Und jenseits der Werkstätten? Wie echte Inklusion am Arbeitsmarkt gelingen kann (Online)

Datum:
16. Mai 2022

Uhrzeit:
15:30 – 17:00

Ort:
Online

Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die auch Deutschland unterzeichnet hat, fordert seit dem Jahr 2009 die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am allgemeinen Arbeitsmarkt. Unternehmen, die mehr als 20 Beschäftigte haben, sind hierzulande gesetzlich dazu verpflichtet, 5 Prozent ihrer Stellen mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Doch in der Realität helfen diese Vorgaben nur wenig, viele Unternehmen entscheiden sich stattdessen für die sogenannte Ausgleichsabgabe. Das führt dazu, dass von den etwa 10,4 Millionen Menschen mit einer Behinderung in Deutschland im Jahr 2019 laut Statistischem Bundesamt nur knapp 57 Prozent im Alter zwischen 15 und 64 Jahren berufstätig waren. Die Erwerbsquote nichtbehinderter Menschen in dieser Altersgruppe beträgt dagegen knapp 82 Prozent. Damit sind Menschen mit einer Behinderung doppelt so häufig arbeitslos wie Menschen ohne Beeinträchtigung. Von denjenigen, die erwerbstätig sind, sind viele in speziellen Werkstätten beschäftigt: ein segregiertes Umfeld, in dem die dort Arbeitenden oft keinen Arbeitnehmerstatus, keine Arbeitsrechte oder einen garantierten Mindestlohn haben.

In unserer digitalen Diskussionsveranstaltung sprechen wir darüber, was hinter diesen Zahlen steckt: Was bedeutet die Arbeitsmarktsituation konkret für Menschen mit Behinderung? Wir diskutieren über Arbeit und Bezahlung in Werkstätten, über die Situation in Unternehmen und in anderen europäischen Ländern, darüber, was wie besser werden muss und welches unternehmerische Handeln und welche politischen Schritte dafür notwendig sind.

Mit:

  • Corinna Rüffer, MdB Bündnis 90/Die Grünen
  • Raul Krauthausen, Aktivist für Inklusion und Barrierefreiheit
  • Nils Dreyer, Geschäftsführer Hilfswerft

Moderation:

Dorothee Schulte-Basta, Referentin für Sozialpolitik, Heinrich-Böll-Stiftung

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