Raul Krauthausen - Aktivist

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KRAUTHAUSEN – face to face: Laura Gehlhaar, Autorin

In der Sendung „KRAUTHAUSEN – face to face“ lade ich als Moderator Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Medienleute mit und ohne Behinderung zum Talk ein. In “face to face”-Gesprächen tausche ich mich mit einem jeweiligen Gast über künstlerisches Schaffen, persönliche Interessen und Lebenseinstellungen aus. Und natürlich geht es auch ab und zu um das Thema Inklusion.

Als achten Gast hatte ich die Autorin Laura Gehlhaar zu Besuch:

Zum Video mit Gebärdensprache hier entlang.

In dieser Ausgabe hat Raul Krauthausen die wunderbare Laura Gehlhaar zu Gast.
Sie sprechen über ihre Arbeit als Autorin und Bloggerin sowie über das Tabu Sex und Behinderung.

Weitere Informationen zu Laura Gehlhaar: fraugehlhaar.wordpress.com

Erstausstrahlung: 18.02.2017, 9.30 Uhr, Sport 1

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Über Political Correctness

 
Sprache hat Macht: Wahrscheinlich haben wir alle schon einmal etwas als „behindert“ bezeichnet. Oder jemanden „Krüppel“ oder „Spasti“ genannt. Im funk-Nachrichtenformat INFORMR habe ich über die Notwendigkeit von Political Correctness gesprochen.

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KRAUTHAUSEN – face to face: Joana Zimmer, Musikerin

In der Sendung „KRAUTHAUSEN – face to face“ lade ich als Moderator Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Medienleute mit und ohne Behinderung zum Talk ein. In “face to face”-Gesprächen tausche ich mich mit einem jeweiligen Gast über künstlerisches Schaffen, persönliche Interessen und Lebenseinstellungen aus. Und natürlich geht es auch ab und zu um das Thema Inklusion.

Als siebten Gast hatte ich die Musikerin Joana Zimmer zu Besuch:

Zum Video mit Gebärdensprache hier entlang.

Jahrelang hat die Musikerin am ersten eigenen Album gearbeitet und großes Lob von allen Seiten bekommen. Doch kurz bevor das Album veröffentlicht werden soll, stoppt die Produktionsfirma alles. Wie Joana Zimmer dennoch die Charts stürmte, erzählt sie in dieser Sendung.

Weitere Informationen zu Joana Zimmer: joanazimmer.com

Erstausstrahlung: 17.12.2016, 9.30 Uhr, Sport 1

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Krauthausen trifft: Margarete Stokowski über Sexismus im US-Wahlkampf

 
Im ze.tt-Videoformat „Krauthausen trifft“ spreche ich mit Menschen, die inspirieren, über ein aktuelles Thema.
Diesmal mit: Margarete Stokowski.

Die Autorin und Journalistin Margarete Stokowski hat gerade ihr neues Buch „Untenrum frei“ veröffentlicht. Darin geht es um eine gesamtgesellschaftliche sexuelle Befreiung. Aber wie können wir das erreichen, wenn uns gleichzeitig Politiker*innen wie Donald Trump ein genau gegenteiliges antiquiertes Bild vorleben? Ich habe nachgefragt.

(sb)

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Das #Heimexperiment – Fünf Tage lebenslänglich

Leben im Behindertenheim. Aus Kostengründen. Alternativlos. Das geplante Bundesteilhabegesetz kann genau das bedeuten, wenn nicht konsequente Änderungen im Gesetzestext stattfinden.
Weil alle bisherigen Protest-Aktionen die entscheidenden Änderungen nicht gebracht hatten, entschied sich die Aktivistengruppe AbilityWatch für ein drastisches Projekt: Ab ins Heim und selbst ausprobieren, was ein Leben in Abhängigkeit bedeuten kann.

“Ambulant vor stationär”

Das geplante Bundesteilhabegesetz kann das Leben vieler Menschen mit Behinderung sehr verändern. Ganz besonders betroffen wären behinderte Menschen, die bereits in einem Heim wohnen, jetzt aber ausziehen und mit Assistenz in einer eigenen Wohnung leben wollen. Und Menschen, denen im Laufe ihres Lebens eine Behinderung passiert: Durch Unfall oder Krankheit. 90% aller Behinderungen passieren im Laufe des Lebens.

Wenn ein Mensch durch eine Behinderung im Alltag Unterstützung benötigt, ist dies außerhalb eines Behindertenheimes durch so genannte Assistenten*innen möglich, deren Job es ist, erforderliche Hilfsarbeiten zu übernehmen.
Entweder arbeiten die Assistenten*innen direkt für den behinderten Menschen, der sie aus dem Persönlichen Budget finanziert. Oder sie sind bei Unternehmen angestellt, die direkt vom Sozialamt bezahlt werden.
Abhängig von der Art einer Behinderung sind im Alltag unterschiedliche Hilfen erforderlich: Unterstützung beim Aufstehen, Waschen, Ankleiden, Essen machen, Hilfe bei Toilettengängen. Der zeitliche Bedarf an persönlicher Assistenz ist je nach Grad der Behinderung vollkommen verschieden.
Die persönliche Assistenz soll Menschen mit Behinderung die gleichberechtigte Teilhabe am Leben ermöglichen. Das heißt: Assistenz ist nicht optional, sondern ein Menschenrecht.
Das Neunte Sozialgesetzbuch (SGB IX) regelt, welche Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe erbracht werden müssen. In diesem Gesetzbuch war bisher festgelegt, dass der Grundsatz „ambulant vor stationär“ gilt.
Aber genau dieser wichtige Punkt wurde nicht mit ins Bundesteilhabegesetz übernommen.
Bis jetzt wurde Assistenznehmern also ermöglicht, selbstbestimmt über das eigene Leben zu entscheiden. Dazu gehört natürlich ganz klar die Wahl des Wohnortes, die Entscheidung mit wem man zusammenleben möchte – und auch sehr wichtig: Welcher Assistent die Hilfsaufgaben übernimmt, die bei pflegerischen Maßnahmen sehr intim werden können. Oder auch Assistenten*innen ablehnen zu können, die nicht so arbeiten, wie man es sich wünscht, grob oder indiskret sind.

Was verändert sich durch den Wegfall des Grundsatzes „ambulant vor stationär“?
Am besten erklärt es sich an einem Beispiel: Ein bisher nicht-behinderter Mensch hat einen Unfall. Nach Krankenhaus- und Reha-Aufenthalt steht schließlich fest: Ohne Hilfe im Alltag wird dieser Mensch nicht leben können; er wird Unterstützung beim Aufstehen, beim Einkaufen usw. benötigen.
Bisher wären diesem Menschen Assistenzleistungen nach Bedarf bewilligt und nach der Regelung „ambulant vor stationär“ alle anfallenden Kosten übernommen worden.
Da jetzt aber dieser Punkt wegfällt, könnte dem neu-behinderten Menschen stattdessen ein Heimplatz angeboten werden, der kostengünstiger als eine individuelle Assistenz wäre.
Wenn der Mensch diesen Platz ablehnte, würde ihm nur noch ein Assistenz-Budget in Höhe der Kosten des Heimplatzes bewilligt, von denen aber eben nicht Assistenz im notwendigen Ausmaß bezahlt werden könnte. Und dem Menschen würde schließlich keine andere Wahl bleiben, als den Behindertenheimplatz zu akzeptieren.

Ab ins Heim

Als immer klarer wurde, dass sich das geplante Bundesteilhabegesetz in eine gefährliche Richtung entwickelt, riefen

Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

im Spätsommer verschiedene Behinderten-Aktivisten zum Krisentreffen zusammen. Die vergangenen Gespräche mit Politikern, die öffentlichen Diskussionen, publikumswirksamen Demonstrationen, Protest-Aktionen bei Inklusionsveranstaltungen der Parteien und eine erfolgreiche Petition hatten nur bescheidene Resultate gebracht.

Während die Presse sich interessiert zeigte, blieben die entscheidenden Politiker – bis auf wenige Ausnahmen – konsequent fern.

Den Aktivisten war klar: Jetzt müssen andere Wege beschritten werden. Man diskutierte was möglich ist, was eventuell zu weit geht und was man sich ab jetzt nicht mehr bieten lassen würde. Ein Ergebnis dieser Tage war die Gründung der Disabled People’s Organisation (DPO) AbilityWatch. Das Motto: Nichts über uns, ohne uns!.
Einer der schwerwiegendsten Punkte im geplanten Teilhabegesetz wäre der Verlust der Selbstbestimmung. Wenn Menschen gegen ihren Willen in Heime gezwungen würden.
Deshalb stand dieses Thema bei den Aktivisten ganz oben auf dem Aktions-Plan:

Dann probieren wir das einfach aus. Und weisen uns selber ein!

Raus aus dem selbstbestimmten Leben mit Assistenz – ab ins Heim. Schnell war klar, dass der „Prominenteste“ der Gruppe die Idee in die Tat umsetzen sollte, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen: Raúl Krauthausen.
Damit das Ganze ein großes Publikum erreichen würde, mußte ein guter Medienpartner her. Eine Produktionsfirma, die mit Stern TV zusammenarbeitet, gab erstaunlich schnell grünes Licht: Stern TV war mit im Boot! Um dem Publikum später Raúls Erlebnisse präsentieren zu können, stellte die Produktionsfirma ihm eine versteckte Kamera.
Zunächst musste ein passendes Heim gefunden werden. Dabei war klar: Es geht nicht darum, ein bestimmtes Behindertenheim vorzuführen, sondern allgemein mehr über das Leben in einer derartigen Einrichtung zu erfahren.
Und man musste sich überlegen, wie man verhindert, dass Raúl sofort erkannt wird. So vorteilhaft die „Prominenz“ für starke Medienpartner war, so sehr barg sie die Gefahr aufzufliegen. Frederik & RaulSein Klarname konnte für die Anmeldung im Heim natürlich nicht verwendet werden. Ein anderer Name musste her. Und eine Story, die seinen Aufenthalt im Heim plausibel machte. Also nahm Raúl leihweise die Identität seines alten Schulfreundes Frederik Heinrich. an.

Schließlich könnte es sein, dass man ihn zur Identifikation nach seinem Personalausweis fragen würde. Eine echte Krankenkassenkarte wäre nicht nötig, der Aufenthalt würde privat bezahlt werden. Frederik ist im gleichen Alter und ebenfalls Glasknochenbesitzer. Die 20 cm Größenunterschied würde man hoffentlich nicht bemerken: Das Klischee, dass Menschen mit Glasknochen sich alle irgendwie ähnlich sehen, wurde nun zum Vorteil.
Aus Raúl wird Frederik. Mit Stern TV ging es noch zum Friseur, eine andere Brille wurde besorgt, Jogging-Klamotten in Kindergröße im Krankenhaus-Style geshoppt und die „Mann mit der Mütze“-Kopfbedeckungensammlung würde Zuhause bleiben. Ebenso der große und auffällige elektrische Rollstuhl. Auch wenn das bedeutete, dass Raúl in seinem kleinen Schieberollstuhl sehr auf Hilfe angewiesen wäre. Kurze Strecken könnte er selbständig damit zurücklegen. Aber wenn es darum ginge, das Haus zu verlassen, würde das alleine nicht möglich sein.

Die fiktive Frederik-Geschichte:
Frederik wohnt noch Zuhause bei der Mutter und arbeitet in Berlin in einer Behindertenwerkstatt. Weil die Mutter verreist, muss Frederik in die Kurzzeitpflege. Sein „Cousin“ – ein Assistent von Raúl – bringt ihn ins Heim und wird ihn dort regelmäßig besuchen, um Speicherkarten aus der versteckten Kamera auszutauschen.

Zum Schluss waren sich alle einig: Das könnte klappen!

Raúls Heimtagebuch

Tag 1:

Fahre zusammen mit meinem Assistenten per Bahn zum Heim. Mir ist mulmig. Was wird mich erwarten? Zum Glück gibt es nachher noch ein Treffen mit den Stern TV-Leuten, die ich schon kenne. Danach wird es echt ernst.

Stern TV-Treffen vorbei, man hat mir nochmal alles zum Thema Kamera, Speicherkarten usw. erklärt, wir haben für Mitte der Woche ein weiteres Treffen verabredet. In einem kleinen Accessoire trage ich nun auf meinem Schoß den ganzen Tag eine versteckte Kamera mit Mikro mit mir herum. Hoffentlich fällt es mir nicht runter und alles fällt auseinander.

Gegen Nachmittag schiebt mein Assistent mich die letzten Meter zum Heim. Das mulmige Gefühl wächst.

Die ersten Begegnungen mit den Mitarbeitern: Alle nett. Man ist sich wohl nicht so sicher, ob man mich duzen oder siezen soll. Auch spricht man mehr mit meinem Assistenten/Cousin als mit mir und erklärt ihm alles notwendige. Wenn ich etwas aus dem Kühlschrank der Heimbewohner möchte, einen Joghurt oder so, muss ich fragen. Weil einer der Heimbewohner zu viel ißt, hat man ihn abgeschlossen. Ich stutze.
Ich werde von zwei Stationen betreut, der einen morgens, der anderen abends. Es fallen Worte wie „Entlastung” und ich fühle mich schon jetzt wie eine Last, die man nicht einer Station alleine aufbürden will.
Ich habe einige Probleme in meine Rolle zu finden. Fühlt sich an wie betrügen.

Man zeigt mir mein Zimmer. Ein kahler Raum mit Krankenhausbett, Krankenhausnachttisch und Schrank. Kein Schreibtisch. Keine Nachttischlampe. Auf der Matratze liegt eine Auflage gegen mögliches Einnässen.

Ich treffe die anderen Heimbewohner, alle super nett. Ich bin der einzige ohne E-Rolli. Damit sind alle anderen eindeutig schon mal selbständiger als ich.

Ich war noch nicht auf der Toilette. Habe große Hemmungen mit Fremden zu gehen. Schließlich bitte ich darum, als es nicht mehr anders geht. Der Schock: Gleich drei Mitarbeiter gehen mit. Ein Mann und zwei Frauen. Sie wollen gemeinsam sehen, wie es geht, mich aufs Klo zu setzen. Alle haben blaue Handschuhe an. Ich muss an eine Dokumentation über eine Fischverarbeitungsfabrik denken, in der die Mitarbeiter blaue Handschuhe trugen. Warum sind die hier nicht einfach hautfarben? Es wirkt klinisch. Die Tür zum Stationsflur steht weit offen, ich traue mich nicht etwas zu sagen. Hoffe, dass jetzt niemand vorbeigeht oder -rollt.

Gemeinsames Abendessen. Mein Rollstuhl ist zu klein für den Esstisch. Ich sitze an einem kleinen Beistelltisch. Fühlt sich nicht gut an. Das Essen schmeckt. Ob es auch Alkohol gibt? Einen Wein oder Bier zum Abendessen trinken wir Zuhause gerne mal.

Ich werde ins Bett gebracht. Es ist 21:00 Uhr. Man hat mir „empfohlen“, zwischen 21:00 und 23:00 Uhr ins Bett zu gehen, weil vor dem Schichtwechsel noch mehr Personal da ist. Aber was, wenn am Wochenende mehrere Leute auf Partys gehen oder ins Kino mit Freunden? Oder auf ein Date? Gibt es am Wochenende dann nach 23:00 Uhr mehr Personal?
Es gibt einiges, was ich in den nächsten Tagen unbedingt noch herausfinden möchte.

Tag 2:

Ich liege im Bett und warte. Man hatte mich gefragt, wann ich aufstehen möchte und ich hatte gebeten um 8:30 Uhr. Jetzt ist es nach 9:00 Uhr.

Kurz nach 9:00 Uhr kommen zwei Mitarbeiter, klopfen zwar, aber lassen die Tür zum Flur offen. Jeder kann in mein Zimmer schauen, während ich aus dem Bett gehoben werde.
Man fragt mich, ob ich duschen möchte und ich bejahe. Welcher Pfleger mich duscht, scheine ich nicht entscheiden zu dürfen und ich habe das Pech, dass sich der laute, gröbere Pfleger gleich an die Arbeit macht. Plötzlich steht eine weitere Pflegekraft im Bad. Ich bin nackt. Privatsphäre gleich Null. Ich schäme mich.

Frühstück mit den Mitbewohnern. Trotzdem ich weiterhin am „Katzentisch“ sitze, komme ich ins Gespräch. Einige Mitbewohner haben einmal pro Woche Assistenz für individuelle Unternehmungen. Einmal pro Monat gibt es einen so genannten „Kreistag“, an dem die Bewohner mit einer Pflegekraft rausgehen können.
Unter den Mitbewohnern gibt es ein Paar. Die beiden haben zusammengelegte Zimmer.

Ich bin den Vormittag über alleine, die anderen Mitbewohner arbeiten in der Behindertenwerkstatt, die sich direkt auf dem Heimgelände befindet.

Die Mittagszeit ist stressig, die Mitbewohner kommen zum Essen nach Hause. Gibt mir das Gefühl, dass das Leben im Heim mit Arbeit in der Werkstatt in sehr kleinem Lebensradius stattfindet. Jeder muss aufs Klo.

Gemeinsames Essen. Ich frage, ob denn auch Essenswünsche berücksichtigt werden. Ja, wenn die Pfleger abends Zeit haben geht das. Oder mal am Wochenende. Am besten, wenn man sich mit anderen Bewohnern abspricht und sich alle dasselbe wünschen. Unter der Woche gibt es pro Tag drei Essen zur Auswahl, am Wochenende zwei. Man muss sich für den Wochenspeiseplan bereits eine Woche vorher festlegen. Und zwar für die gesamte Gruppe! Alle Bewohner einer Gruppe bekommen also pro Tag dasselbe Essen. Für Vegetarier oder Veganer gibt es nur die Beilagen. Morgen ist Schnitzeltag. Moslems müssen das Schnitzel eben weglassen. Ob die Soße dann doch Fleischbestandteile enthält, ist Pechsache.

Gespräch beim Essen:
Ein Bewohner saß nicht richtig und wollte richtig hingesetzt werden.
Bewohner:

Du musst warten, das hast du ja gelernt. Gleich kommt jemand.

Ich:

Warum warten? Wo sind denn die Pfleger?

Bewohner:

Beim Rauchen, die kommen gleich.

Ich:

Aber das ist doch doof, wenn man nicht richtig sitzt und es vielleicht sogar weh tut.

Bewohner:

Ja, für die Raucher ist das doof, wenn man gestört wird.

Ich frage eine Pflegerin, ob mir jemand das Gelände zeigen kann. Keine Zeit. Vielleicht in den nächsten Tagen mit den Pflegeschülern.

Nachmittags holt mich mein Assistent/“Cousin“ für ein paar Stunden aus dem Heim ab zum Speicherkartenwechsel. Wir trinken zusammen Kaffee im Hotel-Restaurant. Es fühlt sich nach Freiheit an. Mit Absicht komme ich zu spät ins Heim zurück, habe das Abendessen verpasst. Möchte sehen, was passiert. Aber es ist alles ok.

Ich sage heute nicht Bescheid, wann ich ins Bett möchte, sondern warte, wer wann kommt. Um 21:20 Uhr kommen drei Pflegekräfte, scheinbar wird immer noch eingewiesen. Alles Frauen. Ich finde es ungewohnt mich von Frauen pflegen zu lassen. Es gibt scheinbar keine Möglichkeit, gleichgeschlechtliche Pfleger zu haben, wenn der Dienstplan es nicht zulässt. Der Plan wird also wohl nicht mit Rücksicht auf diese Bedürfnisse der Bewohner erstellt. Ich fühle mich entsexualisiert.

Tag 3:

Ich liege im Bett und wurde gestern nicht gefragt wann ich aufstehen möchte. Es ist 8:30 Uhr. Wann wohl jemand kommt?

Um 9:05 Uhr kommt eine Pflegekraft, die ich noch nicht kenne. Ohne vorher anzuklopfen steht sie plötzlich vor meinem Bett. Beim Anziehen frage ich nochmal nach, ob mir jemand das Heimgelände zeigen könnte.

Nach dem Frühstück kommen zwei Pflegeschülerinnen, die eine schiebt mich übers Gelände (ich vermisse meinen E-Rollstuhl immer mehr!). Ich stelle Fragen und bekomme einige Antworten: Zum Teil sehr private Infos über Mitbewohner, die ich nicht hören möchte. Aber auch: Manche Bewohner haben erzählt, dass sie sich in der Werkstatt langweilen. Und man kann Alkohol im Heim trinken.
Ich frage weiter: Warum ist der Dienstplan für die Heimbewohner nicht einsichtig? Dann könnte man sich darauf einstellen, welche Pflegekraft wann da ist und man hätte mehr Überblick.
Schulterzucken bei den Pflegeschülerinnen.
Plötzlich habe ich das Gefühl, dass ich zu viele Fragen stelle. Ich möchte nicht auffallen.

Als wir wieder zurück im Heim sind, frage ich explizit nach einem bestimmten Pfleger für den Toilettengang. Es klappt.
Ich habe ein bisschen Hunger, ein Joghurt wäre jetzt super. Aber der der Kühlschrank ist ja zugeschlossen und gerade kein Pfleger in Sicht.

Mittagessen mit den Mitbewohnern. Ich mag sie alle und höre ihnen gerne zu.

Nach dem Mittag quatsche ich mit ein paar Bewohnern. Manche würden schon gern länger wachbleiben, aber abends rausgehen ist nicht so leicht. Es gibt im Ort ein Kino, aber Kinogänge zu organisieren ist wohl schwierig. Eine Teestube gibt es auf dem Gelände, manchmal ist da Disko. Freitags ist sie geschlossen. Aber da wäre man ja nur unter sich und würde ewig dieselben Gesichter sehen.
Einige Bewohner sehen das hier als ihre letzte Bleibe. Trauen sich nicht auszuziehen.

Mein „Cousin“ holt mich ab. Wir treffen uns mit dem Stern TV-Redakteur und gehen zusammen essen. Ich fühle mich für kurze Zeit, als würde mein echtes Leben wieder stattfinden. Ich esse, wonach mir ist, trinke ein halbes Glas guten Wein, mein mir vertrauter Assistent bringt mich auf die Toilette. Ich bestimme, was wie und wann passiert.

Gegen 23:20 Uhr kehre ich ins Heim zurück. Die Tür ist zu. Wir klingeln, ich bin leicht besorgt, was jetzt passiert. Alles kein Problem. Ich bitte den Nachtpfleger noch um einen Joghurt, esse die Kleinigkeit und werde danach ins Bett gebracht.

Ich liege im Bett und bin kurz davor einzuschlafen. Plötzlich stürmt eine Pflegerin ins Zimmer, Licht an, kein Anklopfen vorher. Sie wisse, wer ich sei, habe ein Video auf YouTube über mich gesehen. Nichts von wegen in einer Werkstatt arbeiten, ein Doktor sei ich. Ob ich sie hier ausspionieren wolle oder was. Mir wird ganz schlecht vor Schreck: Ich bin entlarvt! Bis ich begreife, dass sie gar nicht Raúl Krauthausen entdeckt hat, sondern ein altes Video über meine Leih-Identität Frederik, der tatsächlich Doktor für Bio-Chemie ist. Erleichterung. Trotzdem fühle ich mich so kurz vorm Einschlafen mit der Situation überfordert, stottere etwas davon, dass sie mich mit dem Frederik aus dem „Marienhof“ verwechselt. Der Charakter in der Vorabendserie trägt den selben Namen wie mein alter Schulfreund. Aber sie widerspricht. Es ginge nicht um Marienhof, sondern um einen Doktor aus Berlin, der ebenfalls Frederik Heinrich heisst und der bestimmt nicht in einer Behindertenwerkstatt arbeitet! Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll und versuche das Gespräch zu beenden, ich sei müde und möchte jetzt meine Ruhe. Schließlich geht sie.
Muss ich das Experiment abbrechen?

Tag 4:

Ich habe ein bisschen Sorge vor dem kommenden Tag. Was wird mich erwarten? Wissen jetzt alle Bescheid? Alle Pflegekräfte? Vielleicht auch alle Bewohner? Wie werden sie mit mir umgehen? Fühlen sie sich betrogen? Und haben sie damit vielleicht auch Recht? Aber hätten wir es anders machen können – das Leben im Heim auszuprobieren und damit aufmerksam zu machen, was das alles bedeutet? Welche Abhängigkeiten dadurch entstehen? Ich bin hin- und hergerissen.
Um kurz nach 9:00 Uhr kommt der Pfleger. Ich warte, ob er mich auf die Entdeckung der Kollegin anspricht. Aber nichts.
Beim Frühstück mit den Mitbewohnern ist alles wie immer. Die Pflegerin scheint nichts erzählt zu haben. Dabei hatte sie noch gesagt, es gingen die wildesten Gerüchte über mich um. Ich werde mich heute unauffällig verhalten.

Den Vormittag über bin ich wieder alleine, die anderen sind wie immer in der Werkstatt. Ich denke viel nach. Ja, ich veranstalte hier eine Undercover-Sache und man kann auch sagen, dass ich etwas vorspiele. Trotzdem finde ich es nicht in Ordnung, dass ich als Bewohner von Pflegekräften gegoogelt und damit quasi ausspioniert werde. Und noch schlimmer finde ich, dass ich damit in einer Abhängigkeitssituation konfrontiert werde: Im Bett liegend. Ich kann mich nicht selbständig aus der Situation herausbewegen, kann nicht einfach das Zimmer verlassen. Kann nicht aktiv reagieren. Ein respektvolles Miteinander ist etwas anderes.

Beim Toilettengang wird wieder die Tür zum Heimflur offen gelassen. Als draußen Leute vorbeigehen werde ich mutiger und fordere den Pfleger auf, die Tür zu schließen. Er macht es.

Am Nachmittag besuche ich eine Mitbewohnerin in ihrem Zimmer und sie erzählt über ihr Leben vor diesem Heim. Wir fahren zusammen zum gemeinsamen Abendbrot mit den übrigen Bewohnern. Danach schauen einige zusammen Fernsehen im Essensraum. Ich auch.

Ich liege im Bett. Es ist die letzte Nacht. Ich bin sehr nachdenklich. Einige der Mitbewohner, die ich hier kennenlernte, werde ich auf jeden Fall vermissen. Was mich sehr stört hier sind die Massen an Leuten, die ständig im Heimflur unterwegs sind: Pflegekräfte, Putzleute, Reparaturservice, Caterer usw. Man hat da schnell den Überblick verloren und kommt sich wie auf einem Bahnhof vor. Ganz besonders, wenn dann noch bei Toilettengängen die Türen weit offen stehen gelassen werden und alle diese Leute einem zuschauen können, wie man gerade auf dem Klo sitzt.
Ich wünsche mir, dass Planer von Heimen und Prozessen selber einmal hier leben müssen.

Tag 5:

Letzter Tag.
Wie jeden Morgen, werde ich später geweckt als ich gebeten hatte. Aber heute ist es mir egal.

Alles läuft wie automatisch ab, aufstehen, frühstücken, ich verabschiede mich schnell von den Mitbewohnern, mit denen ich die letzten Tage zusammengelebt habe. Alle sind schon in Eile, um noch schnell auf die Toilette und dann in die Werkstatt gebracht zu werden.
Ein Pfleger packt meine Sachen. Ich drehe mich nochmal um und schaue in das leere Zimmer. So steril und anonym wie am ersten Tag. Ich werde es nicht vermissen.
Insgesamt bin ich unendlich froh, dass es wieder nach Hause geht. Dass ich in mein selbstbestimmtes Leben zurück kann, meine Assistenten ihre Dienstpläne nach meinen Terminen und Bedürfnissen richten. Und ich mich nicht an rigide Planungen halten muss, die für eine ganze Heimstation gelten.

Nachtrag: Ich habe in meinem Tagebuch kaum etwas über die Gespräche mit den anderen Bewohnern aufgeschrieben, um ihre Privatsphäre zu schützen. Es gab viele schöne und spannende Zusammentreffen dort, die ich sehr genossen habe.

Mehr Infos gibt es hier: Heimexperiment.de

Macht mit!

Für uns ist dieses Projekt nach Verlassen des Heimes nicht einfach abgeschlossen. Den kurzen Blick auf das Leben in einem Behindertenheim, wollen wir erweitern.
Deshalb würden wir gerne deine Erlebnisse mit dem Leben im Heim erfahren. Gute und schlechte. Lustige und traurige. Befreiende und einschränkende.
Hast du dich selbst entschieden in einem Heim zu leben? Oder gab es scheinbar keine andere Möglichkeit? Hast du es vielleicht sogar geschafft, aus dem Behindertenheim auszuziehen und lebst jetzt in deiner eigenen Wohnung mit Assistenz?
Schreib mir!

Was wir fordern!

(sb)

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KRAUTHAUSEN – face to face: Carina Kühne, Schauspielerin

In der Sendung „KRAUTHAUSEN – face to face“ lade ich als Moderator Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Medienleute mit und ohne Behinderung zum Talk ein. In “face to face”-Gesprächen tausche ich mich mit einem jeweiligen Gast über künstlerisches Schaffen, persönliche Interessen und Lebenseinstellungen aus. Und natürlich geht es auch ab und zu um das Thema Inklusion.

Als sechsten Gast hatte ich die Aktivistin und Schauspielerin Carina Kühne zu Besuch:

Zum Video mit Gebärdensprache hier entlang.

Die Schauspielerin Carina Kühne spielte in mehreren Filmrollen, bekannt wurde sie einem größeren Publikum als Hauptdarstellerin im Film „Be My Baby„. Gemeinsam mit Raul Krauthausen philosophiert sie über ihre Arbeit, die ihr Anerkennung bringt, aber auch über das Down Syndrom, Inklusion und ihre Wünsche für die Zukunft.

Weitere Informationen zu Carina Kühne: carinakuehne.com
Carina Kühnes Kinderkurzgeschichte gibt es exklusiv auf Kunterbunteskinderbuch.de

Erstausstrahlung: 15.10.2016, 9.30 Uhr, Sport 1

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“Hass ist keine Meinung!”

Hate Speech – Hass im Internet

Hate Speech ist der sprachlich ausgedrückte Hass gegenüber einer Personengruppe oder einer Einzelperson wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Personengruppe.
Elemente der Hassrede sind u.a. Beleidigungen, Diskriminierung, Lügen und Manipulation, Gegenüberstellung von “Wir”- und “Ihr”-Gruppen bis hin zum Aufruf zu Straftaten.
Juristisch gesehen sind die Grenzen zwischen Hate Speech und Volksverhetzung fließend.

Persönliche Erfahrungen zum Thema Hate Speech

Als die Neuen Deutschen Medienmacher mich bezüglich ihrer Kampagne zum “No Hate Speech Movement” ansprachen, hatte ich noch keine wirklichen Erfahrungen zum Thema Hassrede gemacht. Klar, den einen oder anderen rüpeligen Kommentar gab es unter meinen Videos. Aber bei mir hielt sich das alles doch sehr in Grenzen.
Wie drastisch Hasskommentare sein können, wurde mir allerdings immer wieder bewusst, wenn ich über die Arbeit der großartigen Dunja Hayali las und hörte – auch ihren Umgang mit Hass und Hassreden, den Anfeindungen, denen sie online und offline ausgesetzt war und ist.
Ihre Beschreibung der Online-Hetze in ihrer Dankesrede zur Verleihung der Goldenen Kamera Anfang des Jahres ist so trefflich formuliert wie erschreckend: „Ich setze immer noch auf den Dialog, mich interessieren andere Meinungen, andere Argumente. (…) Aber was da gerade abgeht, ist wirklich mit Verrohung von Sprache überhaupt nicht mehr zu beschreiben. Bedrohung, Beschimpfung, Beleidigung, Vergewaltigungswünsche.(…) Das macht keinen Spaß. Glaubt eigentlich irgendjemand, dass das irgendwas bringt, dieser ganze Hass?“.
Als ich dann im Mai diesen Jahres den Vortrag “Organisierte Liebe” vom Kübra Gümüşay hörte, wurde mir klar, dass das Wegblocken und Muten der Hater nicht ausreicht. Dass es eine gesellschaftliche Verpflichtung ist, sich diesem Thema zu widmen und aktiv zu werden.
Weil ich mehr wissen wollte, entschied ich mich zusammen mit ze.tt die Feministin und Autorin zu interviewen: Krauthausen trifft: Kübra Gümüşay.
Das Ausmaß an Hate Speech, dem Kübra ausgesetzt ist – und das auch auf meinen Kanälen nach der Ausstrahlung des Interviews stattfand – ließ mich zum ersten Mal erfühlen, mit welcher Härte und in blindem Wahn Hater zuschlagen.
Und wie kurzfristig gedacht die weit verbreitete Meinung “Hass im Netz? Klicke ich einfach weg.” ist. Wie arrogant und egoistisch. Aus den Augen – aus dem Sinn.
Es gibt Menschen, die können nicht einfach wegklicken – und blockieren. Spätestens seitdem Hate Speech in realen Hass und brutale Übergriffe mündete.

Seit kurzem bin ich – wie viele andere bekannte Twitterer*innen – selbst das Ziel von Hasskommentaren. Manche Hater haben sich sogar extra Fake-Accounts mit meinem Namen und Fotos von mir angelegt. Einige meiner Tweets und Fotos haben mittlerweile Meme-Charakter.
Anfangs habe ich diese Kommentare tatsächlich noch gelesen – und ein mulmiges Gefühl bekommen. Egal wie abgeklärt ein Mensch sein mag, wie klar ist, dass derartige Hass-Kommentare nichts mit mir als Person zu tun haben – sondern vielmehr mit dem Hater und seinen speziellen sozialen Problemen: Diese Worte bewirken etwas. Wenigstens im ersten Moment. Neuronen werden abgeschossen und nach der Hebbschen Lernregel gibt es eben Verkettungen in jedem Gehirn, die Bedrohungen und Beleidigungen, seien es es auch anonyme und rein virtuelle, mit Gefahr und Angst als Reaktion verknüpfen.
Danach überwiegt – jedenfalls bei mir – die Neugier. Und über manches Meme, manches Comic, das mühevoll und pointiert gezeichnet wurde, musste ich ehrlich grinsen.
Aber weil ich mich ungerne mit Negativem oder Inhaltslos-Destruktivem aufhalte und in meinem Kopf zu viele Ideen bezüglich neuer Projekte, Kooperationen usw. umherschwirren, habe ich die betreffenden User geblockt und mich wieder auf echte Problemlösungen in aktuellen Vorhaben konzentriert.
Zugegebenermaßen eben doch nach dem Motto: “Aus den Augen, aus dem Sinn.”

Eine Troll-Geschichte

Die Geschichte des Internets ist seit jeher verwoben mit dem Aufkommen anonymer Trolle. Schon in IRC-Chats geisterten sie herum – störten, nervten und beleidigten.
Als Reaktion wurden immer mehr Tools und Blockiersysteme entwickelt, um sich diese unliebsamen Zeitgenossen*innen vom Hals zu halten.
Plötzlich ging es online in eine Richtung, die man eigentlich vermeiden wollte: Denn das Internet wurde von Vielen zunächst als Ort der freien Meinungsäußerung gefeiert.
Die Medientheoretikerin und Künstlerin “Sandy” Stone schrieb darüber “Das Zeitalter der Überwachung (…) hatte die elektronische virtuelle Community erreicht.”
Die Euphorie der Anfangszeit des Web, in der man hoffte, ab jetzt maximal vorurteilsfrei diskutieren zu können, war schnell abgeflaut.
Voller Ernüchterung wurde klar: Wer offline ein Arschloch ist – bleibt es online ebenfalls. Umso mehr, wenn er*sie sich hinter der Anonymität des Internet verstecken kann.
Der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch stellte klar:

Die Hassrede ist keine Konsequenz der sozialen Netze, sondern die sozialen Netze liefern ihr nur einen bequemen Weg von den Stammtischen direkt in die Öffentlichkeit. Sie sind eine Plattform, auf der sich Menschen begegnen, die einander sonst nie begegnen würden.

Die rein technische Reaktion durch Sicherheitsmechanismen konnte das Problem natürlich nie an der Wurzel packen. Und trotzdem muss der

Kampf gegen Hassrede (…) geführt werden, und dabei können und müssen (…) das Strafrecht, die Durchsetzung von Regeln durch die Netzwerkbetreiber und die Gegenrede zum Einsatz kommen. Der Kampf gegen Hassrede ist aber ebenso wenig zu gewinnen, wie der Kampf gegen den Hass selbst.

Warum wird ein Mensch zum Hater?

Das Hater-Phänomen interessiert mich. Schon aus beruflichen Gründen.
Denn es handelt sich hier ja um ein gruppendynamisches Phänomen.
Ich berate u.a. verschiedene junge Start-Ups, gebe Workshops usw. – und einer der Schwerpunkte ist es, konstruktive gruppendynamische Abläufe in Gang zu setzen, um gemeinsam Ideen und Lösungsmöglichkeiten für komplexe Probleme zu entwickeln.
Wenn diese Prozesse erfolgreich stattfinden, ist das für jeden einzelnen Beteiligten ein Gewinn, bewirkt zum Teil euphorische Gefühle, Motivation, Steigerung des Selbstwertgefühles usw.
Was aber passiert, wenn das gruppendynamische Ziel destruktiv ist? Wenn möglichst effektive Entwertung, maximal verletzende Beleidigung bis hin zur kompletten Zerstörung einer Person angestrebt werden?
Wenn man das Phänomen Hassrede zum ersten Mal oberflächlich betrachtet, fragt man sich natürlich: Was soll das? Jemand legt sich einen anonymen Fake-Account zu, um wild Beleidigungen, Hass-Kommentare und Lügen zu veröffentlichen. Nichts, womit man vor den Freunden oder Kollegen auftrumpfen und ein gutes Bild von sich zeichnen kann: “Schaut her, ich belästige online Menschen aus verschiedensten Minderheitengruppen – und verstecke dabei meine Identität!”. Genau, das funktioniert nicht.
Wenn man dann noch sieht, wie intensiv das Ziel der Hater-Begierde verfolgt wird und wie viel Zeit und Energie in die Aktionen gesteckt wird, fragt man sich unweigerlich: Welches Selbstbild hat diese Person? Ist sie stolz auf dieses ausschließlich destruktive Handeln? Oder ist die ausbleibende dauerhafte Befriedigung der fruchtbare Boden für die beständige Besessenheit, die die Hassenden zuweilen an den Tag legen? Ganz sicher kann man keine allgemeinen Antworten finden, was im Leben eines Haters schiefgelaufen ist. Dass etwas schiefgelaufen ist, ist allerdings nicht zu übersehen.
Hater kommen aus allen sozialen Schichten – und es sind hauptsächlich Männer.
Die psychologischen Hintergründe werden bei Hatern und Trollen ähnlich beschrieben. Allerdings sind Internet-Trolle und ihre Motivationen bisher besser erforscht und sie werden insgesamt weitaus positiver gesehen als Hater.
In den Persönlichkeitsstrukturen von Hatern und Trollen finden sich häufig Sadismus in verschiedenen Abstufungen, antisoziales Verhalten, narzistische Störungen und allgemein negative persönliche Eigenschaften. In dem Zusammenhang wird häufig die so genannte Dunkle Triade genannt.
Betrachtet man dies, wird schnell klar: Die psychologischen Hintergründe sind so komplex und schwerwiegend, dass kein Hater allein durch nettes Entgegenkommen und wertschätzendes Verhalten “umgedreht” und in einen freundlichen Internet-Nutzer verwandelt werden kann.
Zudem bewegen sich Hater häufig in Gruppen, die jeweils einen eigenen Ehrenkodex und eine eigene Sprache entwickeln. In diesen Gruppen erfahren die einzelnen Hater Zustimmung und Beifall für ihre Hasskommentare, es werden gemeinsam Zielgruppen und Zielpersonen gefunden und angegangen.

Die Folgen von Hate Speech

Der Wunsch des Haters ist es in erster Linie Aufmerksamkeit zu erreichen. Zudem soll das Hassobjekt in einen emotional reaktiven Zustand gebracht werden. Die Zielperson soll so sehr aus der Bahn geworfen werden, dass sie beginnt zu zweifeln und zu verzweifeln. Die Beleidigungen und Lügengeschichten sollen ihr so sehr unter die Haut gehen, dass sie beginnt zu zögern, ob sie einen neuen Tweet, einen neuen Blogbeitrag veröffentlicht, ein neues Foto postet – also ihr Verhalten aufgrund der Aktionen des Haters verändert.
Der größte Erfolg für den Hater ist das “Silencing” – wenn der*die Betroffene sich nicht mehr traut neue Beiträge zu veröffentlichen, Accounts löscht, sich aus der Social Media-Welt zurückzieht.
Es ist zu vergleichen mit einer Lieblingskneipe, in die man seit Jahren geht, Freunde, Bekannte und neue spannende Leute trifft; die Athmosphäre ist konstruktiv, vielfältig, manchmal laut und überschwänglich, manchmal leise und nachdenklich. Und plötzlich kommt just in diese Lieblingskneipe jeden Abend eine neue Gruppe an unangenehmen Zeitgenossen, die rumpöbeln, wahllos andere Gäste beleidigen und die gesamte Stimmung vermiesen. Im schlimmsten Fall wird man dann ganz einfach nicht mehr kommen, sich eine andere Kneipe suchen oder Zuhause bleiben.
Eine Lösung ist das allerdings nicht.
Und da der Hater am Individuum gar kein Interesse hat, sondern es lediglich zu einem austauschbaren Hassobjekt macht, an dem er sich abarbeitet, wird umgehend eine neue Zielperson gefunden.
Wenn man die sozialen Medien betrachtet und sieht, dass Online-Redaktionen ihre Kommentarmöglichkeiten schließen, wenn man u.a. der Social-Media-Koordinatorin (tageschau.de) Anna-Mareike Krause zuhört und erfährt, dass ein Drittel der online gepostete Kommentare aus Hate Speech bestehen, mag man den Eindruck gewinnen: Die Hasser sind in der Überzahl.
Aber: Das sind sie nicht.
Sie sind nur lauter und aktiver, denn sie wollen ja Reaktionen provozieren.
Und Hasskommentare produzieren erstaunlich viele “Likes”. Je mehr Aufmerksamkeit einem Kommentar gegeben wird, desto sichtbarer wird er beispielsweise in Internetforen, weil er in der Anzeigeliste der Forenbeiträge immer wieder nach oben rutscht. Auf Facebook sorgen die verwendeten Algorithmen dafür, dass man sich schnell in einer Interessen-Wohlfühl-Bubble befindet: Wer bei einem Post besonders aktiv war und fleißig kommentierte, bekommt Veröffentlichungen mit ähnlichen Inhalten angezeigt. So entsteht schnell eine ungute Eigendynamik, die den Personen, die sich in durch Facebook erzeugten Interessen-Gruppen bewegen, den Eindruck suggeriert, es gäbe viele User, die ihre Meinung teilen.

Der Umgang mit Hate Speech

Die Reaktion, die möglicherweise zunächst am Naheliegendsten ist: Wütend zurückschimpfen.
Allerdings ist das wenig konstruktiv und schnell entsteht eine Hass-Spirale, aus der es kaum noch ein Entkommen gibt, Kommentatoren*innen sich gegenseitig beeinflussen und echte Argumente einfach nicht mehr fruchten. Man nennt das den “Nasty-Effect”. An der University of Wisconsin gab es dazu eine spannende Studie, die erforschte, wie polemische, negative Kommentare die Sichtweise auf eigentlich neutrale News verändern. Und wie schnell die Sachebene verlassen wird. Also: Wut ist verständlich – aber keine konstruktive Reaktion.
Eine andere Reaktion könnte sein, erstmal den ganzen irrsinnigen Hater-Wust zu blockieren – denn diese Tweets und Kommentare stören die eigene Timeline einfach und lässt einen interessante Inhalte übersehen. Das ist aber mittelfristig auch keine Lösung: Zum einen schenkt dies Aufmerksamkeit, nach der viele Hater gieren; Screenshots mit Blockierungs-Mittleilungen werden wie Trophäen veröffentlicht und geteilt. Außerdem wird oftmals ein Wettbewerb gerade unter den Fans von einigen Hatern entfacht, Tweets und Kommentare zu schreiben, um ebenfalls blockiert zu werden. Und so ist der eine Hater und seine Kommentare dann zwar stillgelegt, aktiviert aber andere User – und schon ist die eigene Timeline wieder überschwemmt mit destruktiven Kommentaren.
Mein Tipp: Ignorieren und weitermachen wie bisher. Und an konstruktiven Projekten arbeiten, positiven Hobbies nachgehen, Menschen treffen (online oder viel besser noch: offline), die einem gut tun.
Sollten die Kommentare zu störend werden: Auf Twitter kann man ganz einfach muten. Dann sind die Hater nicht blockiert, bekommen nicht die von ihnen gewünschte Aufmerksamkeit und merken schlichtweg gar nicht, ob ihre Hass-Kommentare ankommen sind oder ins Leere gehen.
Das sind allerdings nur schnelle Erste-Hilfe-Tipps. Langfristig sollten wir alle aktiv werden.
Ingrid Brodnig schreibt sehr treffend in ihrem Buch “Hass im Netz: Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen tun können” (das ich unbedingt empfehle!), dass unsere Social Networks und das Internet, wie es momentan aussieht, nicht in Stein gemeißelt sind. Dass die Funtionsweisen von Internetseiten keinem Naturgesetz folgen, sondern von Menschen gemacht sind. Die logische Schlußfolgerung ist: Wir müssen unsere sozialen Netzwerke formen, das Wort zu ergreifen und einen konstruktiven, wertschätzenden Umgang miteinander pflegen – auch und gerade in der Anonymität des Internets.
Hater kapern häufig Projekt-Hashtags und spammen mit diesen Hashtags dann negative Inhalte in soziale Netzwerke (passierte zum Beispiel bei #ausnahmslos). Warum kapern wir nicht diskriminierende Hashtags und nutzen sie zur Gegenrede? Zum Beispiel: #rapefugees gibt es nicht!
Projekte wie die “Organisierte Liebe” vom Kübra Gümüşay gehören ganz sicher zu denen, die viel bewirken und verändern können.
Kübra erklärte mir, sie hätte an sich selbst beobachtet, dass man gute Online-Artikel und Tweets, denen man zustimmt und die einem sogar Freude bereiten, eher kommentarlos wieder verlässt – zwar mit einem guten Gefühl im Herzen, aber eben auch ohne ein positives Feedback zu hinterlassen. Beiträge hingegen, die einen ärgern, lassen einen viel eher kommentieren, die Tweets teilen oder die eigenen Follower zu Protest-Aktionen aufrufen.
Deshalb ist es an uns, hier etwas zu verändern – und uns zu feiern!
Deshalb beende ich diesen sehr ernsten Artikel mit einer Liste von Menschen aus dem Online-Bereich, die ich persönlich feiere, die meine Online-Welt bereichern und das Internet zu einem guten, konstruktiven und nicht immer schönen, aber empowernden Ort werden lassen(ungeordnet und ganz sicher vollkommen unvollständig):
Johnny Haeusler, Kübra Gümüşay, Ninia LaGrande, Laura Gehlhaar, Mario Sixtus, Markus Beckedahl, Marcus Brown, Tanja Haeusler, Jens Merkel, Wheelie, Katja Fischer, f1rstlife, Julia Probst, Michel Arriens, RevoluzZza, Heiko Kunert, Martin Ladstätter, Constantin Grosch, Nancy Poser, Christiane Link, Andi Weiland, Lilian Masuhr, Judyta Smykowski, Martin Habacher, ….

Quellen, weiterführende Links:

(sb)

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Krauthausen trifft: Kübra Gümüşay über den Gina-Lisa-Lohfink-Prozess und Hass im Netz und #OrganisierteLiebe

 
Kübra Gümüşay ist Journalistin, Aktivistin, Bloggerin und muslimische Feministin.
Geboren in Hamburg, studierte sie hier und in London Politikwissenschaften, lebte in Oxford und kehrte schließlich wieder in ihre Geburtsstadt zurück.
Sie hatte Deutschland verlassen, weil sie sich als Muslima hier nicht mehr wohlgefühlt hatte.
Trotz des momentan so offensichtlichen Rechtsruckes in Deutschland findet sie, es gibt eine gute und mächtige Gegenbewegung. So viele Menschen, die merken, dass ein politisches Umdenken stattfinden muss. Und die aktiv werden.
Einer der Gründe, weshalb sie sich entschied, nach Deutschland zurückzukehren.
Nach wie vor ist Diskriminierung eines ihrer wichtigsten Themen. Mit der Kampagne #SchauHin machte sie mit anderen Aktivisten*innen zusammen Alttagsrassismus sichtbar. Als Mit-Initiatorin von #ausnahmslos setzte sie ein Zeichen gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus.
Das Deutschlandradio hat Gümüşay zu den prägenden Köpfen des Islam in Deutschland erklärt – und sie ist eine der wichtigsten Vertreterinnen des moslemischen Feminismus.

Auf der Web-Konferenz re:publica hielt sie in diesem Jahr einen Vortrag mit dem Titel “#OrganisierteLiebe”.
Sie erzählte über ihre Diskriminierungserfahrungen als Feministin und Muslima, Hasskommentare und organisierte Hater-Attacken.
Und appellierte an die Zuschauer*innen aktiv zu werden. Weil es nicht mehr ausreicht, Hatespeech zu muten und die Hater zu blocken.
Während Gümüşay redete, kamen ihr mehr als einmal die Tränen – und es war klar: Was sie sagt hat Substanz, sie hat Diskriminierung und Hass massiv erlebt.
In einer Weise, die uns als privilegierten weißen Deutschen nicht vorstellbar ist.
Sie stand in dem Moment für all’ die, denen rassistische und sexistische Diskriminierung widerfährt.
Aber sie ist kein Opfer, sie ist Überlebende. Sie kann die Hasser hinter sich lassen und ihnen mit Aktivismus begegnen.

*

Frühmorgens mache ich mich auf den Weg nach Hamburg.
Im Zug treffe ich die beiden Redakteur*innen, mit denen zusammen ich in den letzten Wochen das Konzept für ze.tt ein neues Web-Format entwickelt habe: „Krauthausen trifft“.
Diesmal wird es nicht um Behinderung gehen.
Das Thema mit meinen Gästen wird sein: Erfahrungen, Meinungen und Aktionen gegen Diskriminierung. Ganz allgemein.
Es gab eine lange Liste an möglichen Interview-Partnern*innen. Einstimmig haben wir uns Kübra Gümüşay als erste Gästin gewünscht – und sie sagte sofort zu.
Es ist sind 30 Minuten Interview geplant – aus denen ca. 4 Minuten geschnitten werden.
Auf der Bahnfahrt gehen wir die Interview-Fragen noch einmal durch.
Schon in der Vorbereitung wurde klar, dass es schwer wird, sich mit der Aktivistin auf ein halb-stündiges Gespräch zu beschränken.
Wer Kübra Gümüşay kennt weiß, dass sie das Konzept ihrer Vorträge oft kurz vor der Veranstaltung noch einmal komplett umwirft – uns geht es ähnlich. Weil wir all’ die Fragen, die uns durch den Kopf schwirren, niemals in 30 Minuten unterbringen können, beschränken wir uns spontan auf wenige Schwerpunkte.
Und so sortieren wir jede Menge vorbereitete Moderationskarten aus und handgeschriebene kommen dazu.

Kübra Gümüşay und ich treffen uns in einem Hinterzimmer der Ausstellung “Dialog im Dunkeln” in der Hamburger Speicherstadt.
Bei den Recherchen war ich über ein Interview gestolpert, in dem Gümüşay sagte: „Ich gebe nicht gerne die Hand zur Begrüßung“. Ich bin ein bisschen verunsichert ob dieser Information – winken? Einfach lächeln stattdessen?
Aber Kübra kommt auf mich zu, eine schmale junge Frau mit einnehmendem Lächeln, reicht mir ihre Hand und sofort sind wir ins Gespräch vertieft.
Jetzt da ich sie live treffe, wird mir noch mal mehr bewusst, was ich schon in den Videos und Interviews wahrnahm: Kübra Gümüşay brennt für ihre Themen.

 
Kübra Gümüsay
Ihre Hände fliegen, beschreiben – liegen selten still im Schoß. Mit Vehemenz verleiht sie ihren Worten Nachdruck.
Wir reden über den Fall Gina-Lisa Lohfink, den Umgang der Medien mit dem Model, das von der Anklägerin zur Angeklagten wurde, Victim Blaming und Sexismus. Über die Sportmoderatorin Claudia Neumann, die einem Shitstorm ausgeliefert war, als sie letztens ein EM-Männer-Fußballspiel moderierte. Über Möglichkeiten gegen den Hass vorzugehen: online und offline. Über Gümüşays Kampagne #organisierteLiebe.
Und dann ist die Zeit schon um. Ich hätte gerne noch zu so vielen Themen die Meinung der Aktivistin erfahren.

Liebe Kübra: Wir sind deine Fans! Wir feiern dich! Du machst uns Mut und gibst uns Inspiration! (sb)

 

Weiterführende Links:

Kübra Gümüşay:

Organisierte Liebe:

Der Fall Gina-Lisa Lohfink:

Weiteres:

(sb)

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KRAUTHAUSEN – face to face: Samuel Koch, Schauspieler

In der Sendung „KRAUTHAUSEN – face to face“ lade ich als Moderator Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Medienleute mit und ohne Behinderung zum Talk ein. In “face to face”-Gesprächen tausche ich mich mit einem jeweiligen Gast über künstlerisches Schaffen, persönliche Interessen und Lebenseinstellungen aus. Und natürlich geht es auch ab und zu um das Thema Inklusion.

Als fünften Gast hatte ich den Autoren und Schauspieler Samuel Koch zu Besuch:

Seit Juni 2014 ist Samuel Koch festes Ensemblemitglied des Staatstheater Darmstadt und spielte hier u.a. den “Prinz von Homburg”. Außerdem war er in dem Kinofilm Honig im Kopf zu sehen und hatte eine Rolle in der Telenovela Sturm der Liebe.
Für sein autobiographisches Buch Zwei Leben erhielt er 2012 den Medienpreis „Goldener Kompass“. 2015 veröffentlichte er sein ebenfalls ausgezeichnetes Buch Rolle vorwärts.

Weitere Informationen unter samuel-koch.com

Erstausstrahlung: 18.06.2016, 9.30 Uhr, Sport 1

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#keinZwerg! Über die merkwürdige Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung über den kürzlich verstorbenen Schauspieler Michu Meszaros

Am 14. Juni 2016 sorgte ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung für Aufsehen. Der kürzlich verstorbene Schauspieler Michu Meszaros wurde neben weiteren kleinwüchsigen Schauspielern als Märchenfigur und ZWerg diskriminiert. ze.tt-Redakteur Leon Krenz hat mich in Hamburg getroffen, um mit mir über die ‪#‎keinzwerg‬-Debatte zu sprechen.

Auch Ninia LaGrande und Michel Arriens haben dazu großartige Texte geschrieben.

Inzwschen hat sich die SZ entschuldigt.

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