Offener Brief an die S-Bahn

An die S-Bahn-Berlin GmbH:

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Name ist Raul Krauthausen, ich bin Programm-Manager beim rbb und Rollstuhlfahrer. Ich fahre täglich mit der S-Bahn von der Julius-Leber-Brücke mit der S1 nach Wannsee und anschließend mit der S7 weiter nach Griebnitzsee, wo der rbb seinen Sitz hat.
Heute auf dem Weg zur Arbeit, begegnete ich 4 Aufzug-Technikern, die mir sagten, dass der Aufzug am S-Bahnhof Griebnitzsee für mindestens 7 Wochen außer Betrieb ist. Sie sagten mir, dass es auf der Website der S-Bahn stünde, was es aber nicht tat.
Nun meine Fragen an Sie:

  • Warum steht sowas nicht vorab auf der Website?
  • Wie soll ich jetzt zur Arbeit kommen?
  • Was für Alternativen haben Sie für Rollstuhlfahrer wie mich? Der RegionalExpress ist keine wirkliche Hilfe, da Charlottenburg der S-Bahn-Aufzug ebenfalls defekt ist.
  • Übernehmen Sie für diese 2 Monate die Taxi-Kosten?

Das dies nicht mein erster Zwischenfall mit der S-Bahn ist, können Sie hier nachlesen:

  • https://raul.de/blog/2010/07/19/deja-vu-am-griebnitzsee/
  • https://raul.de/blog/2010/02/03/liebe-s-bahn-berli-warum-sind-eure-aufzuge-immer-kaputt/
  • https://raul.de/blog/2009/09/23/mit-dem-rollstuhl-durchs-s-bahn-chaos-und-leben/
  • Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich künftig stressfrei zur Arbeit kommen soll.
    Daher wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir bitte mitteilen könnten, was Sie unternehmen werden, um die Servicequalität auch im Umgang mit behinderten Reisenden in Zukunft sicherzustellen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Raul Krauthausen



    12 Antworten zu “Offener Brief an die S-Bahn”

    1. @Phil: Ich würde erst denken, dann kommentieren. Am Satzanfang z. B. schreibt man groß und nicht klein…wer im Glashaus sitzt. Und zur Sache an sich, möchte ich nur sagen, das es gut ist, das so etwas publik gemacht wird.

    2. @phil: das ist jawohl vollkommen nebensächlich, ich würde mich auch aufregen, wenn die bahn es nicht hinbekommt sowas schon vorher puplik zumachen!
      achja, phil, du kannst ja raul jetzt zur arbeit bringen, und nebenbei bringst du ihm rechtschreibung bei, wenn du meinst er kann nicht schreiben! 😉

    3. Die Antwort der S-Bahn (Gisbert.Gahler@deutschebahn.com):

      Sehr geehrter Herr Krauthausen,
      der Ausfall der Anlage ist bekannt gemacht worden (siehe Abdruck Website
      der S-Bahn).
      Für die Zeit der Bauarbeiten bitten wir um Verständnis für eventuelle
      Unannehmlichkeiten. Leider kommt es bei der Alternativroute zu einer
      Fahrzeitverlängerung. Kunden können die barrierefreien Fahrten der Buslinie
      694 zwischen S-Griebnitzsee und S-Babelsberg benutzen. Ab S-Babelsberg kann
      die S-Bahnlinie S7 benutzt werden.
      Um auch in Zukunft die Qualität der Aufzüge zu gewährleisten und
      insbesondere die Zuverlässigkeit stark frequentierter Anlagen zu verbessern
      modernisiert die Bahn an vielen Stationen die Aufzüge und Fahrtreppen.
      Alleine seit 2008 wurden hierfür rund sechs Millionen Euro investiert.
      Durch starke Beanspruchung kommt es insbesondere bei Altanlagen
      gelegentlich zu Ausfällen. Hier versuchen wir mit unseren Technikern so
      schnell wie möglich Abhilfe zu schaffen und entsprechende Informationen
      über Aufzugsstörungen an S-Bahnhöfen zeitnah zu kommunizieren.
      Leider gelingt dies insbesondere dann nicht, wenn die Anlagen durch
      Fremdeinwirkung mutwillig in Mitleidenschaft gezogen werden. Vandalismus
      führt dazu, dass bestimmte Bauteile erheblich beschädigt werden und die
      Aufzüge solange leider nicht zur Verfügung stehen.
      (Embedded image moved to file: pic26202.gif)
      Mit freundlichen Grüßen
      Gisbert Gahler
      Regionalbüro Kommunikation Berlin (GKK (B))
      DB Mobility Logistics AG
      Caroline-Michaelis-Straße 5-11, 10115 Berlin
      Tel. (030) 297-58210, Fax -58206, intern 999-
      _________________________________________________________________________________
      Internetauftritt der Deutschen Bahn AG >> http://www.db.de
      Sitz der Gesellschaft: Berlin
      Registergericht: Berlin-Charlottenburg, HRB 89 517
      USt-IdNr.: DE 173384779
      Vorstand: Dr. Rüdiger Grube (Vorsitzender), Gerd Becht, Ulrich Homburg,
      Dr.-Ing. Volker Kefer, Dr. Richard Lutz, Dr. Karl-Friedrich Rausch, Ulrich
      Weber
      Vorsitzender des Aufsichtsrates: Prof. Dr. Utz-Hellmuth Felcht

    4. Meine Replik:

      Hallo Herr Gahler,
      schade, dass es immer erst einen Ihrer frustrierten Fahrgäste braucht, der Sie darauf aufmerksam machen muss, die Website zu aktualisieren.
      Das ist nicht auf Vandalismus zurückzuführen sondern auf Unachtsamkeit!
      Genauso, wie der mangelnde alternative Service. Die Buslinie, die sie vorschlagen ist zeittechnisch ein Horroszenario!
      Bitte nennen Sie mir doch Ihren Sprecher/Verantwortlichen für die Belange der Menschen mit Behinderungen!
      Danke,
      Raul Krauthausen

    5. Was für eine Frechheit. Am Nordbahnhof haben sie mal eben für weitere Monate den Aufzug außer Betrieb genommen. Und weiterführend zur S-Bahn-Station in die andere Richtung verlängern sich an der Oranienburger Str. die monatelangen Bauarbeiten samt Aufzug um ein weiteres halbes Jahr. Das ist nicht bedingt durch Vandalismus, das ist logistische Fehlplanung!

    6. Ein Trauerspiel… ließen sich denn die Taxikosten durchreichen? Wenn sie 6 mio ausgeben, könnten sie vielleicht 50-100k€ dafür ausgeben, ein Benachrichtigungssystem einzurichten. Oder 1 Person 40k€ im Jahr dafür bezahlen, die bekannten Fehler in ein Google Kalender einzugeben, über das man die Infos selbst abonnieren kann.

    7. Seit die Bahn nach und nach privatisiert wird erlaubt die sich ein ding nach dem anderen. Ganz zu schweigen, dass die Ticketpreise mitterweile astronomische Höhen erreicht haben (trifft besonders auf die Einzelfahrscheine zu).

    8. ich finde die Bahn müsste in so einem Fall eigentlich gesetzlich verpflichtet werden, bei jedem defekten Fahrstuhl ein Taxi auf Ihre Kosten bereitzustellen bis zum nächsten funktionierenden Fahrstuhl bzw Haltestelle

    9. U-Bahn Düsseldorff vor etlichen Jahren. Wir waren grad mit anderen SBVen af dem Weg von der RehaCare ins Hotel da „fanden“ wir in unserer U-Bahnstation eine stinkwütende Rollifahrerin. Die kam da nicht mehr weg weil die Stationen davor und danach keinen Aufzug hatten und dieser Aufzug defekt war. Zum Glück war ein erfahrener Rollischieber unter uns der Hilfe anbot und die Dame über die Treppe nach oben brachte.
      Raul, du brauchst dich in Berlin aber nicht diskriminiert fühlen weil du mit Öffis nicht zur Arbeit kommst, das geht hunderttausenden bei euch fast täglich so weil ja immer was kaputt ist… sarkasmusoff

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