Mindestlohn

Die Menschen mit einer Behinderung verdienen in den Werkstätten halt weniger Geld als wie Menschen ohne eine Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Für Menschen in der Werkstatt gibt es keinen Mindestlohn. Das kann ich ja nicht verstehen. Das ist nicht gerecht und das ist auch nicht gut, sondern da muss sich was ändern und da ist ja auch die Politik wichtig.

Und ich finde das auch nicht gut, dass wir Menschen mit Down Syndrom weniger Geld verdienen, weil wir auch die Miete bezahlen müssen und das Essen bezahlen müssen und auch wenn wir einkaufen gehen und auch mal schwimmen gehen müssen wir bezahlen. Menschen ohne Behinderung, die den Mindestlohn auch verdienen, können viel mehr machen, das ist nicht gerecht aufgeteilt.

Also ich finde das auch nicht gut, dass ich weniger Geld verdiene als die anderen ihr Geld verdienen, weil das auch gegen das Grundgesetz ist. Im Grundgesetz im Artikel 3 steht drin, dass auch Menschen mit Behinderung die gleichen Rechte haben. Und da sind auch die Politiker dafür zuständig und das muss auch mit Inklusion gemacht werden. Und wir Menschen mit Down Syndrom wollen auch nicht mehr in den Werkstäten landen, sondern von selber eine Arbeit suchen die uns mehr Spaß macht. Und ich will auch mit dem Job Journalistin werden und damit berühmt bleiben und auch viel im Fernsehen sein.

Und ich finde das geht nicht, dass wir keinen Mindestlohn in der Werkstatt haben und das ist auch nicht gut, sondern es muss sich was ändern und da ist ja auch die Politik wichtig. Es ist wichtig, dass wir genau so viel Geld verdienen können, wie alle anderen.

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  1. Guten Morgen, vielen Dank für den Hinweis auf den Beitrag, Raul Krauthausen.
    Besten Dank Natalie Dedreux für die vollkommen berechtigte Beschwerde, ich finde es auch nicht richtig, dass behinderte Menschen keinen Mindestlohn bekommen und frage mich, wie dies konkret begründet wird.
    Deshalb werde ich heute in die Geschichte einsteigen, das mache ich gerne, um Lebensrätsel zu lösen, um etwas für heute daraus zu lernen bzw. auch, um Fehler von heute besser finden und bewerten zu können. Der Tagesspiegel hatte 2013 einen Artikel veröffentlicht von Alexander Nützendahl „Arbeit und Weltanschauung“, sofort wird klar, dass die Geschichte zum Thema „Reichsarbeitsministerium“ noch nicht ausführlich bearbeitet wurde, vielleicht blieb niemals Arbeit dafür über beim Festlegen, für welche Arbeit Geld übrig bleiben soll? Dann fände ich auch das falsch.
    Der Tagesspiegel ist seit Jahren so freundlich, mir Forenplatz zu geben, damit ich meine Antworten auf meine Fragen besser finden kann, genauso freundlich ist Raul Krauthausen, mich hier barrierefrei schreiben zu lassen, ich möchte zuerst zu dem Artikel im Tagesspiegel danach suchen, woher diese komische Ungleichbezahlung rühren könnte, dann melde ich mich, wenn ich mich schlauer gemacht habe, wieder hier.

    Raul Krauthausen schon einmal besten Dank für die Arbeit, Ihnen Natalie Dedreux besten Dank für Ihre Arbeit, bis später.

  2. In der Geschichte fand ich etwas über die Arbeit mit Kunstseide, ein Interview mit Alexis James Doxat im Englischen Unterhaus aus dem Jahr 1825. Ich finde das wichtig, das zu kennen, denn er spricht über Beschäftigung, über Arbeiter und Arbeitskosten in der Seidenproduktion.
    Mir geht es aber nicht um England, letztlich, sondern um die Geschichte des „deutschen Mindestlohns“, der „Seidenfaden“ der Geschichte bringt mich aber eben genau dahin, wo es um deutsche Geschichte geht, in die Spinnstofffabrik Zehlendorf Aktiengesellschaft – da liegt mir eine Betriebsordnung vor – die sagt auch etwas über Menschen mit Behinderungen.

    Was bedeutet das heute und was muss sich ändern? Klar weiß ich, dass sich die ungleiche Bezahlung ändern muss, dafür bräuchte ich ja nicht in die Geschichte abzutauchen und vielleicht hält mich der ein oder andere schon für eine notorische „Abtaucherin“.

    Aber was hilft es, einfach zu sagen „Das muss weg“, ohne sein System zu verstehen, denn es liegt ja ein systemisches Problem zugrunde, also doch erst rein in die Geschichte.

    Zum systemischen Ansatz gibt es auch themenbezogen einen Beitrag von 2019, Titel: „Eine Säule des Systems“

    Mit meinem persönlichen Statement möchte ich mich heute Abend gerne noch einmal hier melden, wegen der Frage: Welche Barrieren gilt es zu brechen, um die Ungleichheit zu brechen? Jetzt erst mal spazieren, bis dahin.

  3. Wenn es ums rechnen geht, ums sparen, ums vernünftig ordnen, dann wird gerne gesagt, das sei das neutralste von der Welt, es ginge niemals um Religion dabei, niemals darum, Menschen mit Behinderungen schlechter zu behandeln, es ginge niemals ums Böse, stets ums Gute, weil gute Zahlen eben Gutes brächten. Wer wollte etwas dagegen sagen? Vielleicht werden wir alle schon morgen mit einem „Mindestlohn“ beglückt, ohne Ausnahme, es könnte aber sein, dass wir sieben Tage die Woche arbeiten müssten, oder arbeiten müssten, was andere uns vorsagen, nicht was wir zu arbeiten wünschen, es könnte sein, dass wir die Texte auf der Betriebsordnung nicht verstehen und an unseren schönen Lohn gar nicht heran kämen, es könnte sein, dass Menschen mit Down-Syndrom Mindestlohn für Fotos mit „Downsyndrom-Thema“ bekämen, Recherche-Nerds Mindestlohn für „Recherche“, Menschen mit schnellen Fingern, die gut was Wegfalten können, Mindestlohn für „Wegfalterei“ bekämen, Mindest könnte dann auch heißen Mehr nicht!

    Was ist normal? Gleichberechtigung ist normal, Art. 3 GG, Natalie Dedreux, da muss für jeden Menschen mehr drin sein an Freiheit als das Mindeste. Aber mit der Forderung nach dem Mindesten muss man anfangen, deshalb bin ich da mit Ihnen.

    Vielen Dank für Ihren Beitrag, der mir half Kurs zu halten bei meiner
    Zeitreise, eine Weltreise durch 200 Jahre.

    Besten Dank Raul Krauthausen für den schönen Tipp und den Forenplatz. Einen schönen Abend.

  4. Guten Abend Raul Krauthausen, noch einmal zum wichtigen Beitrag von Natalie Dedreux, etwas ganz Aktuelles. Der Konzern Ikea arbeitet, das schrieb der Guardian 2017 seit einigen Jahren mit dem Arbeitsvermittler „TaskRabitt“, der inzwischen Ikea gehört. Es klingt gar nicht mal schlecht. Braucht man jemanden für handwerkliche Sachen, die man selbst nicht erledigen kann, kann man bei „TaskRabitt“ jemanden bestellen dafür, man muss aber vorab viele Daten über sich, über sein Zuhause abgeben, um in Kontakt zu treten mit dem „Tasker“, dem Arbeiter, der die Aufgabe dann erfüllen soll. Das System arbeitet schon in den USA, in Frankreich, Großbritannien und will jetzt auch in Deutschland einsteigen, in Berlin und im Rhein-Ruhr Gebiet. Die Arbeiter sind nicht angestellt, kriegen keinen festen Monatslohn, sondern arbeiten wie Selbständige, sie sollen dabei sogar einen Stundenlohn von 29 Euro erzielen können, 11 Euro sollen nicht unterschritten werden, klingt toll. Aber, es gebe auch keine Urlaubszeiten, keinen garantierten Mindestlohn, so der Guardian – eigentlich trägt der Tasker das Risiko seiner Arbeit ganz alleine, muss sich selbst gegen Arbeitsausfälle versichern, hat bei Krankheit keine Hilfe – eine schlimme Entwicklung des digital verwalteten Arbeitsmarktes. Wer nicht gebucht wird zu einem menschenwürdigen Lohn, was wird aus dem Menschen? Er /sie muss sich dann de facto „versklaven“ lassen. Deshalb möchte ich, dass jegliche Arbeit, die den Mindestlohn unterschreitet, verboten wird, egal ob es ein gezahlter Lohn oder ein ein selbst gesetzter Arbeitsprei

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