Biographie: „Dachdecker wollte ich eh nicht werden“

Das Leben aus der Rollstuhlperspektive.

Menschen tätscheln ihm den Kopf oder starren ihn an – Raul Krauthausen, im Rollstuhl sitzt und kleinwüchsig ist, weiß, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, mit Behinderten unverkrampft umzugehen. Dabei ist jeder zehnte Deutsche behindert, da sollten wir uns doch eigentlich an den Umgang mit jenen gewöhnt haben, die nicht «normal» sind. Doch das Gegenteil ist der Fall. Raúl Krauthausen sieht seine Behinderung als eine Eigenschaft von vielen. Er beschreibt mit Witz und Sachkenntnis, wie sein Alltag wirklich ist und wie ein Miteinander von Behinderten und Noch-nicht-Behinderten aussehen kann.


Hörbuch-Hörprobe

In „Einfacher Sprache“

Dachdecker hires

In Zusammenarbeit mit dem Spaß am Lesen-Verlag erschien am 8. Juni 2015 das Buch auch in Einfacher Sprache. Das bedeutet, dass die Sätze kurz und einfach gehalten sind. Es werden Sprichwörter oder Metaphern vermieden. Auch Abkürzungen und Fremdwörter werden weitestgehend übersetzt.
Menschen mit Leseschwierigkeiten sollen gut und vollständig informiert werden. Darum ist der Inhalt der gleiche wie bei ‚normalen’ Texten. Die Einfache Sprache konzentriert sich auf das Wesentliche. Was ist an diesem Thema für die Leser besonders wichtig? Welche Fragen könnte der Leser haben? Und wie kann man das Thema am besten verstehen? Ein Text in Einfacher Sprache hat einen anderen Aufbau als ein ‚normaler’ Text. Es wird alles in einer logischen Reihenfolge aufgeschrieben.

Für sehbehinderte Menschen

Bei der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista) gibt es das Buch auch als DAISY-Hörbuch (auch in einfacher Sprache) für blinde und sehbehinderte Menschen sowie bei den Norddeutschen Büchereien für blinde und sehbehinderte Menschen in Punktschrift.

Kritiken

Was soll denn an dieser Behinderung Besonderes sein? Raúl Krauthausen ist einfach ein sehr beeindruckender Mensch mit starken Gaben. Er hat viel zu sagen und sich über seinen Rollstuhl schon lange erhoben.

Roger Willemsen, Autor und Journalist

Der Autor und Aktivist sprüht vor Begeisterung für die Sache der Inklusion. Seine Sachkenntnis und seinen Humor als Autor finde ich einnehmend und überzeugend.

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverband VdK Deutschland

Zur Person

Mehr über Raúl Krauthausen.

  1. Hi Raul,

    danke das Du dieses Buch geschrieben hast. Besser als Roger Wilhelsen in seinem Vorwort kann man es nicht sagen. Ich wünsche Dir das Dein Buch viele, viele Leser findet. Mach bitte noch möglichst lange so weiter!!

    Herzliche Grüsse

    Kerstin Wahlbrink

  2. Schönes Buch mit wichtigen Fakten und schönen Einblicken der einzige Satz der meiner Meinung nach Überflüssig ist und nd unnötigerweise für einige Leser verletzend ist, ist der mit der Uni und dem N Wort da hättest du ein anderes Beispiel wählen können.

  3. Hallo Raul, auch ich bin Rollstuhlfahrer hier in Berlin und habe vieles so erlebt wie du. Dein Buch liest sich nett, ihm fehlt allerdings oft emotionale Tiefe. Vieles handelst du leider sehr sachlich ab, und da, wo’s spannend wird, kommst du zu schnell zum nächsten Gedanken. Aber du bist ja noch jung und wirst sicher in einigen Jahren noch mal schreiben. Interessante Geschichten erlebt man ja immer wieder, da gehen einem die Ideen nicht so schnell aus. Ach ja, und deine Ablehnung des eigenständigen Auto fahrens solltest du auch noch mal überdenken. Du ahnst nicht, welches Lebensgefühl in einem entstehen kann, sobald man selbst zum Autoschlüssel greift und den Motor startet und danach überall hinfahren kann wohin man will – ganz ohne Angst vor defekten Aufzügen;-) in jedem Fall wünsche ich dir alles Gute, und weiterhin so viel beruflichen Erfolg. Und natürlich ganz viel Liebe!

  4. Lieber Raul,
    Ich finde dein Buch super und mir gefällt es, wie du dich für behinderte Menschen einsetzt.
    Dein Buch zu lesen, hat mir Mut gemacht.
    Ich selber leide an einer schweren Persönlichkeitsstörung und gelte deswegen auch als Schwerbehindert und ja, auch mir ist diese Tatsache oft peinlich, da psychisch Kranke oft als „faul“ und „schwach“ tituliert werden.
    Da bin ich fast froh, wenn ich meine körperlichen Defizite in den Fordergrund rücken kann, denn auch da ist genug kaputt..
    Ich habe auch einen langen Kampf mit meiner Problematik hinter mir. Schon als Kind war ich eher der Aussenseiter und nach einem missglückten Studium landete ich in der Psychiatrie und dort als Arbeitstherapie in einer WfbM, danach in einem Sozialunternehmen für Langzeitarbeitslose. In dieser Zeit hat kein Mensch an mich geglaubt; Therapeuten, Ärzte und Sozialarbeiter sahen meine Zukunft weiterhin in Behinderten-Einrichtungen- ich war zu instabil für den normalen Arbeitsmarkt.
    Doch ich kämpfte weiter: Zuerst Berufsvorbereitung, dann Ausbildung zur Elektronikerin in einem Rehazentrum.
    Nachdem ich während und auch nach der Ausbildung noch einige Male gestrauchelt bin, arbeite ich nun bei einer renomierten Firma bei mir im Ort in der Elektrobranche.
    Auch dort habe ich schon negative Erfahrungen gemacht, so a la „Ne Ausbildung in nem Reha-Zentrum.. is das überhaupt eine richtige Ausbildung?“ und „was sollen die Narben an deinen Armen?“
    Ich bin aber trotzdem stolz, trotzdem so viel erreicht zu haben, finde es aber schade, dass psychische Defizite immer noch so stark stigmatisiert werden.

    Ich wünsche dir noch n schönen Restabend.
    Liebe Grüsse aus Süddeutschland :-)

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