Doppelstrategie: Selbsthilfe und inklusives Engagement

Alle reden von Inklusion. Ich versuche, sie mit meinem Engagement zu verwirklichen.
Deshalb betätige ich mich sowohl in der Selbsthilfe für Menschen mit Behinderungen als auch in anderen gesellschaftlichen Organisationen. Seit gut 40 Jahren praktiziere ich diese Doppelstrategie.
Beide bereiche brauche nicht nur ich zur Verwirklichung meiner Bedürfnisse, sondern auch die Gesellschaft zur Verwirklichung gelebter Demokratie. „Der Stand der Demokratie in einer Gesellschaft erweist sich an ihrem Umgang mit den Schwächsten“, hat Lebenshilfe-Gründer Tom mutters einmal bei einer Veranstaltung im Marburger Rathaus gesagt. Diese Aussage, die er nur zitiert hat, kann ich uneingeschränkt unterschreiben.
Meine aktuellen Aktivitäten konzentriere ich vor Allem auf den Arbeitskreis Barrierefreies Internet (AKBI) als Organisation inklusiver Behindertenselbsthilfe und auf die Humanistische Union (HU) als Bürgerrechtsorganisation. Nachdem ich dort seit mehr als 35 Jahren aktiv bin, muss ich auch kaum mehr um die Berücksichtigung meiner besonderen Belange als Blinder kämpfen. In anderen Organisationen, wo ich mich früher engagiert habe, war das teilweise nicht so einfach.
Ich finde es gut, wenn Menschen mit Behinderungen sich in der Gesellschaft engagieren. Nicht jede und jeder hat aber die Kraft dazu, neben seinen –leider immer wieder notwendigen – behinderungsbedingten Kämpfen um das eigene Wohlergehen auch noch Zeit für ehrenamtliches Engagement aufzubringen. Aber ich kenne nur sehr wenige Behinderte, die sich überhaupt nicht für Veränderungen in der Gesellschaft einsetzen.

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