Raul Krauthausen - Aktivist

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3. Zoar-Symposium zur Zukunft sozialer Teilhabe

Donnerstag, 15. November 2018 von 08:30 bis 16:00

Die Zukunft sozialer Teilhabe
Neue Wege gehen – Weiterentwicklung der Werkstattleistung zugunsten einer
personenzentrierten Teilhabe an Bildung, Arbeit und Gesellschaft
Die Digitalisierung der Arbeitswelt, die auch in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung
ankommen wird, hat positive und negative Seiten. Als positiv ist die Arbeitsunterstützung zu werten.
Digitalisierte und automatisierte Prozesse vereinfachen sowohl Arbeitsabläufe als auch
Bildungsmaßnahmen. In negativer Hinsicht könnten Arbeitsprozesse eintöniger und weniger
anspruchsvoll werden. Fakt ist, dass sich Werkstätten in einem gravierenden Veränderungsprozess
befinden, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Wie empfinden die Menschen das, die es konkret
betrifft? Was möchten Menschen mit Beeinträchtigung eigentlich selbst, wenn es um ihre
Lebensplanung geht?
Vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention und des Bundesteilhabegesetzes ist der
Ruf nach einer Flexibilisierung der Werkstattleistung lauter geworden. Menschen mit Behinderung
fordern ihre Rechte, die Berücksichtigung ihrer Wünsche und Belange viel vehementer ein als noch
vor Jahren. Wurden in den siebziger Jahren, der Geburtsstunde zahlreicher Behindertenwerkstätten,
noch einheitliche Maßstäbe angesetzt und Menschen mit Lernbehinderung sowie Menschen mit
einer Schwerstmehrfachbehinderung dort ohne Unterschied „gesammelt“, wurden in den letzten
Jahren vermehrt passgenaue Angebote auf zum Teil dezentralen Arbeitsplätzen gemacht.
„Sonderwelten“ sollen abgeschafft werden. Menschen mit Behinderung inmitten der Arbeits-, Wohnund
Freizeitwelt von Menschen ohne Behinderung. Hier hat der Begriff Inklusion prägenden
Nachklang hinterlassen. Auch der Ruf nach der Abschaffung der Werkstätten für Menschen mit
Behinderung wurde in diesem Zusammenhang laut. Daran ist deutlich zu erkennen, wie rasant die
Entwicklung im Fachbereich Eingliederungshilfe voranschreitet; so rasant, dass viele Fragen offen
bleiben beziehungsweise neu entstehen – zum Beispiel: Werden die Werkstätten schließlich eine
„Restmenge“ von schwerstmehrfachbehinderten Menschen fördern, unterstützen und betreuen?
Welche Unternehmenssysteme und Rahmenbedingungen würden Arbeitgeber des allgemeinen
Arbeitsmarkts dazu bewegen, mehr Menschen mit Behinderung einzustellen? Wie fällt der
Kostenvergleich aus – angepasste Unterstützungssysteme auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und
Werkstattvergütungen?
Alexandra Koch | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zoar | Oktober 2017
Digitalisierung bezieht sich auf die gesamte Lebenswelt
Welche Kompetenzen müssen Mitarbeiter mitbringen, die diese Unterstützungsfunktion in der
Begleitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erbringen? Die geprüfte Fachkraft für Arbeits- und
Berufsförderung wird mit neuen Anforderungen konfrontiert werden; Anforderungen mit
Dienstleistungscharakter, die sich auf den Schwerpunkt „Berufsbildungs- und Integrationsservice“
konzentrieren. Welche Chance zukünftiger Integration bietet die moderne Arbeitswelt 4.0? Bringt es
uns weiter? Oder ist es nur einer der Ansätze möglicher Veränderungen? Sind zum Beispiel
Lesebrillen, die vorlesen, und interaktive Videos für den lehrenden Einsatz in der Beruflichen Bildung
sowie technische Hilfsmittel zur Unterstützung bei Sprachbehinderungen und
Bewegungseinschränkungen uneingeschränkt förderlich und mehrheitlich erschwinglich? Oder
lenken sie uns nur ab von den eigentlichen Fragen und veränderungsbedingten Irritationen. Egal,
welcher Umfang an Bedeutung der Digitalisierung zugemessen wird, die zukünftigen Auswirkungen
werden sowohl die berufliche als auch die soziale Teilhabe umfassen.
Wie funktioniert moderne Teilhabe am Arbeitsleben? Das Wunsch- und Wahlrecht der Menschen mit
Beeinträchtigung ist das eine. Förderliche Rahmenbedingungen für die Schaffung weiterer
Möglichkeiten der Teilhabe an Arbeit in Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts sind das
andere. Flexibilisierung ist hier das Zauberwort. Flexibilisierung in punkto „Werkstattleistung“,
„Prozessoptimierung“ und „Angebots- und Organisationsentwicklung“. 4.0 könnte ein neues
Geschäftsfeld der Werkstätten werden, denn Flexibilisierung bedeutet auch, dass sich die Arbeitsund
Bildungsangebote der Werkstätten weiterentwickeln. Dazu gehört zum Beispiel auch, moderne
Medien und Techniken einzusetzen. Die Entwicklungen, die eine moderne Arbeitswelt mit Arbeit 4.0
mit sich bringt, bieten zukünftig zahlreiche Möglichkeiten zur flexiblen Gestaltung nicht nur der
Teilhabe am Arbeitsleben. Nein, diese Entwicklungen werden auch den Blickwinkel auf die Teilhabe
an der Gesellschaft allgemein verändern. Die frühzeitige Auseinandersetzung mit derlei großen
Herausforderungen ist wichtig und lässt Zeit und Raum, um passgenaue Möglichkeiten auszuloten.
Das Thema 4.0, Digitalisierung der Arbeit, kommt auch in den Werkstätten für Menschen mit
Behinderung an. Dem möchten wir uns beim 3. Zoar-Symposium widmen.
Das Evangelische Diakoniewerk Zoar veranstaltet alle zwei Jahre ein Symposium zu wechselnden
Fachthemen. Dieses Symposium ist über die Grenzen der Nordwest-Pfalz bekannt und wird von
Fachleuten geschätzt. In 2018 beschäftigt sich unser Symposium, an dem immer um die 500
Besucher teilnehmen, mit Themen der Eingliederungshilfe (Arbeit und Wohnen für Menschen mit
Beeinträchtigung). Schwerpunktthema wird sein: Arbeitswelt 4.0 | Digitalisierung der Arbeit.

Details

Datum:
Donnerstag, 15. November 2018
Zeit:
08:30 bis 16:00
Website:
https://www.zoar.de

Veranstaltungsort

Stadthalle Kirchheimbolanden
Dr.-Edeltraud-Sießl-Allee 4
Kirchheimbolanden, 67292 Deutschland
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