Die Kündigung

Ich habe es getan: Ich habe meinen unbefristeten, okay bezahlten Job gekündigt. Ein Job der mir Spaß machte, der mir sehr sinnvoll erschien, bei dem ich viel lernte, der mich mal herausforderte und mal langweilte und bei dem ich ein sehr nettes, wertschätzendes Team hatte. Ich habe gekündigt, weil ich das Gefühl hatte, da muss jetzt etwas Neues kommen und sich die Gelegenheit bot. Mein Master-Studium ist nun ein Jahr zu Ende. Ich möchte die Karriereleiter weiter erklimmen und die Welt ein kleines bisschen verändern und inklusiver gestalten.
In der Nacht bevor ich offiziell kündigte, kamen die Zweifel. In mir rumorte alles. Tue ich das Richtige? Ich fange einen neuen Job an, der befristet ist und begebe mich damit in Unsicherheit. Was wird danach sein? Finde ich etwas Neues? Fragen die sich vermutlich jede*r in einer ähnlichen Situation stellt.
Doch gleichzeitig merkte ich, irgendwas ist anders. Einige Tage später saß ich mit einer Freundin in einer Bar. Die Kündigung war ausgesprochen. Ängste hatte ich immer noch, obwohl sich alles gut und richtig anfühlte. Ich erzählte ihr davon. Doch bevor ich zu Ende erzählte, meinte sie nur: „Wie geil ist, dass denn bitte? Das ist Inklusion!“ Und plötzlich merkte ich, wie privilegiert ich eigentlich mit dieser Situation bin.
Denn für Menschen mit Behinderungen ist es gar nicht normal den festen Job zu kündigen. Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ist auch heute – zehn Jahre nach der Ratifizierung der UN-BRK – keine Selbstverständlichkeit. Viele Menschen mit Behinderungen lernen und arbeiten in speziellen Einrichtungen, einem Berufsbildungswerk oder einer Werkstatt für behinderte Menschen. Die Arbeitslosenquote von behinderten Menschen ist immer noch doppelt so hoch, wie die von nicht behinderten Menschen. Die, die es dennoch auf den allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen, arbeiten häufig unter prekären Arbeitsbedingungen. Selbst Akademiker*innen mit Behinderungen sind häufiger auf der Suche nach einem Job, als ihre Mitstudierenden.
Ich habe also das Glück, mir gerade den Job auszusuchen, den ich machen möchte. Doch Inklusion wäre, wenn alle Menschen mit Behinderungen diese Möglichkeit hätten.

« »
  1. Genau das ist das Problem des Mangels !

    Diese Überlegungen würden Dich eigentlich NICHT (benachteiligend) treffen !
    … wärst Du stark und unabhängig !

    Aktuelle Behindertenprogramme machen DICH jedoch abhängig (vogelfrei).
    Du bist nicht nur Opfer Deiner Erkrankung !
    Du bist Opfer der „Betreuungs-Maffia“.
    und/oder Opfer der Behinderten-Kasernierung.

    Als arbeitsfähiger Behinderter (3+ Stunden pro Tag Arbeitsfähigkeit)
    bist Du in einer anderen Betreuungssituation.
    Aber dem Jobcenter ausgeliefert..
    Hier werden andere Experimente mit Dir durchgeführt.
    Arbeit-Macht-Reich — Parieren macht stark !
    Zweifel daran machen Dich kaputt.
    (Bis hin zum Hungerstod oder Suizid)

    Inklusion ist ein Fremdwort — ohne Sinn und Inhalt — ohne Hilfeplanung.

    Integration (Teilhabe) wäre womöglich schon verwerflich begrifflich besetzt.
    … als TEILHABE an einer Ausweisung, Abschiebung oder Ausgrenzung …

    … eine rein negative Begriff-Besetzung

    Die Teilhabe an Positivem wird nirgends fix verwaltungsrechtlich beschlossen.

    TEILHABE
    ist gesetzlich in 11 Bereichen gesetzlich (SGB) definiert und vorgegeben.

    … eigentlich, soweit keine finanziellen Vorgaben dieses aufheben würden.

    Verwaltungsrecht versus Sozialrecht.
    Der Fürsorgebefohlene ist offensichtlich ein reiner Kostenfaktor geworden.

    (lex 2004, 2005, 2011, pp. — Umbau des SGB — blindäugig & rassistisch)

    golinski
    hartz4opfer.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.