viele öffentlich zugängliche Orte rollstuhlgerecht sind.</p>
<p>Natürlich sind Klagen gegen Ladenbetreiber keine schöne Sache, und ich würde auch die Subventionen bevorzugen. Aber auch unsere Rampen-Verschenkaktion ist nur eine Übergangslösung, und es muss weitere Wege geben, damit wir vielleicht auch in Deutschland die <span lang="en" xml:lang="en">Wheelmap</span> bald nicht mehr brauchen.</p>
<p><em>Dieser Text entstand für das <a href="http://www.aktion-mensch.de/blog/eintrag.php?id=522" target="_blank">Inklusions-Blog der Aktion Mensch</a>.</em></p>
 <p><a href="http://raul.de/?flattrss_redirect&amp;id=39281&amp;md5=597b93c090604ab03b01d4585c3c0254" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://raul.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Liebes Sozialamt, liebe Ursula von der Leyen,</title>
		<link>http://raul.de/leben-mit-behinderung/liebes-sozialamt-liebe-ursula-von-der-leyen/</link>
		<comments>http://raul.de/leben-mit-behinderung/liebes-sozialamt-liebe-ursula-von-der-leyen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 15:19:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raul Krauthausen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Unfassbares]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebes Sozialamt, liebe Ursula von der Leyen, warum tut ihr uns Menschen mit Assistenzbedarf so etwas an? Wollt ihr, dass wir uns an dieser Gesellschaft beteiligen, so wie Menschen ohne Behinderung auch, oder wollt ihr permanent in unser Leben schauen &#8230; <a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/liebes-sozialamt-liebe-ursula-von-der-leyen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter  wp-image-39253" alt="Vermögenserklärung" src="http://raul.de/wp-content/uploads/2013/04/2013-04-12-16.38.05-2.jpg" width="500" />Liebes Sozialamt, liebe Ursula von der Leyen,</p>
<p>warum tut ihr uns Menschen mit Assistenzbedarf so etwas an?</p>
<p>Wollt ihr, dass wir uns an dieser Gesellschaft beteiligen, so wie Menschen ohne Behinderung auch, oder wollt ihr permanent in unser Leben schauen und gucken, ob wir zur Sparmasse taugen?</p>
<p>Inklusion sieht anders aus!</p>
<p>Zornig,<br />
Raul Krauthausen</p>
 <p><a href="http://raul.de/?flattrss_redirect&amp;id=39252&amp;md5=ec678dd40b37cf1a20c834b7458362b9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://raul.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Knutschen wie im Kino</title>
		<link>http://raul.de/leben-mit-behinderung/knutschen-wie-im-kino/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Mar 2013 10:44:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raul Krauthausen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Behinderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Sex und Behinderung ist immer noch ein gro&#223;es Tabu&#160;&#8211; so wie Pferdefleisch in Lasagne. Deswegen wird medial schnell auf die Sexualassistenz verwiesen, anstatt sich einmal richtig dem Thema zu n&#228;hern. Raúl Krauthausen m&#246;chte daher Liebesbeziehungen zwischen (Nicht)-Behinderten im Kino sehen, &#8230; <a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/knutschen-wie-im-kino/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sex und Behinderung ist immer noch ein gro&szlig;es Tabu&nbsp;&ndash; so wie Pferdefleisch in Lasagne. Deswegen wird medial schnell auf die Sexualassistenz verwiesen, anstatt sich einmal richtig dem Thema zu n&auml;hern. Raúl Krauthausen m&ouml;chte daher Liebesbeziehungen zwischen (Nicht)-Behinderten im Kino sehen, die mehr Kom&ouml;die statt Trag&ouml;die sind.</strong><br />&nbsp;</p>
<p>Endlich ist es wieder soweit: Es kann &uuml;ber Fr&uuml;hlingsgef&uuml;hle gesprochen werden! Obwohl der Kampf Sonne gegen Wolken bisher immer noch unentschieden ausgeht und sich der Winter noch nicht so ganz verabschiedet hat, werden in den n&auml;chsten Wochen wieder Artikel &uuml;ber Liebe, Partnerschaft und Sexualit&auml;t in allen Medienformen auftauchen. Ich bin jetzt schon sehr gespannt, ob und wie das Thema Sex und Behinderung eine Rolle spielen wird. Vor ein paar Jahren habe ich noch geglaubt, dass das Thema noch unwahrscheinlicher in die Medien kommt als Pferdefleisch in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttbullar" title="Mehr &uuml;ber K&ouml;ttbullar bei Wikipedia" target="_blank">K&ouml;ttbullar</a> und es weiterhin ein Tabuthema ist.<br />&nbsp;</p>
<h3>Tabus im Kino?</h3>
<p>Anfang des Jahres hat es ein Film ins Kino geschafft, der eine neue Auseinandersetzung mit Liebe, Sex und Behinderung hervorrufen k&ouml;nnte. &quot;<a href="http://www.moviepilot.de/movies/the-sessions" title="The Sessions: Optimistisch und warmherzig. Zum Inklusionsblog der Aktion Mensch" target="_blank">The Sessions&nbsp;&ndash; Wenn Worte ber&uuml;hren</a>&quot; hat die Aufmerksamkeit auf das Thema Sexualbegleitung bzw. -assistenz gelenkt und somit an der Stelle angesetzt, die Filme wie &quot;<a href="http://www.moviepilot.de/movies/ziemlich-beste-freunde" title="Ziemlich beste Assistenten. Zum Inklusionsblog der Aktion Mensch" target="_blank">Ziemlich beste Freunde</a>&quot; bis auf ein Streicheln an den Ohren ausgelassen haben: Behinderte k&ouml;nnen und m&ouml;chten auch Z&auml;rtlichkeiten empfangen. Aber warum schafft es ein Film in die Kinos, der einen sehr extremen Fall zeigt? K&ouml;nnen Menschen mit Behinderungen nicht einmal auch in cineastisch aufgearbeiteten &quot;normalen&quot; Liebesbeziehungen gezeigt werden?<br />&nbsp;</p>
<h3>Das &quot;Notting Hill-Prinzip&quot;</h3>
<p>In jedem Jahr kommen gef&uuml;hlt hundert Filme ins Kino, in denen der Plot in etwa so abl&auml;uft: Er und sie treffen sich, irgendwas passiert, sie trennen sich, und zwei Stunden sp&auml;ter, nach vielen Tr&auml;nen und vielem Geknutsche, kommen sie zusammen. Das Publikum hat gelacht und geweint. Ich nenne das gerne das &quot;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=PNBXHp2qbRo" title="Zum Filmtrailer von &quot;Notting Hill&quot; (englisch)" xml:lang="en" lang="en">Notting-Hill</a>-Prinzip&quot;&nbsp;&ndash; eine &quot;normale&quot; Liebesbeziehung mit viel &quot;Haha&quot; und ein bisschen &quot;Wehweh&quot; in 120&nbsp;Minuten. Behinderte spielen in diesen Filmen fast nie eine bedeutende Rolle, au&szlig;er es werden besonders dumme Charaktere gezeichnet, die dann mit einem Furzger&auml;usch auch noch das letzte Klischee erf&uuml;llen und das Publikum zum Lachen bringen sollen.<br />&nbsp;</p>
<p>Warum kann es dieses &quot;Notting-Hill-Prinzip&quot; aber nicht mal bei einer Story mit einem behinderten Hauptakteur geben, der sich in eine Nicht-Behinderte (kann nat&uuml;rlich auch anders herum/ gleichgeschlechtlich sein) verliebt, irgendwas passiert, aber zum Schluss knutschen sie trotzdem? Und wenn man als Regisseur &quot;ganz verr&uuml;ckt&quot; sein will, k&ouml;nnte der Behinderte auch von einem echten Behinderten gespielt werden. ;-)<br />&nbsp;</p>
<h3>Beziehungen mit Seltenheitswert</h3>
<p>Nat&uuml;rlich wei&szlig; ich, dass auch in 2013 im echten Leben die Beziehungen zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten etwas Seltenes sind. Leider. Aber es ist auch nicht immer der Therapie-Ansatz, und Partner sind schon gar keine Sexual-Assistenten. Wenn es in Filmen jedoch nur um das Prinzip der Therapie geht und Zeitungsartikel Sexualit&auml;t und Behinderung in einer therapeutisch-medizinischen Dimension analysieren, dann wird es auch schwierig bleiben, Vorbehalte abzubauen.<br />&nbsp;</p>
<p>Ein Kumpel meinte neulich: &quot;Nat&uuml;rlich frage ich mich bei einer Rollstuhlfahrerin eher, wie/ ob eine Beziehung klappen k&ouml;nnte. Auch in sexueller Hinsicht. Ich w&uuml;rde mir Fragen stellen und Sorgen machen, was bei einer Frau ohne Behinderung sicher erst mal nicht so w&auml;re.&quot; Und weiter fragte er mich, ob es denn, wenn es bei einer Partnerschaft mit der Behinderung Probleme g&auml;be, f&uuml;r nichtbehinderte Partner auch Beratungen geben w&uuml;rde. Ich wusste es nicht. Es gibt zwar eine Menge Beratungen, aber die fokussieren sich schnell auf den behinderten Partner, oder die Berater haben selbst eine Behinderung. Das kann auf den nichtbehinderten Partner abschreckend wirken.<br />&nbsp;</p>
<h3>L&ouml;sung gesucht</h3>
<p>Es w&auml;re nat&uuml;rlich sch&ouml;n, wenn ich jetzt an dieser Stelle eine L&ouml;sung pr&auml;sentieren k&ouml;nnte, aber leider ist mir die z&uuml;ndende Idee noch nicht gekommen. Vielleicht liegt eine M&ouml;glichkeit der &Uuml;berwindung schon darin, dass nicht nur extreme F&auml;lle erz&auml;hlt werden. Kann nicht die wunderbare <a href="http://www.tealsherer.com/Welcome.html" target="_blank" title="Zur Homepage von Teal Sherer">Teal Sherer</a> mal eine Liebeskom&ouml;die mit <a href="http://www.youtube.com/watch?v=TLk_gCg-BOM" target="_blank" title="George Clooney im Interview: Inside the Actors Studio (englisch)">George Clooney</a> drehen? Das Notting-Hill-Prinzip at its best!?<br />&nbsp;</p>
<p>Ich bin ratlos. Was meint ihr: Wie kann man die Ber&uuml;hrungs&auml;ngste beim Thema Beziehung, Partnerschaft, Sex und Behinderungen abbauen?<br />&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Text entstand für das <a href="http://www.aktion-mensch.de/blog/eintrag.php?id=484" target="_blank">Inklusions-Blog der Aktion Mensch</a>.</em></p>
 <p><a href="http://raul.de/?flattrss_redirect&amp;id=39242&amp;md5=62284a148c458ab13d12bfa67488f112" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://raul.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Zum Tanzen in den Keller gehen</title>
		<link>http://raul.de/leben-mit-behinderung/zum-tanzen-in-den-keller-gehen/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 07:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raul Krauthausen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Behinderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist Inklusion nicht dann erfolgreich, wenn man sie nicht mehr benennt? Und führen manche gut gemeinte Inklusions-Aktionen nicht sogar zur Exklusivität? Raúl Krauthausen hat in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht. Nach der Veröffentlichung meines letzten Artikels wurde ich öfter &#8230; <a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/zum-tanzen-in-den-keller-gehen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ist Inklusion nicht dann erfolgreich, wenn man sie nicht mehr benennt? Und führen manche gut gemeinte Inklusions-Aktionen nicht sogar zur Exklusivität? Raúl Krauthausen hat in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht.</strong></p>
<p>Nach der Veröffentlichung <a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/selbstbestimmt-die-falsche-wahl-treffen/">meines letzten Artikels</a> wurde ich öfter gefragt, was mir denn an dem <a href="http://www.aktion-mensch.de/ueberuns/staedtetour.php" target="_blank">Inklusionstanz</a> nicht gefällt? In dem Artikel hatte ich es am Ende schon angedeutet, aber die Antwort war sehr verkürzt, und ich habe deswegen ein bisschen länger darüber nachgedacht. Seitdem das Wort &#8220;Inklusion&#8221; die Welt erblickte und zu einem politischen Baby geworden ist, werden besonders oft Menschen mit Behinderungen gefragt, was für sie denn Inklusion bedeutet. Ich antworte dann gerne, dass auch zu mir Busfahrer unfreundlich sein sollen oder ich auch mal in einer Schlange stehen will. Denn nur weil ich im Rollstuhl sitze, möchte ich nichts Besonderes sein. Weder im Alltag noch in der Politik. Daher sind Busfahrer manchmal &#8220;inklusiver&#8221; als einige gut gemeinte Veranstaltungen.</p>
<p><strong>Ein bisschen Unverständnis</strong><br />
Deswegen ist auch der Inklusionstanz für mich ein bisschen unverständlich. Denn der Inklusionstanz ist ein Tanz, den es nicht geben dürfte. Denn es geht hier um Alltag und nicht um eine Tanzveranstaltung. Ich habe dann Bedenken, dass daraus eine Exklusivität entsteht: eine &#8220;Randgruppe&#8221; (schlimmes Wort) tanzt dafür, um damit ihren Willen zur gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe zu demonstrieren. Der Tanz und das Video sind toll gemacht, der Song von <a href="http://www.bourani.de/" target="_blank">Andreas Bourani</a> passt dazu, aber genau diese exklusive Rolle möchte ich nicht einnehmen. Ich frage mich dann immer, ob es auch einen Bartträgertanz oder einen Arbeitslosentanz gibt?</p>
<p>Der Tanz ist nur ein Beispiel, und natürlich kann man auch argumentieren, dass in dem Tanz auch Nicht-Behinderte vorkommen und per Definition auch Inklusion für alle da ist. Aber je mehr man nur diesen Begriff betanzt und dabei Behinderte auftreten, umso mehr werden sie mit dem Begriff definiert werden, als Nicht-Behinderte.<br />
Homer Simpson sagte mal in einer Folge: &#8220;Was soll mir schon passieren? Ich bin gelb, männlich und im besten Alter. Ich regiere die Welt!&#8221;, und leider hat er damit Recht (bis auf die gelbe Hautfarbe). Verschiedene Gruppen (wie zum Beispiel Männer) werden nie einen Tanz brauchen, um ihren Anspruch in der Gesellschaft geltend zu machen. Die Gruppen, die um Anerkennung in der Gesellschaft kämpfen müssen, können durch Veranstaltungen, Tänze, Demonstrationen noch mehr auf ihr Defizit beschränkt werden oder ihr auch ein Alibi geben á la: &#8220;Ja schaut mal, es gibt doch Veranstaltungen für euch.&#8221;</p>
<p><strong>Gratwanderung zwischen &#8220;gut&#8221; und &#8220;gut gemeint&#8221;</strong><br />
Doch was will ich eigentlich? Es ist immer einfach zu schreiben, was einen an anderen Projekten stört, und mir ist es auch ganz wichtig festzuhalten, dass es gut ist, wenn es überhaupt Projekte gibt und Personen oder Gruppen etwas machen, weil nur Aktionen uns weiterbringen, die nicht schon in der Planung sterben. Wir bei den <a href="http://sozialhelden.de" target="_blank" target="_blank">SOZIALHELDEN</a> probieren deswegen auch vieles aus und arbeiten dann mit dem konstruktiven Feedback weiter. Uns fällt dabei auch auf, wie schwer die Gratwanderung zwischen einem &#8220;guten&#8221; inklusiven Projekt und einer &#8220;gut gemeinten&#8221; eher exklusiven Idee ist. Gerade war ich mit meinen Kollegen Lili und Andi an der <a href="http://www.hpi.uni-potsdam.de/d_school/home.html" target="_blank">d.school</a> in Potsdam, bei der zwei Studentengruppen Projekte entwickeln sollten, die Behinderungen kommunizieren, die im Alltag oder in den Medien vorkommen könnten. Die Ergebnisse sollten aber nicht als Projekte für Behinderte erkennbar sein.</p>
<p><strong>Viele Ideen</strong><br />
Eine Idee war die Veranstaltung eines komplett barrierefreien Festivals, was ja eigentlich schon so der Anspruch an ein Festival wäre, aber wir wissen ja, wie weit Anspruch und Realität auseinander liegen können. Wir kamen jedoch auch schnell zu den Fragen: Ist das dann nicht exklusiv, oder kann es zu sehr die Diskussion nur auf Menschen mit Behinderung konzentrieren, anstatt die Kunst und Kultur zu zeigen? Nach vielen Diskussionen wollten die Studenten dann eher den Weg verfolgen, wie man bestehende Festivals barrierefreier machen kann, also wie man den Eventmanager dazu bringt, überhaupt über die Frage nachzudenken, und wie man es mit anderen künstlerischen Darbietungen, wie einem <a href="http://www.aktion-mensch.de/filmfestival/deafslam/" target="_blank">Deaf Slam</a>, bereichern kann. Als ein kleines Puzzleteil in dem großen Festival. Das Wort Inklusion würde nirgends fallen, aber vielleicht wäre das der Erfolg?<br />
Nun gut, genug gegrübelt. Ich gehe jetzt weiter tanzen. ;-)</p>
<p><em>Dieser Text entstand für das <a href="http://www.aktion-mensch.de/blog/eintrag.php?id=440" target="_blank">Inklusions-Blog der Aktion Mensch</a>.</em></p>
 <p><a href="http://raul.de/?flattrss_redirect&amp;id=39236&amp;md5=4fb2fe8482598283d27207e402f31f86" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://raul.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Selbstbestimmt die falsche Wahl treffen</title>
		<link>http://raul.de/leben-mit-behinderung/selbstbestimmt-die-falsche-wahl-treffen/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jan 2013 22:22:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raul Krauthausen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Behinderung]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Wir sind laut geworden&#8221; titelten Ende Dezember Blogs von Menschen mit Autismus. Als ich das las, hatte ich ein bisschen Gänsehaut, denn viele Autisten fühlten sich bei der Berichterstattung über den Attentäter von Newton stigmatisiert. Es formte sich ein Online-Protest, &#8230; <a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/selbstbestimmt-die-falsche-wahl-treffen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wir sind laut geworden&#8221; titelten Ende Dezember <a title="Zum Blog &quot;Quergedachtes&quot;" href="http://quergedachtes.wordpress.com/2012/12/18/autismus-und-die-medialen-nachwehen/" target="_blank">Blogs von Menschen mit Autismus</a>. Als ich das las, hatte ich ein bisschen Gänsehaut, denn viele Autisten fühlten sich bei der Berichterstattung über den Attentäter von Newton stigmatisiert. Es formte sich ein Online-Protest, und durch die gute Vernetzung haben es die Aktivisten geschafft, dass unter anderem <a title="Spiegel Online über die Newtown-Berichterstattung" href="http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/newtown-berichterstattung-autisten-verurteilen-stigmatisierung-a-873364.html" target="_blank">Spiegel Online eine Richtigstellung</a> schrieb und sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Ich fand es einfach toll, dass man die Berichterstattung nicht so hingenommen hat, sondern aktiv mit sehr kreativen Artikeln versucht hat, Differenzierungen einzubringen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>In der Gesellschaft wahrgenommen?</h3>
<p>Dabei musste ich daran denken, dass ich vor gut einem Jahr an gleicher Stelle über <a title="Auf die Barrikaden! Barrierefrei." href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/auf-die-barrikaden-barrierefrei/">eine neue Art der Behindertenbewegung</a> geschrieben hatte. In dem Text behauptete ich, dass besonders durch das Internet neue Vernetzungsmöglichkeiten entstehen können und dadurch auch eine neue Art des Protests möglich ist. Die oben beschriebene Aktion würde meine Behauptung bestätigen, und auch die <a title="Klischees wett kämpfen." href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/klischees-wett-kampfen/">Paralympics im letzten Jahr</a> haben viel dazu beigetragen, dass behinderte Menschen nicht mehr nur eine Randgruppe sind, sondern auch in der Gesellschaft wahrgenommen werden sollten. Meine Gänsehaut verschwindet aber sehr schnell, wenn ich mir die gesellschaftspolitische Welt jenseits von London oder der Blogosphäre anschaue. Erst vor kurzem habe ich <a title="Zum Artikel über Clara Belz bei jetzt.de" href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/559266" target="_blank">in einem Artikel</a> gelesen, dass im Bundestag die erste Gehörlose ein Praktikum absolvierte. Was eigentlich eine Erfolgsmeldung ist, warf bei mir die Frage auf: Warum erst jetzt?</p>
<p>Zudem kann die Praktikantin auch weiterhin nicht jeder Diskussion folgen, weil nicht immer ein Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung steht. Aber sollte das nicht schon lange normal sein, dass wenigsten die Parlamentsdebatten gedolmetscht werden?</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Politische Beteiligung für Menschen mit Behinderung</h3>
<p>Auch bei anderen Gelegenheiten beobachte ich, dass einige politische Gestaltungsmittel weiterhin nicht barrierefrei sind. Zum Internationalen Tag der Menschenrechte fasste die <a title="Zur CBM-Pressemitteilung zum Internationalen Menschenrechtstag" href="http://www.cbm.de/artikel/Internationaler-Menschenrechtstag-CBM-fordert-Recht-auf-politische-Teilhabe-fuer-alle-370052.html" target="_blank">Christoffel-Blindenmission</a> (CBM) es so zusammen: &#8220;Viele andere können ihr Recht nicht ausüben, da der Zugang zu Wahllokalen blockiert ist oder Wahlzettel nicht barrierefrei verfasst sind.&#8221; Ob also im Bundestag oder an der Wahlurne, die politische Beteiligung für Menschen mit Behinderung ist weiterhin unausgereift. Natürlich ist es sehr einfach, an dieser Stelle zu meckern und überall nur die Stufen und keine Rampen zu sehen, und ich stimme auch Petra Strack zu, die für das Chrismon-Magazin einen kleinen <a title="Zum Beitrag von Petra Strack im Chrismon-Magazin" href="http://de.scribd.com/doc/118109476/chrismon-plus-rheinland-Ausgabe-Januar-2013#page=21" target="_blank"> Beitrag</a> schrieb, in dem sie neben den Rechten auch die Pflichten von Menschen mit Behinderung fordert. Einigen Pflichten kann ich aber nur nachkommen, wenn ich ins Gebäude komme. Dann kann ich auch selbstbestimmt mein Kreuz auf einen Zettel setzen und vielleicht auch die falsche Wahl treffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Präsenz in der Gesellschaft</h3>
<p>Ich glaube für diese Veränderungen brauchen wir keinen <a title="Zum inklusiven Musikvideo &quot;Wunder&quot; von Andreas Bourani" href="http://www.aktion-mensch.de/blog/eintrag.php?id=346" target="_blank">Inklusionstanz</a>* oder Partys, die sich explizit an Rollstuhlfahrer wenden, sondern einfach eine Präsenz in der Gesellschaft. So wollten die Redakteure vom Spiegel nicht mit Absicht Menschen mit Autismus zu Massenmördern stigmatisieren oder Politiker nicht mit Vorsatz Menschen mit Behinderungen von Praktika ausschließen, aber manchmal fehlt einfach nur die Kenntnis, weil man vielleicht selbst noch nie einen Menschen mit Behinderung getroffen hat.</p>
<p>In diesem wichtigen Wahljahr wünsche ich mir, dass mehr Menschen mit Behinderung auch in die &#8220;wahre&#8221; Politik einbezogen werden und ihre Statements und Forderungen nicht nur in Blogs, auf Sportevents oder eigenen Veranstaltungen äußern können, sondern am besten im Parlament mit einem Gebärdensprachdolmetscher daneben.</p>
<p><em>* Ich habe nichts gegen die Gestaltung des Inklusionstanzes der Aktion Mensch, aber in meiner Vorstellung sollte Inklusion kein Gegenstand eines Tanzes sein, sondern einfach da sein. Wie bei diesem <a title="Zum barrierefreien Musikvideo &quot;Waiting&quot; von Breitenbach" href="http://vimeo.com/13424700">barrierefreien Musikvideo</a>.</em></p>
<p><em>Dieser Text entstand für das <a href="http://www.aktion-mensch.de/blog/eintrag.php?id=421" target="_blank">Inklusions-Blog der Aktion Mensch</a>.</em></p>
 <p><a href="http://raul.de/?flattrss_redirect&amp;id=39223&amp;md5=176f98245178ab7cb5c6ba2395529f09" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://raul.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Sätze, die man als Rollstuhlfahrer ständig hört</title>
		<link>http://raul.de/leben-mit-behinderung/satze-die-man-als-rollstuhlfahrer-standig-hort/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Dec 2012 22:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raul Krauthausen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Behinderung]]></category>

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		<description><![CDATA[&#34;Als ich das letzte Mal in einem Schuhgesch&#228;ft war&#160;&#8230;&#34;&#160;&#8211; und schon schauen mich manche Leute auf der Party komisch an. Fragende Blicke, und ich kann f&#246;rmlich die Gedanken sehen: &#34;Wieso geht ein Rollstuhlfahrer in ein Schuhgesch&#228;ft?&#34; Ich habe einen kurzen &#8230; <a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/satze-die-man-als-rollstuhlfahrer-standig-hort/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&quot;Als ich das letzte Mal in einem Schuhgesch&auml;ft war&nbsp;&#8230;&quot;&nbsp;&ndash; und schon schauen mich manche Leute auf der Party komisch an. Fragende Blicke, und ich kann f&ouml;rmlich die Gedanken sehen: &quot;Wieso geht ein Rollstuhlfahrer in ein Schuhgesch&auml;ft?&quot; Ich habe einen kurzen Augenblick gewartet, ob mich jemand fragt. Ehrlich gesagt, h&auml;tte ich mich auch auf die Frage gefreut, weil sie nicht zum ersten Mal gekommen w&auml;re. Immer wieder fragen mich Menschen: &quot;Sag mal, Raul, kaufst du dir eigentlich auch Schuhe?&quot; Ein kleiner Blick an meine F&uuml;&szlig;e w&uuml;rde zwar die Frage von selbst beantworten, aber ich verstehe, was hinter der Frage f&uuml;r eine Frage steckt: &quot;Braucht ein Rollstuhlfahrer eigentlich mehr als ein Paar Schuhe?&quot; Je nach Laune und Person belustigt mich die Frage oder nervt auch einfach, besonders wenn sie von Leuten gestellt wird, die man erst vor f&uuml;nf Minuten kennengelernt hat. </p>
<p>Irgendwann habe ich mich dann aber doch gefragt, ob es nicht auch anderen Rollstuhlfahrern so geht, und eine Gruppe bei Facebook gegr&uuml;ndet: &quot;<a href="https://www.facebook.com/groups/244832222284009/" title="Zur Facebook-Gruppe &quot;S&auml;tze, die Menschen im Rollstuhl st&auml;ndig h&ouml;ren&quot;" target="_blank">S&auml;tze, die Menschen im Rollstuhl st&auml;ndig h&ouml;ren</a>&quot;. &Uuml;ber Nacht sind mehrere hundert Rollstuhlfahrer der Gruppe beigetreten und haben ihre S&auml;tze geteilt.</p>
<p>Á la Hollywoodmanier habe ich in den letzten Wochen dar&uuml;ber nachgedacht, f&uuml;r die interessantesten S&auml;tze einen &quot;Floskar&quot; zu vergeben. Und das sind meine Gewinner:</p>
<p><strong>Die beste Frage in der Kategorie &quot;Sportlich, das zu fragen&quot; geht an:</strong><br />
&quot;Schaust du eigentlich gerne Fu&szlig;ball?&quot;</p>
<p><strong>Der Satz in der Kategorie &quot;Warum fragt man das nicht jede Frau einfach so auf der Stra&szlig;e&quot; geht an:</strong><br />
&quot;Kannst du eigentlich Kinder bekommen?&quot;</p>
<p><strong>Ein weiteres Schmuckst&uuml;ck kommt aus der Kosmetikecke:</strong><br />
&quot;Lackierst du dir eigentlich die Fu&szlig;n&auml;gel?&quot;</p>
<p><strong>In der Kategorie: &quot;Netzwerk des Jahres&quot;, geht der Floskar an:</strong><br />
&quot;Sag mal du kennst doch bestimmt XY? Der sitzt ja auch im Rollstuhl.&quot;</p>
<p><strong>In einer geselligen Runde w&uuml;rde ich auch manchmal den Floskar gerne f&uuml;r die Frage vergeben:</strong><br />
&quot;Darfst du eigentlich was trinken, wenn du nachher noch f&auml;hrst?&quot;</p>
<p><strong>Und zum Abschluss, nat&uuml;rlich noch der Floskar f&uuml;r die tragische Liebesgeschichte, die in der Facebookgruppe gepostet wurde:</strong><br />
&quot;Ja, ich mag dich&nbsp;&ndash; aber nur als Kumpel&nbsp;&#8230;&quot; 3&nbsp;Minuten Pause &quot;&#8230;&nbsp;und das hat ganz bestimmt nichts mit deiner Behinderung zu tun&nbsp;&#8230; Verstehst du?&quot;</p>
<p>Was f&uuml;r Antworten fallen Euch auf diese Fragen ein? Hinterlasst sie gerne hier als Kommentar!</p>
<p>
<strong>Noch mehr Listen:</strong><br />
<a href="https://www.facebook.com/groups/244832222284009/" target="_blank" title="Zur Facebook-Gruppe &quot;S&auml;tze, die Menschen im Rollstuhl st&auml;ndig h&ouml;ren&quot;">Die Facebook-Gruppe: &quot;S&auml;tze, die Menschen im Rollstuhl st&auml;ndig h&ouml;ren&quot;</a><br />
<a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/manchmal-bin-ich-genervt/" title="Manchmal bin ich genervt.">Manchmal bin ich genervt.</a><br />
<a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/manchmal-bin-ich-erfreut/" title="Manchmal bin ich erfreut.">Manchmal bin ich erfreut.</a></p>
</p>
<p><em>Dieser Text entstand für das <a href="http://www.aktion-mensch.de/blog/eintrag.php?id=383" target="_blank">Inklusions-Blog der Aktion Mensch</a>.</em></p>
 <p><a href="http://raul.de/?flattrss_redirect&amp;id=39215&amp;md5=1b7b0f4d4ce7abba06dc2877996c5de3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://raul.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Lieber Politiker statt THWler</title>
		<link>http://raul.de/leben-mit-behinderung/lieber-politiker-statt-thwler/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Dec 2012 08:07:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raul Krauthausen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Behinderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Es hat nur fast ein Jahr gedauert und schwups wurde die Veranstaltung &#34;Menschen mit Behinderungen&#34; im Deutschen Bundestag wiederholt. Nur zur Erinnerung: Im Oktober 2011 wurden 300&#160;Behinderte zu der Veranstaltung wieder ausgeladen, weil sich zu viele Rollstuhlfahrer angemeldet hatten. Gemeinsam &#8230; <a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/lieber-politiker-statt-thwler/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es hat nur fast ein Jahr gedauert und schwups wurde die Veranstaltung &quot;Menschen mit Behinderungen&quot; im Deutschen Bundestag wiederholt. Nur zur Erinnerung: Im Oktober 2011 wurden 300&nbsp;Behinderte zu der Veranstaltung wieder ausgeladen, weil sich zu viele Rollstuhlfahrer angemeldet hatten.<br />
<iframe width="468" height="263" src="http://www.youtube.com/embed/JWkPU4_CxbU" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
Gemeinsam mit den Satire-Magazin Extra 3 hatten wir auf diese kuriose Situation hingewiesen</a>. In dem damaligen Ausladungsschreiben stand aber schon das Versprechen, dass die Veranstaltung wiederholt wird&nbsp;&ndash; aber nur auf Einladung.</p>
<h3>Einer der Auserw&auml;hlten</h3>
<p>Ich hatte also Gl&uuml;ck, am 26. und 27.&nbsp;Oktober zu den &quot;Auserw&auml;hlten&quot; zu geh&ouml;ren. Es trafen sich 300&nbsp;Menschen mit Behinderungen in Berlin, die &quot;Experten&quot;, wie sie sp&auml;ter von Politikern genannt werden w&uuml;rden. Schon auf dem Weg zum Bundestag habe ich mich &uuml;ber die ganzen Wagen vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Technisches_Hilfswerk" target="_blank" title="Mehr &uuml;ber das Technische Hilfswerk bei Wikipedia">Technischen Hilfswerk</a> (THW) gewundert. Es ist zwar nichts Au&szlig;ergew&ouml;hnliches, dass mehrere Besuchergruppen durch den Regierungssitz tanzen, aber w&auml;hrend der feierlichen <a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/41229714_kw43_behinderung/index.html" target="_blank" title="Zur Bundestags-Dokumentation der Veranstaltung &quot;Menschen mit Behinderung&quot;">Ansprache vom Bundestagspr&auml;sidenten Norbert Lammert</a> bin ich fast aus dem Sitz gefallen: Die fast 100 THWler waren f&uuml;r uns circa 70&nbsp;Rollstuhlfahrer da. Im Falle einer Evakuierung h&auml;tte ich also 1,4 f&uuml;r mich gehabt, die mir irgendwie geholfen h&auml;tten. Denn im Brandfall bin ich ja total hilflos und so&nbsp;&ndash; das hat mir der Brandschutz schon oft genug gesagt.</p>
<h3>Politiker? Fehlanzeige</h3>
<p>Um das spannende Ende vorweg zu nehmen: Es brannte nicht, und die THWler sa&szlig;en mit in den Aussch&uuml;ssen, in denen wir &uuml;ber Behindertenpolitik im Zusammenhang mit Wirtschaft, Infrastruktur, Gesundheit, Europa etc. diskutierten. Auch wenn die Diskussionen und die Vorstellungen am Ende des zweiten Tages gut waren, habe ich etwas vermisst: die Politiker. Ich f&uuml;hlte mich, als ob man (B)Eulen nach Athen tr&auml;gt und sich Behinderte untereinander austauschen, aber es von Abgeordneten nicht geh&ouml;rt wird.<br />
Zum Schluss haben zwar alle Fraktionsvertreter versichert, dass sie die Ergebnisse der Arbeitsgruppen in ihre Parteien tragen werden, nur glaube ich nicht so recht daran. Ich h&auml;tte mir im Bundestag mehr Politiker als THWler gew&uuml;nscht, um mit ihnen &uuml;ber die Behindertenpolitik zu diskutieren und nicht mit anderen Betroffenen, die die Probleme ja kennen.</p>
<h3>Keine neuen Ergebnisse</h3>
<p>W&auml;hrend der Veranstaltung hatten ich und auch ein paar andere G&auml;ste schon das Gef&uuml;hl, dass wir Behinderten f&uuml;r ein paar gute Bilder hergehalten haben und die Veranstaltung nur ein Ventil f&uuml;r uns &quot;Experten&quot; sein sollte. Denn die Ergebnisse sind nicht neu. Ob es um besseren Zugang zum Arbeitsmarkt, mehr Geld f&uuml;r inklusive Schulen oder Subventionen f&uuml;r den barrierefreien Bau geht, das sind f&uuml;r viele Teilnehmer keine neuen Notwendigkeiten.</p>
<h3>Nur ein Teilerfolg</h3>
<p>Die Veranstaltung im Bundestag war f&uuml;r mich nur ein Teilerfolg. Wenigstens waren jetzt&nbsp;&ndash; im Gegensatz zu 2011&nbsp;&ndash; Menschen mit Behinderungen schon mal im Bundestag, aber das n&auml;chste Mal hoffentlich auch zusammen mit Politikern! Und bis dahin muss man wohl auch ein bisschen an der Politik vorbeiarbeiten, um Barrieren abzubauen. So haben die <a href="http://sozialhelden.de" target="_blank" title="Zur Homepage der Sozialhelden">Sozialhelden</a> gemeinsam mit Bergf&uuml;rst am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen die Spendenaktion &quot;<a href="http://www.tausendundeinerampe.de" target="_blank" title="Zur Spendenaktion &quot;Tausendundeine Rampe f&uuml;r Deutschland&quot;">Tausendundeine Rampe f&uuml;r Deutschland</a>&quot; gestartet, um so viel Geld wie m&ouml;glich f&uuml;r kleine Barriere-&Uuml;berbr&uuml;cker zu sammeln. Vielleicht spenden ja auch ein paar Politiker.</p>
<p><em>Dieser Text entstand für das <a href="http://www.aktion-mensch.de/blog/eintrag.php?id=387" target="_blank">Inklusions-Blog der Aktion Mensch</a>.</em></p>
 <p><a href="http://raul.de/?flattrss_redirect&amp;id=39207&amp;md5=e83940e62b4355a00e22914e666cee0d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://raul.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zwischen Wolfsmädchen und Dschungelcamp</title>
		<link>http://raul.de/leben-mit-behinderung/zwischen-wolfsmadchen-und-dschungelcamp/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Nov 2012 23:02:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raul Krauthausen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Behinderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich vor einigen Wochen ins B&#252;ro gekommen bin, lag eine Zeitschrift auf dem Tisch. &#220;berschrift: &#34;Das Schicksal des Wolfsm&#228;dchen&#34;, dazu ein Bild von einem M&#228;dchen mit starker Gesichtsbehaarung. Man muss dazu sagen, dass das Boulevardmagazin von der ganzen Aufmachung &#8230; <a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/zwischen-wolfsmadchen-und-dschungelcamp/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich vor einigen Wochen ins B&uuml;ro gekommen bin, lag eine Zeitschrift auf dem Tisch. &Uuml;berschrift: &quot;Das Schicksal des Wolfsm&auml;dchen&quot;, dazu ein Bild von einem M&auml;dchen mit starker Gesichtsbehaarung. Man muss dazu sagen, dass das Boulevardmagazin von der ganzen Aufmachung her nicht gerade als seri&ouml;s durchgehen w&uuml;rde, aber trotzdem las ich mir die Geschichte von dem Wolfskind durch (ein Ausdruck, den man angeblich &quot;seit dem Mittelalter&quot; sagt), dass ein ganz normales Leben in Indonesien f&uuml;hren will. Unweigerlich musste ich an die Freakshows aus dem Mittelalter denken, die auch heute noch manchmal f&uuml;r einen Witz in Comic-Sendungen wie den Simpsons herhalten. Aber das Mittelalter scheint noch lange nicht vorbei, sondern der Jahrmarkt wurde nur durch einen Fernseher oder eine Zeitung ersetzt. So schreibt auch <a href="http://leidmedien.de/sprache-kultur-und-politik/monster-freaks-und-kuriositaten-historische-figuren/" target="_blank" title="Zum Artikel von Rebecca Maskos auf Leidmedien.de">Rebecca Maskos in einem Artikel auf Leidmedien.de</a> &uuml;ber die mediale Weiterf&uuml;hrung der Freakshow:</p>
<blockquote><p>Einige k&ouml;rperliche Besonderheiten wurden in den Freak-Shows &uuml;berzeichnet dargestellt, zum Beispiel, wenn ein auff&auml;llig pigmentierter Mensch zus&auml;tzlich geschminkt und so aus ihm der &quot;Leoparden-Junge&quot; wurde. Solche Vermischungen von Mensch und Tier waren &uuml;blich, oft gab es einen &quot;Dogfaced Boy&quot;,&nbsp;&ndash; einen &quot;hundegesichtigen Jungen&quot;&nbsp;&ndash;, oder einen &quot;Affenmenschen&quot;. Neben der blo&szlig;en Ausstellung ihrer Andersartigkeit zeigten die Freaks ganz normale T&auml;tigkeiten wie eine Zigarette anzuz&uuml;nden oder einen Brief zu schreiben&nbsp;&ndash; taten dies aber zum Beispiel mit den F&uuml;&szlig;en, weil ihnen die Arme fehlten. [...] Elemente der Freakshows, der Kuriosit&auml;tenkabinette oder der Hofnarren kann man auch in heutigen medialen Darstellungen behinderter Menschen wieder entdecken. Was der Freak Show-Direktor fr&uuml;her machte, erledigt heute der Trailer im Boulevard-Fernsehen. Die moderne Freakshow ist der TV-Beitrag oder der Printboulevardbericht &uuml;ber einen behinderten oder &quot;kranken&quot; Menschen, der aber doch erstaunliche Dinge leistet und &uuml;berraschend &quot;normal&quot; lebt.</p></blockquote>
<h3>Mediale Verlagerung</h3>
<p>Besonders dieses &quot;normal&quot; Leben ist f&uuml;r viele TV-Produzenten der Mehrwert einer Geschichte, warum man daraus auch eine ganze Sendereihe machen kann. So startete Sat.1 jetzt &quot;<a href="http://www.sat1.de/tv/die-grosse-welt-der-kleinen-menschen" target="_blank" title="Infos zur Sat.1-Sendung &quot;Die gro&szlig;e Welt der kleinen Menschen&quot;">Die gro&szlig;e Welt der kleinen Menschen</a>&quot;, in der kleinere Menschen bei ihrer Arbeit gezeigt werden. Dabei wird zwar auf die Benny-Hill-Musik verzichtet, was der <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/die-grosse-welt-der-kleinen-menschen-auf-sat-1-mit-ulla-kock-am-brink-a-850646.html" target="_blank" title="Zur Fernsehkritik von &quot;Die gro&szlig;e Welt der kleinen Menschen&quot; bei Spiegel Online">Spiegel</a> noch positiv herausstellt, aber an anderer Stelle kommt dann doch wieder Musik, die an den Soundtrack von &quot;7&nbsp;Zwerge&quot; erinnert, als drei kleine M&auml;nner im Wald arbeiten.</p>
<p>Im B&uuml;ro haben wir dar&uuml;ber diskutiert, warum sich Menschen f&uuml;r Sendungen wie &quot;Die gro&szlig;e Welt der kleinen Menschen&quot; hergeben. Eine Antwort hatten wir nicht gefunden, aber es gab die Vermutung, dass sich die Menschen noch nicht mal bewusst sind, wie sie in einem Beitrag dargestellt werden. Vielleicht wollten die Menschen wirklich nur zeigen, wie sie arbeiten, aber dass danach irgendwelche &quot;witzige&quot; Musik dazugemischt wird, ver&auml;ndert sich die Tonalit&auml;t des Beitrags. Es ist auch nichts Neues, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Scripted_Reality" title="Mehr &uuml;ber Scripted Reality bei Wikipedia"  target="_blank" xml:lang="en" lang="en">Scripted Reality</a> die Menschen anders darstellen lassen kann, als sie es wollen.</p>
<h3>Aus eigener Erfahrung</h3>
<p>Eine kleine Kostprobe habe ich auch vor ein paar Wochen bekommen, als die <a href="http://www.bild.de/ratgeber/2012/behinderung/richtiger-umgang-mit-behinderten-ab-wann-gilt-behinderung-25956420.bild.html" target="_blank" title="Zum Artikel &quot;Wie gehe ich richtig mit Behinderten um?&quot; auf bild.de">BILD in einem Beitrag</a> auch mich erw&auml;hnt hatte. Unter der &Uuml;berschrift &quot;Wie man &uuml;ber Menschen mit Behinderungen richtig berichtet&quot; wurde auch ich als Aktivist dargestellt, der angeblich Behindertenwitze sammelt, die dann in einer Top&nbsp;5 zum Besten gegeben wurde. Es ist zwar toll, dass sich die BILD dem Thema Berichterstattung bzw. Umgang mit Menschen mit Behinderungen annimmt, aber genau aus dem Grund ist dann auch die Witzesammlung fehl am Platz. So lustig auch manche Witze sind, hat es auf der Seite erst mal nichts zu suchen, wenn man doch eigentlich Respekt f&ouml;rdern m&ouml;chte. Oder?</p>
<p>Es steht nat&uuml;rlich auch jedem Behinderten frei, sich im Fernsehen oder sonst wo l&auml;cherlich zu machen, beispielsweise bei dem Dschungelcamp oder dem gr&ouml;&szlig;ten Showtalent mitzumachen, aber daf&uuml;r m&uuml;sste der Dschungel vielleicht erst mal <a href="http://www.aktion-mensch.de/inklusion/barrierefreiheit.php" title="Zum Handlungsfeld Barrierefreiheit der Aktion Mensch">barrierefrei</a> sein, und die Protagonisten m&uuml;ssen sich bewusst darauf einlassen.</p>
<p>Denn getreu der neuen Aktion &quot;<a href="http://www.aktion-mensch.de/inklusion/zeichensetzen" target="_blank" title="Zur Aktion &quot;Zeichen setzen&quot; der Aktion Mensch">Zeichen setzen</a>&quot; der Aktion Mensch bedeutet f&uuml;r mich <a href="http://www.aktion-mensch.de/inklusion/was-ist-inklusion.php" title="Was ist Inklusion? Zur Aktion Mensch-Webseite">Inklusion</a>: auch das Recht haben, Rinderhoden im Dschungelcamp zu essen.</p>
<p><em>Dieser Text entstand für das <a href="http://www.aktion-mensch.de/blog/eintrag.php?id=364" target="_blank">Inklusions-Blog der Aktion Mensch</a>.</em></p>
 <p><a href="http://raul.de/?flattrss_redirect&amp;id=39201&amp;md5=5e8e0c8cc1a9aa2d06e53f20d8632022" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://raul.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Inklusion – ein Lehrstück</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Oct 2012 22:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raul Krauthausen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Behinderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war sechs Wochen lang wieder ungew&#246;hnlich ruhig in der Stadt, der Bahn und irgendwie auch im Netz. Jede zweite meiner Mails bekam eine Antwort, dass gerade irgendjemand im Urlaub ist und man sich doch an seinen Kollegen wenden kann. &#8230; <a href="http://raul.de/leben-mit-behinderung/inklusion-ein-lehrstuck/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es war sechs Wochen lang wieder ungew&ouml;hnlich ruhig in der Stadt, der Bahn und irgendwie auch im Netz. Jede zweite meiner Mails bekam eine Antwort, dass gerade irgendjemand im Urlaub ist und man sich doch an seinen Kollegen wenden kann. Einige der Absender sind junge M&uuml;tter oder V&auml;ter, und ihre Mails klingen so wie fr&uuml;her am letzten Schultag: FEEERIEN! Da muss ich dann auch immer an meine Schulzeit denken, wie ich auch versucht habe, der Erste zu sein, der nach der Zeugnis&uuml;bergabe nach drau&szlig;en st&uuml;rmt.</strong><span id="more-36076"></span></p>
<p>Liest man aktuell in der Zeitung, kommt man um das Thema Inklusion und Schule nicht herum. Zum neuen Schuljahr starten immer mehr inklusive Klassen, da die L&auml;nder dazu aufgefordert sind, die UN-Behindertenrechtskonvention</a> umzusetzen. Besonders Lehrer f&uuml;hlen sich davon &uuml;berfordert und suchen sich ein Ventil &uuml;ber die Medien. Denn das Thema Schule wird schnell emotional und ist diskussionsfreudig. Zum einen sind dort die Lehrer, die mit der neuen Situation &uuml;berfordert sind, dass auch Kinder mit Lernschwierigkeiten, Rollstuhlfahrer oder Schwerh&ouml;rige in einer Klasse mit 25 anderen Kindern sind. Die meisten Lehrer sind daf&uuml;r noch nicht mal ausgebildet und sollen jetzt allen etwas beibringen. Lehrer von Sonderschulen werden in manchen F&auml;llen nicht &uuml;bernommen, und es riecht danach, <a href="http://www.reportetage.de/journalist/wibke-bergemann/artikel/37-Eine-Schule-f%C3%BCr-alle" title="Zum Deutschlandfunk-beitrag &quot;Eine Schule f&uuml;r alle&quot;" target="_blank">dass der Staat durch Inklusion sparen m&ouml;chte</a>. Dabei ist das <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/studie-inklusion-kostet-660-millionen-euro-zusaetzlich-pro-jahr-a-823365.html" title="Zum Artikel &quot;Gemeinsamer Unterricht kostet Hunderte Millionen&quot; auf Spiegel Online" target="_blank">Gegenteil notwendig</a>.</p>
<p>Auf der anderen Seite gibt es die Eltern, die nur die beste Bildung f&uuml;r ihre Kinder wollen und auf einmal Angst davor haben, dass ihr eigenes Kind in einer Inklusions-Klasse langsamer lernt als in einer &quot;normalen&quot; Klasse (so kann man es leider in vielen Online-Kommentaren lesen). Dann gibt es vielleicht noch den einen oder anderen Bildungspolitiker, der meint, dass man ja die EU-Richtlinien umsetzen muss, aber nat&uuml;rlich die Mittel daf&uuml;r fehlen.</p>
<p>Diese drei Gruppen d&uuml;rfen dann ganze Seiten in Zeitungen f&uuml;llen.</p>
<p>Hab ich wen vergessen? Ach so ja: die Sch&uuml;ler mit Behinderungen bzw. ihre Eltern. Selten kommen diese in den Debatten zu Wort oder werden schnell von lauteren &quot;Mehrheiten&quot; &uuml;bert&ouml;nt.</p>
<p>Erst durch diese Artikel wird mir richtig klar, was es f&uuml;r meine Mutter f&uuml;r ein Kampf gewesen sein muss, dass ich auf eine <a href="http://www.familienratgeber.de/kinder/schule/integration_in_regelschule.php" title="Mehr &uuml;ber Integration in die Regelschule beim Familienratgeber" target="_blank">integrative Schule</a> gehen konnte. Und daf&uuml;r bin ich ihr so dankbar, weil ich nicht glaube, dass ich den Weg, den ich heute genommen habe, ohne die integrative Schule h&auml;tte nehmen k&ouml;nnen. Ich war kein besonders guter Sch&uuml;ler, eher faul, aber konnte mich in den richtigen Momenten konzentrieren und habe somit ein halbwegs gutes Abi erreicht (Notendurchschnitt 2,9). Damit standen mir dann die T&uuml;ren zum Studium und auch zu Jobs beim Radio und alles weitere offen.</p>
<h3>Verschlossene T&uuml;ren</h3>
<p>Vielen Menschen mit Behinderungen an <a href="http://www.familienratgeber.de/kinder/schule/foerderschule.php" title="Infos zu F&ouml;rderschulen beim Familienratgeber" target="_blank">Sonderschulen</a> bleiben diese T&uuml;ren verschlossen. Denn die Abschl&uuml;sse werden nicht richtig anerkannt, und der Weg in eine <a href="http://www.familienratgeber.de/jugendliche_erwachsene/bildung_arbeit/werkstatt_behinderte_menschen.php" title="Mehr &uuml;ber Werkst&auml;tten f&uuml;r Menschen mit Behinderung beim Familienratgeber" target="_blank">Behindertenwerkstatt</a> bleibt unvermeidlich. Nur etwa 1&nbsp;% der Sch&uuml;ler schafft den Sprung in ein Berufsleben au&szlig;erhalb von Nummernschildern stanzen und Kartons falten. Auch in meinem Umfeld sehe ich das: Fast jeder meiner Freunde und Kollegen, die eine Behinderung haben, ging auf eine &quot;normale&quot; Schule, besitzt ein Abitur und arbeitet jetzt als Journalist, Personalberater, Grafiker, Politiker und so weiter.</p>
<p>Wenn ich in einem Interview zu meiner Einsch&auml;tzung von Sonderschulen und Behindertenwerkst&auml;tten gefragt werde, dann lautet meine Antwort ganz klar: &quot;Sofort abschaffen!&quot; Denn wenn ich auf so einer Schule gewesen w&auml;re, w&uuml;rde ich vielleicht in dem Moment nicht das Interview f&uuml;hren. Auch andere &quot;Vorzeige-Behinderte&quot; gingen nicht nur auf Sonderschulen. Und wenn sie heute mit klassischer Musik die Menschen unterhalten (<a href="http://www.thomas-quasthoff.com" target="_blank" title="Zur Homepage von Thomas Quasthoff">Thomas Quasthoff</a>), Gold gewinnen (<a href="http://www.heinrich-popow.de" target="_blank" title="Zur Webseite von Heinrich Popow">Heinrich Popow</a>) oder Fu&szlig;ballern von den Lippen lesen (<a href="http://meinaugenschmaus.blogspot.de" title="Zum Blog von Julia Probst">Julia Probst</a>), denkt niemand daran, dass das vielleicht alles nicht geschehen w&auml;re, wenn sie nicht mit Nicht-Behinderten auf eine Schule gegangen w&auml;ren.</p>
<p>In einer zweiten Frage kommt dann meistens das praktische Problem der Umsetzbarkeit und ob jedes Kind auf eine inklusive Schule gehen kann? Ich bin der Meinung, dass es geht und es einfach die Mittel und Lehrer daf&uuml;r geben muss. Den Gegenbeweis muss man mir erst mal darlegen! Auch Studien sagen aus: &quot;<a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/inklusion-es-gibt-kein-kind-das-nicht-integriert-werden-koennte-a-814458.html" title="Zum Artikel &quot;Es gibt kein Kind, das nicht integriert werden k&ouml;nnte&quot; auf Spiegel Online" target="_blank">Es gibt kein Kind, das nicht integriert werden k&ouml;nnte</a>.&quot;</p>
<p>Eine Freundin von mir, Friederike Buhle, hat dazu einen sehr guten Text verfasst, in dem sie &uuml;ber das Problem plus L&ouml;sungen schreibt:</p>
<blockquote><p>&quot;Mit dem Prinzip der Inklusiven Schule, einer &#39;Schule f&uuml;r alle&#39;, n&auml;hert sich das Bild des Lehrers dem eines Universalgenies. In einer durchgehend heterogenen Klasse mit Kindern aus unterschiedlichen Herkunftsl&auml;ndern, mit verschiedenen kulturellen, religi&ouml;sen und auch famili&auml;ren Hintergr&uuml;nden, aber auch mit den unterschiedlichsten F&auml;higkeiten und kognitivem Potential, mit Lernschw&auml;chen, sozialen Auff&auml;lligkeiten und den verschiedensten Arten von Behinderung, soll jedes Kind dort abgeholt werden, wo es gerade steht und individuell nach seinen M&ouml;glichkeiten gef&ouml;rdert werden. Das klingt gut, nur kann sich niemand vorstellen, wie es in der Praxis funktionieren soll. Dies setzt bei den Lehrkr&auml;ften nicht nur entsprechende p&auml;dagogische Kompetenzen voraus, sondern auch Expertenwissen auf all diesen Gebieten. [...] Inklusive Schule ben&ouml;tigt jedoch neben den entsprechenden materiellen, finanziellen und personellen Ressourcen auch eine Ver&auml;nderung bez&uuml;glich der Didaktik und Methodik, vor allem in Hinblick auf die Einstellung und Haltung des gesamten p&auml;dagogischen Personals. Ich habe den Eindruck, insbesondere f&uuml;r alteingestandene Lehrer/innen scheint das Prinzip der Inklusion nur eine weitere Neuerung im Schulsystem zu sein, die bereits jetzt zum Scheitern verurteilt ist. Regelschullehrer/innen haben die Bef&uuml;rchtung, mit der Vielfalt und dem besonderen F&ouml;rderbedarf behinderter Kinder &uuml;berfordert zu sein, Sonderp&auml;dagogen/innen haben die Unsicherheit, welche Aufgabe und Funktion sie in einer Inklusiven Schule &uuml;bernehmen werden.&quot;</p></blockquote>
<h3>Schlimme Logik</h3>
<p>Vor ein paar Monaten kam in der ARD der <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/ard-drama-zum-thema-inklusion-a-834291.html" title="Zur Rezension des TV-Films &quot;Inklusion&quot; bei Spiegel Online" target="_blank">Film &quot;Inklusion&quot;</a>, der sich an das Thema ann&auml;hern wollte, aber ein komisches Ende fand: Der Junge mit Lernschwierigkeiten hatte bei einer Auff&uuml;hrung eine Panikattacke und wurde deswegen zur&uuml;ck auf die Sonderschule geschickt. Die Rollstuhlfahrerin, die die ganze Zeit &uuml;ber eine unangenehme Zicke war, ist beim Ende der Theatervorstellung unter gro&szlig;em Applaus sogar kurz aus ihrem Rollstuhl aufgestanden und durfte wohl somit auch an dem Gymnasium bleiben.</p>
<p>Eine schlimme Logik, weil sie suggeriert, dass nur der sich anpassen kann und die Leistung bringt, sogar mal &quot;nicht-behindert&quot; zu wirken, darf in der Gesellschaft einen guten Abschluss machen, und f&uuml;r alle anderen bleibt die Sonderschule?</p>
<p>Dieses Bild darf es doch 2012 nicht mehr in den K&ouml;pfen gehen, wo wir mit allen technischen und bildungsp&auml;dagogischen Fortschritt sogar Bilder vom Mars schicken k&ouml;nnen oder wissen, dass man f&uuml;r manchen Sachen in seinem Kopf einfach nicht verantwortlich sein kann. Deswegen stellt mehr Lehrer ein und bietet Fortbildungen an! Gebt allen Sch&uuml;lern die gleichen Chancen, und wenn sie dann faul sind, dann sollen sie ihre Noten vor den Eltern genauso erkl&auml;ren wie jeder andere, und wenn sie gut sind, dann sollen sie am letzten Schultag auch aus der Schule st&uuml;rmen, &quot;Feeeeerieeeeen&quot; schreien und wunderbare Urlaube mit ihren Eltern verbringen. Ich freue mich auf die Abwesenheitsnotizen!</p>
<p><em>Dieser Text entstand für das <a href="http://www.aktion-mensch.de/blog/eintrag.php?id=330" target="_blank">Inklusions-Blog der Aktion Mensch</a>.</em></p>
 <p><a href="http://raul.de/?flattrss_redirect&amp;id=36076&amp;md5=cd07e36a7ceb05fde570f674f3db79f2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://raul.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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