Würdevoll leben ohne Geld

Kaufen, kaufen, kaufen. Bis in die privatesten Lebensbereiche fällt es schwer, sich dem heute herrschenden Hyperkapitalismus zu entziehen.

Der Wert eines Menschen wird heute abgelesen an seiner Kaufkraft oder an seiner Attraktivität, die wiederum immer mehr künstlich an die Kaufkraft gekoppelt wird: Als schön gelten unnatürlich weiße Zähne und überteuerte Markenklamotten, wer ein Auto kauft, kauft ein Image und ein Lebensgefühl gibt es gleich gratis dazu.

Gerade die, die nicht viel haben, versuchen, ihre Lage mit dem Kauf von Statussymbolen zu kompensieren – und werden gezielt dazu verführt, ihre knappen Geldmittel für unnötige Waren auszugeben, Kredite sind leicht zu haben, über die hohen Zinsen kann man ja später nachdenken. Und es gibt Menschen, die darauf keine Lust mehr haben. Sie entsagen dem lächerlichen Credo „Ich habe, was ich bin“ und erheben sich eigenmütig aus dem Status des Konsumschafs.


Ein Leben ohne Geld ist sicher nicht leichter oder bequemer, aber dafür ungleich freier. Manche Menschen schaffen es durch moderne Tauschnetzwerke, andere gehen tatsächlich in die Wälder und finden ihr Auskommen mit dem, was die Natur zu bieten hat. Es gibt Möglichkeiten, sich zu entziehen, und es gibt in fast jeder deutschen Stadt Ansprechpartner oder Bücher, die einem dabei beraten können.

Nichts von den Dingen, die wir besitzen, kann unsere Persönlichkeit widerspiegeln. Das Leben ist keine Joghurtwerbung – es ist in Wirklichkeit etwas noch viel Größeres und Wunderbares, der Kosumwahn versperrt uns nur den Blick darauf.

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  1. Guter Beitrag, aber ich würde zumindest was das „…ein Image und ein Lebensgefühl gibt es gleich gratis dazu.“ noch etwas weiter gehen. Bei Autos mag es sich noch die Waage halten, aber zumindest bei Bekleidungsartikel kauft man sich ein Image und ein Lebensgefühl und kriegt gratis noch ein paar Schuhe (Jeans, T-Shirt… ) dazu. Adidas, BOSS und Co. sind längst keine Bekleidungsartikelhersteller mehr (das machen längst irgendwelche Subunternehmer in Fernost), sondern verdienen ihr Geld damit ein Image bzw. Lebensgefühl zu kreieren was übrigens auch deutlich teurer ist als der eigentliche Herstellungsprozess.

    Persönlich finde ich es geradezu beleidigend, andere Leute dafür bezahlen zu sollen mir ein Image zu verkaufen, aber will gar nicht behaupten ganz drum herum zu kommen. So oder so Respekt vor Leuten die das zumindest weitgehnd schaffen.

  2. Die heutige Finanz-Krise zeigt „zum Glück“ vielen Mensch, dass das momentane monetäre System leicht ins Wanken geraten kann (wer wissen was für ein Luftschösschen das Geldsystem ist sollte sich z.B. mal Quark & Co vom 19. Mai 2009 oder „Zeitgeist Addendum“ runterladen und ansehen) und dass es Zeit ist, sich nach Alternativen umzusehen. Mir scheint dass die Zahl an LOVOS, Freeganer etc. stetig zunimmt (zumindest treffe ich immer mehr Leute, die in diese Richtung denken). Ich kann zu dem Thema nur wärmsten das Buch „How to be free“ von Tom Hodgkinson empfehlen, das neben Inspirationen zum Wie auch den geistigen Unterbau liefert.

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