Raul Krauthausen - Aktivist

Neulich im CinemaxX

Meine Mail an das Management vom CinemaxX-Kino am Potsdamer Platz:

Rollstuhlfahrern am 15.11.2011 (gestern) um 19 Uhr Einlass zum Saal 14 des CinemaxX am Potsdamer Platz verweigert.

Sehr geehrte Frau…,

gestern abend wurde mir und einer befreundeten Rollstuhlfahrerin ein Kinobesuch verweigert, weil Ihr Brandschutz im Saal 14 (19 Uhr, Dreiviertelmond) nur einen Rollstuhlfahrer zulässt.
Ich finde dies mehr als ärgerlich, wenn man spontan und offenbar umsonst durch den kalten Herbst fährt, um an der Kasse zu erfahren, dass man nicht hineinkommt.

  • Wieso hat der Saal nur einen Rollstuhlplatz?
  • Ist es so abwegig, dass Rollstuhlfahrer mit anderen Rollstuhlfahrern in’s Kino wollen?
  • Warum wird der Film auf absehbare Zeit nur in diesem Saal gezeigt?
  • Ihr Kollege ging auf meinen Vorschlag nicht ein, den Film an einem anderen Tag in einem anderen Saal zu zeigen.
  • Wer hat Ihr Kino, welches offensichtlich gerade saniert wurde, geplant?

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich sehe darin keine böse Absicht oder so. Ich fühle mich auch nicht persönlich angegriffen oder irgendwie mutwillig diskriminiert. Ich bin eher der pragmatische Typ und frage mich, warum es Ihrer Kinokette “CinemaxX am Potsdamer Platz” nicht gelingt auf der Website http://www.cinemaxx.de zu erklären, dass es nur einen Rollstuhplatz gibt!? Es handelt sich um Saal 14. Wie es bei den anderen Sälen Ihres Hauses ist, kann ich leider ebenfalls nicht ersehen.

  • Wie stehen Sie persönlich eigentlich dazu, dass der Brandschutz für uns Rollstuhlfahrer immer wieder als Totschlagargument verwendet wird, gegen den man ja angeblich nichts unternehmen kann?
  • Was gedenken Sie zu tun, um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden und einen Kinobesuch von zwei Rollstuhlfahrern (Keine ganze Schulklasse) gleichzeitig zu ermöglichen?
  • Und an wen müsste man sich wenden, wenn Sie dafür nicht zuständig sind?

77 Enlightened Replies

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  1. Hallo,

    in Wien ist es ganz anders zumindest im Hollywood Megaplex Gasometer Kino. Die haben Pro saal seit ich gesehen habe platz für 3 bis 5 personen, in manchen säälen ist es sogar so das man von der einen Sesselreihe, Blöcke enternenkann, wo wieder platz für 2-3 Personen wäre.

    In der Shopping city kann man sich einfach am rand dazustellen. habe dort auch schon mehrere gesehen.

    Da gab es keine Ausreden wegen brandschutz oder sonst was.

    Im Gasometer gibt es sogar lifte/rampen zu den kino sälen da diese weiter oben liegen, und ein typ von security oder ähnlichen steht im notfall auch immer bei der tür, da die Rollstuhl plätze im norfmall fall in Tür nähe sind.

    und beide Kinos sind jetzt sicher auch schon rund 10 Jahre alt, bzw. das in der Shopping sicher schon 20 Jahre und mehr.

    mfg
    Jefferson Krautsieder

  2. oLO. sagt:

    viel spannender als die frage, ob es abwegig ist, dass 2 rolli-fahrer gemeinsam in den film wollen ist die, was sie machen, wenn unabhängig voneinander 2 oder mehr rollstuhlfahrer gleichzeitig in einen film wollen. sind rollstuhlfahrer in der hauptstadt so selten, oder gehen sie auf nummer sicher und bleiben daheim?
    so. und da fällt mir doch direkt was ein. raul, hast du schonmal über die verbindung von kunst und politik nachgedacht? dann frag mal frau lützelberger, die kennt sich aus… Mein spontaner gedanke: Rollstuhlfahrer-Flashmob. Nicht nur im Kino, auch an anderen Orten in der City… Denk mal drüber nach.

  3. Die Antwort des Kinos:

    Sehr geehrter Herr Krauthausen,

    wir bedanken uns herzlich für Ihre Mail und das Feedback. Auf Ihre Anregung hin wurden in der Vergangenheit ja bereits die Hinweise für barrierefreie Zugänge in unseren Sälen im Internet verbessert. Dies wurde schon von zahlreichen Menschen als hilfreich angesehen und wir sind immer gern bereit, hier weitere Verbesserungen herbeizuführen.

    Dass Ihr Besuch mit einer befreundeten Rollstuhlfahrerin am vergangenen Dienstag an den baulichen Gegebenheiten unseres Studios 14 im CinemaxX Berlin Potsdamer Platz gescheitert ist, tut uns sehr leid. Unsere Studios im Untergeschoss konnten bei einer Sitzplatzanzahl von ca. 50 Plätzen nur mit einem Rollstuhlplatz ausgestattet werden. Unsere größeren barrierefrei zugänglichen Säle bieten entsprechend mehr Plätze an, die rollstuhlgerecht sind. Das Haus wurde 1998 gebaut, Sie weisen zurecht auf die kürzlich durchgeführte Modernisierung hin. Hier wurden allerdings keinerlei bauliche oder in den Grundriss eingreifende Veränderungen vorgenommen. Aufgrund der geltenden Sicherheitsauflagen ist es leider nicht möglich, auch die kleinen Studios mit mehr Rollstuhlplätzen auszustatten. Natürlich stimmen wir Ihnen zu, dass es in keinster Weise abwegig ist, zu Zweit einen Film zu besuchen. Trotzdem ist eine dies ermöglichende Änderung in den Studios leider nicht umzusetzen. Sie sprechen Ihren Vorschlag an, Ihren Wunschfilm DREIVIERTELMOND in einen größeren Saal zu verlagern. Das ist aus Ihrer Sicht natürlich eine Lösungsmöglichkeit, allerdings müssen wir hier um Verständnis bitten, dass dies aus logistischen und leihmietvertraglichen Gründen nicht zu realisieren ist. Bitte seien Sie versichert, dass die Kollegen vor Ort keinerlei Möglichkeiten hatten, Ihren Vorschlag in die Tat umzusetzen. Anders verhält es sich, wenn ein Film beispielsweise in einem nicht für Rollstuhlfahrer geeigneten Saal läuft, diesen dann in einen zugänglichen Saal gleicher Größe zu tauschen, was wir in Einzelfallen auch schon ermöglicht haben.

    Um in Zukunft derartige Situationen zu vermeiden, können wir anbieten, im Saalplan unseres Ticketshops einzusehen, wie viele Rollstuhlplätze verfügbar sind. Hierfür müssen Sie lediglich aus dem Programm heraus in den Ticketshop klicken, dort sind Sie dann direkt im Sitzplan Ihres ausgewählten Saales. Wir hoffen, dass dies schon einmal eine Hilfe ist.

    Lieber Herr Krauthausen, Sie fragen nach einer persönlichen Stellungnahme in Sachen Brandschutz. Sicher verstehen Sie, dass wir – nicht nur in Sachen Brandschutz, sondern auch in vielen anderen Bereichen, sei es der Jugendschutz, Konzessionen usw. – den gesetzlichen Auflagen Folge leisten müssen, ohne diese zu bewerten.

    Wir hoffen, dass wir Ihre Fragen beantworten konnten, bitte zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn dies nicht der Fall war.

    Mit den besten Grüßen nach Berlin

    Presse und Öffentlichkeitsarbeit

  4. Ich finde, sie haben sich Mühe gegeben, eine umfassende, wenn auch im Ergebnis unbefriedigende Antwort zu verfassen, dafür Respekt.

  5. nett formuliert, aber zusammengefasst wärens drei sätze gewesen. aber immerhin eine antwort und nen vorschlag etwas zu verbessern.

    @ raul, musst dir nen heimkino machen zwecks dem film ;)

  6. Entschuldigung, aber wer auch immer da geantwortet hat, geht mit keinem Deut darauf ein, warum diese Änderungen im Studio 14 nicht möglich sind. In welchen Punkten widersprechen die “geltenden Sicherheitsauflagen” der Ausstattung eines 50-Plätze-Studio-Kinos mit zwei oder vier oder wieviel-auch-immer Rollstuhlplätzen?

    “Er hat sich stehts bemüht” würde in einer Beurteilung wohl stehen…

  7. Petra sagt:

    Also so wie ich es verstanden habe, kann in Studio 14 kein weiterer Rollstuhlplatz eingerichtet werden, weil es einfach zu klein ist.

    Der gewünschte Film kann nicht in einem anderen Saal / Studio gezeigt werden, weil es “aus logistischen und leihmietvertraglichen Gründen” nicht machbar ist. Heißt für mich – es wird davon ausgegangen, dass der Film nicht gut genug besucht wird, um damit einen größeren Saal zu belegen. Es wäre also wohl ein Verlustgeschäft.

    Mir scheint, das ist genau das Problem, was auch sehr viele gute Filme haben, die eben nicht dem Mainstream entsprechen. Sie werden nur in kleinen Sälen bzw. “Nischen-Kinos” gezeigt. Somit haben ganz viele Leute (und nicht nur Behinderte) gar nicht die Möglichkeit, diese Filme zu sehen (hatte genau das Problem auch schon öfter), sondern müssen warten, bis der Film auf DVD erhältlich ist etc.

  8. Ania sagt:

    Frag doch nochmal nach, ob es nach Anmeldung möglich wäre 1 bis 2 feste Plätze temporär auszubauen um Platz für einen weiteren Rolli zu schaffen. Das das spontan nicht möglich war, verstehe ich ja, aber nach Anmeldung sollte es realisierbar sein. Das entspricht zwar nicht 100%ig Deinem Wunsch, so spontan ins Kino gehen zu können wie zwei Menschen ohne Rollis, aber es wäre vielleicht ein Kompromiss?!

  9. franzilse sagt:

    Ich frag mich auch, warum es alsbald nicht möglich ist, da einen, mehrere Sitz(e) auszubauen, um dieses Problem zu lösen. Da fällt mir nur ´ne Saalperformance ein oder wenn ich´s könnte, ein barrierefreies Kino in Berlin.
    Verdammt!

  10. thomas kimmich sagt:

    es muss eben alles – aber auch alles effizient sein.
    für zwei Rollstuhlfahrer ist da kein Platz mehr.
    Wir bitten um ihr Verständnis.

  11. Thomas Arbs sagt:

    Frag Heinz Ketteler, der hat sicher eine tolle Idee, wie man zwei, drei Normalsitze mit zwei, drei Handgriffen zusammenfalten kann… :-)

    Das Problem, dass Nischenfilme nur in Nischenkinos gezeigt werden, haben aber auch wir Durchschnittskinobesucher. Häufig ist das kleine Studio mit veralteter Ton- oder Projektionstechnik ausgestattet, so dass der Zuschauergenuß allgemein geschmälert ist.

  12. Mein Antwortschreiben:

    Hallo Frau…,

    vielen Dank für Ihre ausführliche, wenn auch sehr unbefriedigende und wenig Lösungsorientierte Email. Leider sind Sie mir eine Antwort schuldig geblieben:
    An wen in Ihrem Hause müssen wir uns wenden, wenn Sie, Frau …, wie Sie schreiben, da nichts machen können?

    Außerdem frage ich mich, wieso beim Bau des Gebäudes, was, wie Sie sagen, erst(!) 1998 war, nicht auf ausreichende Rollstuhlplätze geachtet wurde? Meines Wissens nach gab es damals auch schon Rollstuhlfahrende Menschen, die gerne in’s Kino gehen.

    Und um mal ins Detail zu gehen:
    In welchen Punkten genau widersprechen die “geltenden Sicherheitsauflagen” der Ausstattung Ihres 50-Plätze-Studio-Kinos mit zwei oder vier oder wieviel-auch-immer Rollstuhlplätzen?

    Könnten Sie mir bitte auf Grundlage des Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) darlegen, woher die Auflagen stammen damit wir dort weiter ansetzen können um das Problem nachhaltig zu beheben? Auch wenn es, in meinen Augen, keine mutwillige Diskriminierung Ihrerseits ist, ist es dennoch diskriminierend!

    Ich bin sicher, wenn in Ihrem Hause ein Wille da ist, das Problem nachhaltig abzustellen, lässt sich eine Lösung finden. Aber eben nur dann.
    Wie wäre es z.B.: mit bei Bedarf ausbaubaren Sitzen? Andere Theater / Kinos kriegen das, nach Ameldung, doch auch hin.

    Bis wann gedenken Sie, Ihre Website um die Informationen, wieviele Rollstuhlplätze es pro Saal gibt, zu aktualisieren?

    Und zu guter Letzt:
    Wie kann ich nun den Film mit meiner Freundin sehen?

    Oder können wir Rollstuhlfahrer nur “Mainstreamfilme” in den großen Sälen gemeinsam genießen?

    Eine Entschädigung halte ich ebenfalls für angemessen!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Raul Krauthausen

  13. Dominic Krauss sagt:

    So muss das sein ;)

    zeigs ihnen! :)

    Ps: In stuttgart hat meines wissens nach jedes kino genug rollstuhlplätze, und sollten keine da sein (selbst erlebt) haben die trotzdem einen platz im saal bekommen, auf dem gang, da die hier in den namhaften kinos überall mehr als breit genug aufsfallen!

    vlt sollte man sich als betreiber mal gedanen machen ob man nciht auf 10 plätze am gang hätte verzichten können um (auch für genügend sicherheit) zu sorgen und somit auch genug platz bieten zu können für solche eventualitäten… die paar euro weniger pro vorstellung würden eine so große kette nicht arm machen…

    Gruß

  14. Stefan sagt:

    Was soll denn dein letzter Satz bezüglich Angemessener Entschädigung?

    Sag nicht das du deine Karte nicht ersetzt bekommen hast. In dem Fall hätte ich deren Brandschutz direkt getestet ;)

    Sitze müssen nicht einmal ausgebaut werden. Ein extrabreiter Reihenabstand und Sitze die incl. Armlehnen hochgeklappt werden können reicht. Und es bedeutet 0 Arbeit für das Kino und trotzdem 50 Sitze.

  15. s. sagt:

    Was ich nicht begreife, wieso nur ein Platz? Ein einziger Platz ist irgendwie doppelt diskriminierend. Kein Platz kann ich noch eher verstehen, aber nur einer. Wer geht schon alleine ins Kino?

  16. Andrea sagt:

    “Wer geht schon alleine ins Kino?”

    Es ist doch klar, der Rollifahrer geht immer nur mit seiner Assistenz hin, die selbstverständlich Fußgänger ist und somit keinen Stellplatz braucht ;-) :-o

    Es gibt noch viel zu tun…

  17. Ok, Leute, so langsam beginnt es Spaß zu machen. Hier die Antwort der CinemaxX-Kette:

    Sehr geehrter Herr Krauthausen,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Leider kann auch ich Ihnen keine andere Antwort geben, als meine Kollegin dies bereits getan hat: Eine Lösung können wir Ihnen in Bezug auf den Film „Dreiviertelmond“ leider nicht bieten. Gerne möchte ich aber auch noch einmal versuchen, den Sachverhalt anders darzustellen.

    Zunächst sind wir als CinemaxX-Gruppe MIETER der Kinoimmobilie. Generell wurde das Kino in seiner Bauzeit bewusst auch mit Rollstuhlplätzen ausgestattet. Wobei sich an dieser Stelle immer die Frage stellen lässt: Wie viele Rollstuhlplätze sind „ausreichend“? In Ihrem aktuellen Fall reicht ein Platz in einem Saal mit fünfzig Plätzen nicht aus. Wenn eine Rollstuhl-Basketballmannschaft gemeinsam einen Film sehen möchte, reichen auch sechs oder acht Plätze in unseren größeren Sälen womöglich nicht aus. Dies bedauern wir – können aber die Bausubstanz des Kinos, die treppenartige Anordnung der Säle und die Breite der Sitzebenen nicht verändern. In aller Regel ist in unseren Sälen jedem Rollstuhlplatz ein Kinosessel daneben direkt zugeordnet, wodurch sich eine zusätzliche Beschränkung ergibt.

    Wir danken Ihnen dafür, dass Sie uns auch auf diese Problematik aufmerksam gemacht haben. Als erste Lösung arbeiten wir zunächst daran, die Anzahl der in jedem Saal verfügbaren Rollstuhlplätze auch online auf unserer Seite auszuweisen. Darüber hinaus sind wir überzeugt, eine flexible Programmstruktur anzubieten und Filme in aller Regel den Sälen nach vermutetem Gästeinteresse zuzuordnen. Es tut uns leid, wenn wir damit nicht Ihre Vorlieben abbilden.

    Auf Basis der aktuellen Programmstruktur haben wir leider keine Möglichkeit, Ihnen für den Film „Dreiviertelmond“ eine Lösung anzubieten. Auch dies bedauern wir. Gerne stehen wir Ihnen aber mit der Suche nach Optionen zur Verfügung, wenn Sie beim nächsten geplanten Besuch in einem unserer Filmtheater erneut vor einem Problem stehen.

    Mit freundlichen Grüßen

  18. Daniel sagt:

    Autokino? :P

    Ich finde, CinemaxX hat in den Mails gut reagiert, war immer freundlich und bemüht. Altes Gesetzt von Angebot und Nachfrage.

  19. @julianwki sagt:

    Naja, natürlich sind sie Mieter der Immobilie. Allerdings kann die mir nicht erzählen, dass die Cxx AG nicht an den Planungen der Gebäude beteiligt war. Das sind Neubauten für den Kinobetrieb (Multiplex!), da sollte man sowas durchaus diskriminierungsfrei berücksichtigen. Die Immobilien werden dann von Investorengruppen gebaut, die Cxx AG mietet diese dann an. In meinen Augen macht es sich die Dame da ein wenig zu einfach.

    Klar, das Kind ist jetzt schon lange in den Brunnen gefallen, aber dass man auch Kinosäle anders bauen/planen/anmieten kann, sodass kein finanzieller Verlust (und um den geht es den Betreibern verständlicherweise) entsteht und Plätze sowohl für Rollstuhlfahrer und Fußgänger nutzbar, zeigt ja der Kommentator mit den Erfahrungen aus Wien.

  20. Ania sagt:

    Auch als ich noch Mieterin war, könnte ich die Möblierung meiner Räume hin und her schieben, in andere Zimmer tragen … etc.

  21. Cinemaxx hat in keinster Weise gut reagiert. Ihre Freundlichkeit zeugt von Hilflosigkeit und ist im Resultat nichts anderes als ein Versuch das Thema ohne viel Aufsehen glatt zu bügeln. Das sogenannte “alte Gesetz” von Angebot und Nachfrage ist eben doch kein solches, denn für diesen Fall wäre eine strukturelle Änderung der Bausubstanz durchaus im Rahmen des möglichen. Hierfür müssten keine Sitzplätze verschwinden, könnten im Nachfragefall allerdings völlig problemlos und schnell in Rollstuhlplätze umgewandelt werden. Damit würde man wirklich auf die aktuelle Nachfrage eingehen. Wenn man allerdings gar kein oder ein eingeschränktes Angebot macht, ändert dies die Prämissen.

    Btw, auch in dieser Mail wurden mit keinem Wort auf die geltenden Sicherheitsauflagen eingegangen. Die Frage einer Entschädigung wurde ebenfalls nicht beantwortet. Gleiches gilt für einen Zeithorizont für die Website.

    Für meinen Geschmack mehr als unbefriedigend.

  22. franz offermann sagt:

    hallo raul
    ich sehe mit aufmerksamkeit und wohlwollender kritik deine einlässe im internet.
    1. ich bin (“nicht”) behindert
    2. ich kämpfe schon lange für die 2
    INTEGRATION BEHINDERTER MENSCHEN; EGAL OB SINNES-;KÖRPER-; ODER GEISTIG BEHINDERTER MENSCHEN
    ich bin der typ der dir was von segregation versucht hat, den du einfach nur mir “geh
    fällt mir abgehakt hast
    ich fühle mich schon als vreteidiger der behinderten menschen
    wenn ich über4 behinderung spreche, dann seh es bitte jetzt als in anführungsstrichen gesetzt
    zum thema cinemax kann ich dir sagen
    du hast recht
    … und diie auch
    wie du, oder sie damir umgehen, ist nur an gesetzlichen bedingungen geknüpft
    gerade kommt mir die die idee eines modernen “terrorismus der behinderten menschen
    was will jmd. machen, wenn viel einfach durch die kasse fährt und damit (weil presse und polizei wird es erleuchten) einfach durch die kinokasse bei hinterlegung des eintrittspreises fahren?
    andererseits kann ich alle argumente des cinemax verstehen
    ich kenn mich mit den gesetze der verordnungen nicht aus (obwohl ich jura studiere)
    aber wenn ich einfach dich und deine freunde einladen sollt, zu mir nach hause zu kommen, dann wirst du mich vielleicht auch anpupsen, weil ich im 2. stock ohne fahrstuhl lebe
    frage: wozu gibt es assistentz? beantworte bitte persönlich und nicht mit dem üblichen klich “find ich gut”
    assistenten können menschen mit gb oder kb helfen sie in die kinosessel zu setzen, ich bin jederzeit dazu bereit, sag bitte nichht mehr ” gefällt mir”

  23. Tobias sagt:

    Verstehe ich allerdings auch nicht, daß die Bestuhlung nicht flexibel eingebaut wird, so daß man etwa in einer Reihe Plätze bei Bedarf entfernen kann. Müßte hat jemand machen, d.h. es würde Aufwand entstehen den die wahrscheinlich nicht treiben wollen.

  24. Kerstin Franhert sagt:

    Wer großes Kino mit großer Leinwand erwartet, nur weil er das ‘CinemaxX Potsdamer Platz’ betritt, sei an dieser Stelle ausdrücklich gewarnt! Die Säle 11 bis 19 tragen den Namen ‘Studio’ nicht ohne Grund. Sie wurden ausschließlich für die Austragung der ‘Internationalen Filmfestspiele Berlin’ als Vorführstudios für den Filmmarkt gebaut und werden außerhalb der ‘Berlinale’ als ‘Nebenprodukt’ betrieben.
    Aber die oberste Sitzreihe hätte gut vier Sitze weniger sein können, da entsteht kein Verlustgeschäft sondern Lebensfreude.
    http://www.kinokompendium.de/cmaxpots.htm#saal14http://www.kinokompendium.de/cmaxpots.htm#saal14

  25. manu sagt:

    Und das Argument mit der Basketballmannschaft ist lächerlich… vorallem da du ja nochmal betont hattest DU und EINE Freundin KEINE ganze Schulklasse…
    Ich kann da auch einfach nur den Kopf schütteln…

  26. Sonja sagt:

    OK, die erste Mail fand ich noch halbwegs konstruktiv, wenn auch nicht ausreichend, aber die zweite ist unverschämt.

    Wie viele Rollstuhlplätze sind „ausreichend“? In Ihrem aktuellen Fall reicht ein Platz in einem Saal mit fünfzig Plätzen nicht aus. Wenn eine Rollstuhl-Basketballmannschaft gemeinsam einen Film sehen möchte, reichen auch sechs oder acht Plätze in unseren größeren Sälen womöglich nicht aus.

    HILFE, DIE ROLLIFAHRER KÖNNTEN IN HORDEN KOMMEN!

    Darüber hinaus sind wir überzeugt, eine flexible Programmstruktur anzubieten und Filme in aller Regel den Sälen nach vermutetem Gästeinteresse zuzuordnen. Es tut uns leid, wenn wir damit nicht Ihre Vorlieben abbilden.

    … die Vorliebe, einen Film mit jemand anderem zusammen zu besuchen? oder ist das Rollstuhlfahren jetzt ein Hobby? was ist damit gemeint?

    Ganz schwache Vorstellung jedenfalls!

  27. thomas kimmich sagt:

    vielleicht bleiben in Zukunft ja der eine Behinderten-Platz und die 50 anderen Plätze leer?

    das ist dann sicher auch sehr effizient

  28. Herwig Wittmaack sagt:

    Natürlich sind sie freundlich und natürlich gibt es immer Lösungen.
    Das Problem ist im Kern keine Frage des Wollens einzelner Personen und auch kein rein technisches Problem oder sogar Planungsproblem. Im 21. Jhd. sind wir in der Lage diese Probleme zu lösen, weil es keine wirklichen Probleme sind. Es ist eine reine Geldfrage und damit eine politische Frage.
    Raul hat vollkommen Recht mit dem Satz: “Jetzt fängt es an Spaß zu machen …”

    Anders ausgedrückt: Wenn es ohne Aufwand (=Arbeitszeit=Kosten) gehen würde, ja dann ……

    Im Umkehrschluss muss es im Geldbeutel so richtig weh tun.

    Angenommen, alle Kinobetreiber stehen vor demselben Problem bis zum 31.12.2011 mindestens 10% der Plätze als Plätze für Menschen mit Bewegungseinschränkungen auszuweisen und Sitzplätze (auch aus Sicherheitsgründen) sehr kurzfristig demontierbar einzurichten, würde allein diese Maßnahme eine positive Spirale in Gang setzen, die Arbeitsplätze schafft.
    Das einzige was man braucht, ist ein entsprechendes Gesetz und die entsprechende Umsetzung (Durchsetzung).

    Diese Idee war jetzt nur als Beispiel gedacht, wie mehr Schwungmasse erzeugt werden kann.
    Wir leben doch genau wie die Griechen in einer Demokratie.

    Diese vielen kleinen Probleme im Alltag für Menschen mit Einschränkungen gleich welcher Art, ich sage hart Randgruppen (ich bin dann auch da drin), werden mit viel Mühe “gelöst”.
    Wie geht das denn genau:
    Raul hat es meiner Meinung nach, deutlich beschrieben:
    Viele Menschen (und hoffentlich immer mehr) sind tagtäglich vielfach ehrenamtlich tätig. Ohne diese vielen Helfer und auch Spender nicht zu vergessen, würde das ganze System komplett zusammenbrechen, da die staatlichen Mittel, also unsere Steuergelder dafür nicht zur Verfügung stehen.

    Sofort stellt sich doch die Frage: Wofür werden denn die Milliarden Steuereinnahmen nun genau ausgegeben?

    Die Dimension dieses Problems kann ich nicht ermessen, aber sicher ist, dass es hier eine enorme Dunkelziffer gibt:
    Was ist denn mit dem stetig steigenden Druck z.B. im Pflegesystem?

    Hat jemand die Anzahl der Stunden nur in diesem Teilbereich zusammengerechnet, die unentgeltlich geleistet werden?

    Wieviel Millionen Euro sind das umgerechnet, die wiederum “ehrenamtlich” also ich sage mal ganz hart als Spende für den Staat um Löcher zu stopfen erwirtschaftet werden.

    Also, was ich sagen will, ist: Klar sind wir alle irgendwann von Einschränkungen betroffen und somit gibt es Menschen, die nur “zeitweise nicht behindert” sind.
    Aber schaut man sich diese Gruppe genauer an, so ist wiederum eine große Teilmenge dieser Gruppe ebenfalls betroffen. Sie sind es z.B. durch ihren Job.
    Mir fehlt da nur die pfiffige Marketingstrategie, um diese Problematik ganz einfach aufzudecken.

    Es ist wirklich jeder Mensch betroffen, sie oder er weiß es nur noch nicht. (da fällt mir der Vergleich zu Linux ein – jeder nutzt es, aber keiner weiß es)
    Und das müsste geändert werden.
    Da hoffe ich auf Dich Raul.

  29. Weil nahezu auf keine meiner Fragen eingegangen wurde, habe ich fast die gleiche Mail nochmal geschickt:

    Hallo Frau…, Hallo Herr…,

    und wieder einmal:
    vielen Dank für Ihre ausführliche, wenn auch immernoch sehr unbefriedigende und wenig Lösungsorientierte Email. Leider sind Sie mir wiedereinmal einige Antworten schuldig geblieben:

    An wen in Ihrem Hause müssen wir uns wenden, wenn Sie, Frau…, Herr…, wie Sie schreiben, da nichts machen können?

    Und um nochmal ins Detail zu gehen:
    In welchen Punkten genau widersprechen die “geltenden Sicherheitsauflagen” der Ausstattung Ihres 50-Plätze-Studio-Kinos mit zwei oder vier oder wieviel-auch-immer Rollstuhlplätzen?

    Könnten Sie mir bitte auf Grundlage des Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) darlegen, woher die Auflagen stammen damit wir dort weiter ansetzen können um das Problem nachhaltig zu beheben? Auch wenn es, in meinen Augen, keine mutwillige Diskriminierung Ihrerseits ist, ist es dennoch diskriminierend!

    Ich bin sicher, wenn in Ihrem Hause ein Wille da ist, das Problem nachhaltig abzustellen, lässt sich eine Lösung finden. Aber eben nur dann.
    Wie wäre es z.B.: mit bei Bedarf ausbaubaren Sitzen? Andere Theater / Kinos kriegen das, nach Ameldung, doch auch hin.
    Wer ist der Eigner der Immobilie? Wie treten Sie, gegenüber dem Vermieter in dieser Frage auf?

    Bis wann gedenken Sie, Ihre Website um die Informationen, wieviele Rollstuhlplätze es pro Saal gibt, zu aktualisieren?

    Eine Entschädigung halte ich ebenfalls für angemessen!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Raul Krauthausen

  30. ich bin mir sicher das denen die ganze “negativ” PR kein stückchen recht is hehe, umso schlimmer das sie keien vernünftigen, beschwichtigenden antworten bringen…

  31. Marie Habben sagt:

    Ich finde es gut,dass du da so stunk machst.Meine Zeit im Rolli ist zwar begrenzt,ttrotzdem denke ich,gleiches Recht für alle!Wenn fussgänger zu mehreren ins Kino können,wieso sollte es Rollifahrern verwehrt bleiben?!

  32. thomas kimmich sagt:

    Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    Artikel 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland

  33. Vorab: Ich bin nicht behindert

    Ein Tip: Es muss für das Gebäude und für die Nutzung als Kino eine Baugenehmigung geben. In dieser Baugenehmigung wird z.B. auch vorgeschrieben, wieviel Besucher- bzw. Kundenparkplätze zur Verfügung stehen müssen.

    Raul: Kann es vielleicht sein, (sollte es nicht so sein,) dass bei dieser öffentlichen Nutzung, wie es nunmal ein Kino darstellt, auch eine bestimmte Anzahl von Behindertenplätzen und barrierefreie Zugänge etc. vorgeschrieben sind?

    Du solltest mal beim Bauamt nachfragen, welche Auflagen es gibt. Vielleicht hast du Glück und es gibt eine Auflage, die (noch) nicht erfüllt wurde oder die Maßnahmen zur Erfüllung der Auflage wurden nach Bauabnahme wieder rückgängig gemacht. In diesem Fall würde das Bauamt einschreiten. – Zu Gunsten aller Rollifahrer.

    Ich habe sowas schonmal erlebt – und ich hatte Glück! Da ging es allerdings um Parkplätze für die Mieter.

  34. Und wieder eine äußerst unbefriedigende Antwort vom CinemaxX:

    Sehr geehrter Herr Krauthausen,

    bitte entschuldigen Sie, dass Sie auf die neuerliche Rückmeldung etwas länger haben warten müssen. Leider haben wir unseren vorhergehenden Mails nur wenig neue Informationen hinzuzufügen. Eine Instanz, die Ihnen in diesem Fall eine konkrete Lösung aufzeigen kann, können wir Ihnen nicht bieten.

    Die Auflagen, von denen wir in Bezug auf Saal 14 und seiner Ausstattung mit nur einem vorgesehenen Rollstuhlplatz sprechen, sind feuerpolizeilicher Natur: Wir dürfen Rollstühle nur auf der Einlassebene zulassen (da im Gefahrenfall jeder Gast in der Lage sein muss, den Saal ohne Hilfe zu verlassen) – und auf dieser Ebene fehlt in diesem Saal der Platz für einen weiteren Rollstuhl. Für uns ist die Sicherheit all unserer Gäste entscheidend. Es handelt sich also um einen „sachlichen Grund“ im Sinne des AGG – auch wenn wir dieses hierfür nicht bemühen wollen.

    Die von Ihnen angeregte Anzeige der Menge der in jedem Saal zur Verfügung stehenden Rollstuhlplätze wird derzeit durch unsere Fachabteilung umgesetzt – und wird voraussichtlich in ca. 14 Tagen sichtbar sein.

    Sehr geehrter Herr Krauthausen,

    in nunmehr 13 Jahren, in denen wir das Haus am Potsdamer Platz führen, ist uns erstmals ein entsprechendes Problem zu Ohren gekommen. Wir sind immer gerne bereit, über Veränderungen und Möglichkeiten nachzudenken. Dies wird aber nicht im zeitlichen Rahmen eines Mailaustauschs abzubilden sein. Wir bitten daher auch um Ihr Verständnis, dass wir konkrete Lösungen nicht innerhalb einer Woche – und auch sicher nicht innerhalb eines Monats erarbeiten geschweige denn umsetzen können.

    Mit freundlichen Grüßen

    Leiter Kommunikation / Pressesprecher

    Was meint ihr, soll ich antworten?

  35. Rayo sagt:

    Klar wieso nicht ;)

  36. jürgen hauke sagt:

    warum soll es dir besser gehen als 300 rollies, die nicht in unseren bundestag kommen?
    -antworte nicht, perlen vor die säue. es gibt sovieles besseres, wo deine energie besser hinpasst/ ankommt?
    sauerei, nur 1 platz vorzuhalten.
    VIELE GRÜSSE!

  37. maja strada sagt:

    Hahaha, die sind wie bei der Deutschen Bahn gut geschult viel zu schreiben und Inhalte mit Luft zu füllen. Tja, ich würde an deiner Stelle dran bleiben. 14 Tage ist ein überschaubarer Zeitraum, ich würde mich vom Ergebnis persönlich überzeugen, ggf. auf eine persönlichen Einladung drängen. Zweitens würde ich deutlich machen, dass das Cinemaxx 13 Jahre Zeit hatte, sich damit zu befassen, dass es auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen in unserer Gesellschaft gibt. Da das Thema Integration ja in Deutschland ach so groß geschrieben wird, bedeutet die Verletzung der Teilhabe am soziokulturellen Leben eine Menschenrechtsverletzung. Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Konvention_%C3%BCber_die_Rechte_von_Menschen_mit_Behinderungen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Isolation
    http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/menschenrechtsinstrumente/vereinte-nationen/menschenrechtsabkommen/behindertenrechtskonvention-crpd.html
    http://www.dbsv.org/dbsv/aufgaben-und-themen/behindertenrechtskonvention/

    Das Ding würde ich jetzt richtig fett aufrollen. Ich bin sicher, dass es viele Menschen gab, die sich in den 13 Jahren beschwert haben und auf das Problem aufmerksam gemacht haben, aber irgendwann die Kraft verloren geht, wenn man so ekelig abgewimmelt wird. Raul, wenn du aber doch der Einzige in den 13 Jahren gewesen sein solltest, der dieses Problem erkannt und angesprochen hat, dann würde ich dran bleiben!!!!

  38. manu sagt:

    Hmm…sie wissen also selber nicht, wer für die Planung ihres Kino’s zuständig ist, hab ich langsam den Verdacht.
    Also…ne Aktion wäre, jede Woche mal 2 Rolli-Fahrer die Ins Kino wollen und zwar in DENSELBEN Film (wie unvorstellebar) antanzen zu lassen…

    Weil so wie die letzte Antwort klingt, geht es darum dass du der erste bist, der da ein Problem hat, und solang es nicht mehr wird, brauchen sie auch nichts zu ändern ^^

  39. jürgen hauke sagt:

    ab 5. januar:
    lachen im kino, “lachen im rollstuhl”:
    http://www.behindert-barrierefrei.de/behindert/behindert-blog/behindert-blog.php?do=comments&id=2063
    DIE GELEGENHEIT ZUM UMRÜSTEN!
    gruß.2

  40. Anna sagt:

    Raul, bitte antworte.
    Das Unternehmen hat einscheindend nicht verstanden, um was es wirklich geht.
    Auch das die Damen und Herren nicht auf Emailbeantwortung ausgelegt sind…dann können sie doch nen Termin ansetzten an dem ihr euch trefft?
    Und natürlich, sind die Veränderungen nicht innerhalb von ein paar Tagen zu ändern, aber das ist doch kein Argument es sein zu lassen…
    also Antworte, bleib dran, treff dich mit Herrn Cinemaxx und mach nen Fass auf ;)

  41. meiner Meinung nach,… würde ich zu einem
    ‘Rollstuhlfahrer-Flashmob’ 50 “rollis” auf alle Säle aufteilen.

    und das am besten 4 Wochen lang damit sich die 13 Jahre schnell wieder Aufrechnen.

    und ganz ehrlich ich kann mir nicht vorstellen dass es 13 Jahre kein Problem damit gab!

  42. Ania sagt:

    Ich würde denen jetzt mal 4 Wochen Zeit geben und dann nachdrücklich nachfragen und dann ggf. die Vorschläge der anderen umsetzen (Flashmob oder häufige zwei-Rolli-Versuche oder sowas).

  43. Danke für die vielen Anregungen!

    Hier meine Antwort:

    Hallo Frau…, Hallo Herr…,

    vielen Dank für Ihre Antwort. So langsam gewinne ich den Eindruck, dass Sie mich nötigen, den gewünschten Film illegal gucken zu müssen.

    Sie schreiben, dass Sie mir keine Instanz in Ihrem Hause bieten können, die uns bei der Lösung des Problems helfen kann. Das würde ich ja mal ganz ganz stark bezweifeln. Wie wäre es beispielsweise mit einem gemeinsamen Termin mit Ihrer Geschäftsführung und/oder dem Immobilienbesitzer? Wie bereits auch in den Mails zuvor beschrieben, ist mir klar, dass eine schnelle Lösung des Problems nicht so einfach zu erreichen ist. Schon garnicht, da haben Sie recht, via Mail. Aber auf lange Sicht, und im Sinne einer nachhaltigen Lösung, würde ich schon gerne wissen, was die Kinokette CinemaxX gedenkt zu tun, um dem Problem Herr zu werden. Wer ist der Eigner der Immobilie? Wie treten Sie, gegenüber dem Vermieter in dieser Frage auf? Wenn sie mögen, kann ich mich auch direkt an Ihren Geschäftsführer wenden und ihm und ein paar anderen Interessierten den Sachverhalt von Anfang an nochmal schildern.

    Es ist klar, dass Sie das AGG nicht bemühen wollen. Ich aber!
    Wie wäre es beispielsweise mit einer Begehung mit einem Brandschutzinspektor, dem berliner Behindertenbeauftragten/der Antidiskriminierung Stelle und einem Architekten? Ich bin sicher, wir würden da eine schnelle und öffentlichkeitswirksame Lösung für Alle finden. Natürlich nur, wenn in Ihrem Hause ein Wille da ist, das Problem auch wirklich nachhaltig abzustellen. Diesen Willen sehe ich bisher aber leider nicht!
    Auf meinen Vorschlag, mit den ausbaubaren Sitzen, sind Sie leider auch nicht eingegangen.

    Sie schreiben, dass Ihnen das Problem noch nie zu Ohren gekommen ist. Das finde ich mehr als verwunderlich, da ich schon mindestens 3 Menschen kenne, die vor der gleichen Problematik in Ihrem Kino standen. Und mit Verlaub: Ihre Kinokette hatte 13 Jahre Zeit, sich mit der Thematik des Brandschutzes/Barrierefreiheit zu befassen. Es sind noch immer einige Ihrer Säle nicht barrierefrei. Das ist schon sonderbar.

    Eine Entschädigung halte ich ebenfalls und immernoch für angemessen!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Raul Krauthausen

    P.S: Ich habe mir erlaubt, unseren gesamten Mailverkehr online unter http://raul.de/cinemaxx zu veröffentlichen. Falls Sie sich fragen, wer dieser nervende “Raul” eigentlich ist, hier ein Link: http://www.youtube.com/watch?v=u7ddxtFK1T8

  44. Alexandra sagt:

    Hi Raul,

    du weißt ja, dass ich generell deine Haltung zu diesen Themen gut finde. Dennoch finde ich

    1. nicht ok, den Mailverkehr öffentlich zu machen (es gibt auch im Mailbereich ein Postgeheimnis) und

    2. meiner Meinung nach sich das Unternehmen sehr professionell verhält. Auch wenn es nicht in deinem Sinne ist, so empfinde ich die Antworten, die die geben, sehr entgegenkommend.

    Weiteres möchte ich auf einen Kommentator eingehen, der meint, in Wien gäbe sowas nicht. Das ist nicht ganz richtig. Bis Mitte und Ende der 90er durften viele (auch größere) Kinosäle nicht mehr als 2 Rollstuhlplätze anbieten (und selbst die waren selten zu finden), eben aus Brandschutzgründen. In den kleinen Kinos ist das noch immer so, weil diese einfach nicht so konzipiert sind und die auch kaum noch saniert werden.

    Erst durch die Schließung der kleineren Kinos und die Ausbreitung diverser CinemaxX hat sich das geändert. Mittlerweile bieten Großkinos bis zu 4 Rollstuhlplätze an, je nach Auslastung sogar mehr. Jedoch muss man das einige Tage vorher anmelden. Auch ich muss öfter bei Kinos anrufen, ob ich hinein „darf“.

    Beispiel: Vor zirka neun Jahren war ich mit einigen Freunden in einem kleinen Kino namens Bellaria. Es spielt ausschließlich Independent Filme. Ich musste einen Vertrag unterschreiben, wenn was passieren sollte, das Kino über möglichen physischen Schaden meiner Person durch Brand keine Haftung übernimmt. Meine Freunde mussten ebenfalls bestätigen, dass sie dafür Sorge tragen, dass bei Brandfall die Leerung des Saals nicht behindert wird. Ich und meine Freunde haben den Vertrag unterschrieben. Ich fand es sehr befremdlich, aber unterschrieb den Vertrag und wir genossen den Film. Wir haben noch lange über diesen Vorfall diskutiert und überlegt, ob wir dagegen was unternehmen … wir haben uns entschieden nichts in der Richtung zu machen und weißt du warum? Ich habe ja mein Ziel erreicht, also wogegen angehen?

    Nochmal die Antwort der Pressestelle: Sie hätten dir auch klar mit der 2. Mail mitteilen können, dass du gerne ein anderes Kino aufsuchen kannst. Das haben sie nicht. Sie haben sich auf den Dialog eingelassen und das ist immerhin eine gewisse Kompromissbereitschaft. Auch du, lieber Raul, bekommst nicht die eierlegende Wollmilchsau. Dein Engagement schätze ich sehr, das weißt du auch, aber respektiere auch die Haltung anderer, und so einfach ist es halt oftmals nun mal nicht. Das weißt du auch selbst, um Dinge zu bewegen, benötigt man kleine Schritte.

    Meines Erachtens solltest du die nächsten Mails nicht öffentlich machen. Du hast deine Hilfe angeboten, wenn sie klug sind, gehen sie darauf ein, wenn nicht, dann solltest du es dabei belassen. Es wird ja wohl noch mehrere Kinos in Berlin geben, oder? Sonst kommst halt mit deiner Freundin nach Wien, pennen könnt Ihr bei mir und wir gehen zu Dritt ins Kino. Dann misch ma mal die Stadt auf.

    Alexandra

  45. Der film wird im Kulturhaus Spandau gezeigt. Barrierefreie Kinosäle. Wärst DU an einer Lösung interessiert, dann wärst Du dahin gefahren.

    Stattdessen geht es hier um das “Bößmenschen-Bashing”.

  46. manu sagt:

    Hmm, das mit dem veröffentlichen ist wahrsch. wirklich nicht sehr gut…
    ABER eine Frage an Björn: Wo ist das Lösungsorientiert wenn man dem Problem ausweicht?!
    Auf Barrieren hinzuweisen kann nie falsch sein!

  47. Es ist ein Spagat. Am meisten regen mich so inhaltsleere Mails wie am Anfang auf. Am Ende wurden sie konkreter. Mal sehen was kommt. Ich versuche fair zu bleiben.

  48. Alexandra sagt:

    @manu Ich bin zwar nicht Bjoern, aber ich glaube “an Lösung interessiert” heißt nicht, die Barriere zu ignorieren, sondern sich selbst die Frage zu stellen, was man will.

    1. Will ich mit einer Freundin ins Kino gehen? Ja. Dann muss ich auch in Betracht ziehen, dass es Probleme geben kann, er lebt ja nicht erst seit Gestern in der Stadt. Und des Telefonierens ist er auch mächtig.

    2. Ich teste einfach mal einige Kinos, wie belastbar sie sind und der Film ist mir eigentlich egal. Es geht nur um “Ich habe Recht, du nicht!” und auch um bewusst Barrieren aufzustöbern.

    Alexandra

  49. Christian sagt:

    Ich finde es gut, Barrieren nicht nur aufzeigen zu wollen sondern sie als änderbar zu betrachten.
    Klar mag es in den Mails nun so erscheinen als ob eine Brechstange ausgepackt werden soll, davon gehe ich aber nicht aus.
    Ich sehe es vielmehr so, dass dieser Kinosaal auch in 10 Jahren noch nur 1 Rollstuhlplatz hat und man weiterhin nicht zu zweit, dritt wie auch immer ins Kino kann (Ich selbst bin nicht betroffen, davon mal ab), jedoch muss man jetzt etwas tun und das ist nicht mit ausweichen getan sondern mit einer erneuten Modernisierung!

  50. @manu: Ich gehe davon aus, die Personen die antworten – ganz egal in welcher verfügbaren Hierarchie-Ebene können keine andere Lösung als die Antworten anbieten.

    Mir ging es darum, dass hier ein sinnloser Mailverkehr stattfindet. Den Film kann man anderweitig Barrierefrei sehen. AGG würde greifen, wenn in Berlin nur ein Kinosaal vorhanden wäre. Dem ist aber nicht so.

    Also liegt die Lösung an Raul, nicht an den anderen …

  51. Alexandra sagt:

    Also liegt die Lösung an Raul, nicht an den anderen …

    Seh ich auch so.

    Die ganze Sache würde sich anders gestalten, wenn es unter einem Motto gewesen wäre wie zB “Wir testen Kinos. Wie freundlich und barrierefrei sind Berliner Kinos”

    Das wars aber nicht.

  52. Alexandra sagt:

    Hoppala, irgendwas lief da mit dem Zitieren schief. Ich hoffe, es ist dennoch klar, was ich sagen wollte.

  53. roland sagt:

    @Bjoern Habegger – Kulturhaus Spandau. Hast du auch noch in Potsdam nachgesehen? Ist ja alles n Klacks, ne.

    Ich lese hier auch keinen “sinnlosen” Mailverkehr, allenfalls einen mühsamen, der eben eine gewisse Hartnäckigkeit braucht (es brauchte ja drei Mails, bis jedenfalls in der letzten eine einigermaßen konkretere Antwort kam, warum das mit dem 1 Rolliplatz so ist, wie es ist)

  54. manu sagt:

    Hmm, klar Alternativen kann man sich fast immer suchen, aber das machts eben auch oft mühsam oder?
    Und auch darum gehts ja: Warum sich alternativen suchen “müssen” wenn es doch eig. so nah liegen könnte.
    Und CinemaxX ist ja nicht gerade ne unbekannte Kinokette, gerade bei so doch schon weitverteilten (sind die nicht mind. Deutschlandweit?) geht man doch eig. von modernen Standards aus. Und Modern heißt sicher nicht 1 Platz im Saal. Die Vorgehensweise ist Raul seine Sache, ich denke er muss selber wissen, wie er was anpackt.
    Und es garantiert sicher niemand, das mal was nach hinten losgehen kann.
    Aber ich hoffe trotzallem, dass seine Mails etwas in Gang gesetzt haben.

  55. Alexandra sagt:

    @manu

    Sorry, aber da muss ich dir widersprechen. Im Leben muss man öfter mal Kompromisse eingehen oder auf Alternativen zurückgreifen. Der Konzens bleibt in den wenigsten Situationen.

    Ganz banales Beispiel:

    Wenn dir die Jeans nicht passt, die du kaufen willst, kannst schlecht zum Geschäftsinhaber hin und ihn anmeckern, weil er nicht die Hose hat, die du grad haben willst. Er wird dir vermutlich Alternativen (anderer Schnitt, Stoff, Farbe etc.) anbieten oder du musst dir ein anderes Geschäft suchen. Ein anderes Geschäft hingegen freut sich, denn erstens du findest dort die Hose, dieser einen neuen kunden und alle sind happy.

    Auch im Job muss man öfter mal Alternativen wählen, weil zB der Kollege mal nicht so will wie du oder der Kunde andere Ideen hat, als deine es sind oder der Chef dich doch nicht um 16 Uhr nach hause gehen lässt, weil noch Arbeit zu erledigen ist.

    Als mündiger Mensch sollte man in der Lage sein, auf unterschiedliche Situationen flexibel zu reagieren. Raul wollte das bestimmte Kino, ging nicht … na und? Berlin hat wie viele Einwohner und wie viele Kinos?

    Anders wär es, wenn er irgendwo am Dorf wäre, wo er nicht mobil ist und das das einzige Kino in Umkreis wär. Nein, so ist es nicht. Er lebt in eines der größten Städte, also hat er Alternativen … sehr Viele sogar. Vielleicht war er einfach nur zu bequem um sich die Mühe zu machen und sich halt Alternativen rauszusuchen. Vielleicht braucht er mal wieder ein Blogthema, oder es hat ihn wirklich sehr geärgert, weil man ihm nicht den roten Teppich ausgerollt hat oder es sind tausend andere Gründe.

    Für mich sind das doch alles fadenscheinige Ausreden … Weder hat das Kino gegen irgendwelche Rechte verstoßen noch haben sie sich unhöflich verhalten, ganz im Gegenteil. Sie sind bereit mit ihm in Dialog zu gehen. Und das ist – wie ich finde – mehr als positiv.

    Achja, noch was zum Schluss:

    Behinderte haben nicht das Recht etwas zu fordern, was sie nicht auch selbst geben können. Ich erlebe es sehr oft von KollegInnen, die sich immer wieder über Misstände beschweren und aufregen und die böse, böse Gesellschaft dafür verantwortlich machen.

    Toleranz und Mitgefühl beginnt bei einem Selbst und gerade als Person, der für andere eine Stimme sein möchte, sollte sich im Klaren sein, dass er die Verantwortung und Toleranz, die er von anderen erwartet, auch selbst zu tragen hat.

    Wir sind alle Teil ein und der selben Gesellschaft und wenn wir nicht lernen miteinander – anstatt – gegeneinander zu arbeiten, wird es weiterhin Barrieren, Unverständnis und Vorurteile geben.

    Ich würde mir von Dir, lieber Raul, wünschen, hier bewusst den Dialog zu suchen, anstatt hier nach “angemessener Entschädigung” zu rufen. Und noch eine Bitte: Keinen Mailverkehr mehr öffentlich machen und schon gar nicht, wenn’s Dein Gegenüber gar nicht weiß und dazu nicht Stellung nehmen kann.

    Das ist nämlich ne ziemlich miese Aktion. See yea … Alexandra

  56. @Alexandra:

    Es geht mir, wie du dir sicher denken kannst, nicht um die “angemessene Entschädigung”. (Obwohl es auch interessant, ja vielleicht sogar gleichberechtigt(?) ist, dass sie nie darauf eingehen).

    Viel mehr geht es mir um den Dialog. Sonst würde ich mir die Arbeit ja nicht machen. Ich versuche zu verstehen, was da vor sich geht und lasse mich mit billigen Standardschreiben einfach nicht abspeisen. Ich will an die Substanz und der Sache auf den Grund gehen. Denn nur dann kann sich auch etwas ändern. Nicht heute, nicht morgen. Aber vielleicht für die Zukunft. Dabei versuche ich stets fair zu bleiben, niemanden öffentlich bloßzustellen bzw. persönlich anzugreifen. Den Mailverkehr öffentlich zu machen, ist eine Sache, über die man streiten kann. Da gebe ich dir recht.

  57. ich finde es absolut korrekt alles online zu stellen!

    und besonders gefällt mit der Ps abschnitt in deiner letzten mail, da wird der druck gleich ein stückchen größer! Weiter so!

  58. Solche Veranstalter müssen wissen, dass sowas öffentlich gemacht wird. Dann überlegen sie sich besser, wie sie sich äußern.

    Die Behauptung, man sei der erste Mensch, der sich beschwert, ist ja nichts Neues. Das soll doch wohl heißen, dass es nichts gibt, worüber man sich beschweren muss. … Und wenn du wirklich der Erste bist, der sich in dieser Sache beschwert, dann sollten sie dir dankbar sein. Wie wollen sie sonst ihr Angebot verbessern, wenn sie von ihren Kunden kein Feedback bekommen?

    Mein Fazit: Der Presse-Fuzzi scheint es als seine Aufgabe anzusehen, Beschwerdeführer abzuwimmeln. – Dafür wird er bezahlt, aber er schadet seinem Unternehmen. Daher sind diese Veröffentlichungen auch sehr (sehr!) wichtig.

    Weiter so, Raul!

  59. Petra sagt:

    Was der Pressesprecher des CinemaxX schreibt, kann auch alles stimmen. Zum Beispiel behauptet er, Rollstuhlfahrer dürften nur in der Eingangsebene stehen, da sie im Gefahrenfalle das Kino selbstständig verlassen können müssen. Nun kann ja nicht jeder Rollstuhlfahrer seinen Rollstuhl selbstständig bedienen. Demzufolge dürften Einige Schwerstbehinderte erst gar nicht ins Kino hinein. Genauso wie kleine Kinder, welche das Kino auch nicht selbst verlassen können (ebenso auf Hilfe angewiesen sind) und zudem mitten in den Reihen sitzen. Es ist müßig alles zu rekonstruieren, jede Aussage sollte aber zu überprüfen sein, daher finde ich eine Veröffentlichung angebracht. Es geht meines Erachtens ja auch nicht um schikanöses Verhalten, sondern um den Aufruf zur Änderung von Mißständen. “Solche Beschwerden hören wir zum 1.Mal” ist auch oft der Standartausweichspruch von Stellen/Abteilungen, die bei Beschwerden an der Abendkasse z.B. Noch unbeherzter eingreifen.

  60. Dennis R. sagt:

    Hallo Raul,

    wenn ich mir vorstelle das eines Tages eine weisses Raumschiff landen würde, mit kleinen Wesen an Bord die uns zum Begrüßungsdinner laden, dann sehe ich wie Türen so weit aufgehen wie die Person groß ist die vor ihnen steht und sich Stühle aus dem Boden erheben in die jeder hineinpasst. Stühle von so hoher technologischer Geilheit, aus Smartmatter, immer in einer Form die zu jedem noch so vielbeinigem oder beinlosem Wesen passt. Und die Aliens wären stolz so gute Gastgeber zu sein.

    Es wäre ihnen so peinlich Kinos zu haben die nicht mal zwei Rollstuhlfahrer passen. So wahnsinnig peinlich.

  61. Thea Tralisch sagt:

    Hallo Raul, ich finde deine Aktion zwar schon etwas gewagt aber auch durchaus angemessen. Die Briefe zu veröffentlichen ist in Ordnung. Jedes Unternehmen rechnet damit, dass solche Briefe veröffentlicht werden und es sind keine Namen von MitarbeiterInnen genannt. Die Antworten des Cinemaxx sind wischiwaschi und es gibt kein echtes Interesse etwas zu ändern. In Skandinavien und den USA hätten die da auch mehr Probleme wenn sie so wie hier diskriminieren würden. Brandpolizeilich ist das glaub ich i.O. weil die Rettung tatsächlich selbst möglich sein muss. Allerdings gibt es doch nicht nur 2 Plätze in der Reihe, oder? Ich gehe mal davon aus, dass es allein mit gutem Willen möglich ist hier ohne Kosten was zu ändern. Frag doch einfach mal mit dem Saalplan in der Hand jemanden der Kollegen von der Feuerwehr wo das Problem liegt und was er/sie z.B.ändern würde wenn das Rollifaherertöchterchen gern mit seinen 2 Freunden ins Kino gehen wollte. In einem Raum mit 50 Plätzen muss es doch möglich sein 4 Rolliplätze unterzubringen ohne abreisen und neu bauen zu müssen…
    Ich bin nur in so fern betroffen, dass ich gelgentlich mit einer e-Rollifreundin ins Kino gehe. Allerdings in Wolfsburg und da ist mir bisher kein Problem aufgefallen.

  62. Michael S. sagt:

    Hallo Herr Krauthausen,

    auf Ihre Seite bin ich durch/über die Chrome-Werbung gestoßen. Ich finde Ihre Einträge sehr interessant.

    Die meisten Menschen machen sich sicher kaum oder weniger Gedanken über die Erreichbarkeit bzw. Zugänglichkeit von Gebäuden, solange man keine Hilfsmittel braucht.

    Dennoch ist es auch für nichtbehinderte Menschen sehr bequem, wenn es Rampen oder wenig Treppen gibt, um in ein Gebäude zu kommen. Das gleiche gilt für automatische Türen, breite Türen etc.

    Bei mehrstöckigen Bauwerken braucht man nun einmal Aufzüge und da wird es im Brandfall für Gehbehinderte/Rollstuhlfahrer gefährlich, wenn sie nicht aus eigener Kraft das Gebäude verlassen können.

    In einem Kino aber wäre es durchaus möglich, die ebenerdigen Säle direkt rollstuhlgerecht zu planen, oder so, dass wie in vielen Hörsälen ein einfaches “dazustellen” möglich ist.

  63. Da ich seit über einem Monat keine Antwort erhalten habe, habe ich das CinemaxX nochmal freundlich daran erinnert.

    Hallo Herr Schmidt, hallo Frau Groß,

    ich hoffe, Sie hatten einen guten Rutsch in’s neue Jahr.
    Leider warte ich immer noch auf eine Antwort Ihrerseits!
    Wann gedenken Sie, mir hier zu antworten?
    Wann werden Sie Ihre Website dahingehend ändern, dass man sehen kann, wieviele Rollstuhplätze pro Saal zur Verfügung stehen?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Raul Krauthausen

  64. Hallo Raul,
    das einzige Ziel einer Kinokette ist, das Geld der Inverstoren mit möglichst wenig Aufwand so zu nutzen, dass ein Gewinn entsteht, mal ganz profan gesagt. Die ganzen Brandschutz-, Gesundheits-, Wasauchimmer-Auflagen sind dabei nur Dinge, die Gewinn senkend zu berücksichtigen sind. Alles, was das Bild des fröhlichen und familienfreundlichen Kinoanbieters stören könnte, wird bereits im Vorfeld von der PR-Abteilung auf mögliche Fragen und Antworten abgeklopft. Für Behinderte einen oder zwei Plätze zu berücksichtigen, macht sich erstens gut und spart Investitionskosten für den Sitz. Das ist aber auch alles, was von den Planern zu diesem Thema vorgesehen wurde. Ende der Neunziger waren Behinderte Wesen, die sabbernd Sonntags mal durch den Park geschoben wurden. Jetzt kommt da so ein Behindi daher und schreibt Mails, die darauf hindeuten, dass er keinen an der Waffel hat. Wieso eigentlich? Behinderte haben doch alle einen weg? Dann erdreistet er sich auch noch, eine Antwort zu verlangen und veröffentlicht das auch noch? Eine PR-Katastrophe! Keins der Planspiele sieht eine Reaktion darauf vor. Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, da wurden PR-Leute dafür bezahlt, zu denken. Heute dürfen sie nur noch von betriebswirtschaftlich abgesenete Texte wiederkäuen. Frau Groß und Herr Schmidt hätten bestimmt am liebsten geschrieben.” Lieber Herr Krauthausen, es tut uns Leid, was Ihnen passiert ist. Wir werden unseren Architekten beauftragen, zu prüfen, wie durch die Herausnahme von Sitzen weiterer Platz bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden kann. Als Dank für Ihre Anregung senden wir Ihnen anbei für Ihre Bekannte und Sie jeweils eine Jahreskarte.” Schon wärst du zufrieden gewesen und wir alle hättten eine wunderbar moderierte Story verpasst. Ich wünsche uns, dass CinemaxX dir noch viele so herrliche Steilvorlagen liefert, damit du noch lange mit ihnen herum zackern kannst.

    Das Personal des Kinos in Karlsruhe, in das ich öfter mal gehe, stellt sogar einen der Sessel aus dem Foyer neben den Rolliplatz, damit meine Frau bei mir sitzen kann. Das ist zwar toll, ist aber kein Material für eine Story.

  65. Und hier wieder eine Antwort des CinemaxX-Kinos. Man spürt, wie sie langsam hoffen, dass ich aufgebe… Soll ich?

    Hallo Herr Krauthausen,

    vielen Dank für Ihre Mail zum Jahresbeginn. Wir hoffen, auch Sie sind gut in das neue Jahr gestartet.

    Ihre Frage nach der Anzeige der für den jeweiligen Saal zur Verfügung stehenden Plätze können wir nunmehr konkret beantworten: Wir haben inzwischen die Voraussetzungen in den Datenbanken geschaffen, um diese Anzeige spätestens zum Ende dieses Monats sicherstellen zu können.

    Mit freundlichen Grüßen und allen guten Wünschen für 2012

  66. Hi Raul…

    als erstes möchte ich dich bitten nicht aufzuhören.., denn a. du siehst, es passiert ja was im Hintergrund.. und b. aufgrund das du dich ja dort meldest, gibst du denen, die sich so was nicht trauen, eine Stimme.. und das ist sooo wichtig.. also.. bitte weitermachen.. :-)

  67. Daniel Nagel sagt:

    so hart wie irgendmöglich bleiben. betonköpfe muss man quasi mit einem presslufthammer bearbeiten. siehe “presslufthammer-bernhard” (tolles lied).

    alles gute ! ich gelte auch als behindert. in wirklichkeit ist binderung aber ein privileg. der normale mensch lässt denken, wir denken aber selber. also munter reinschlagen in die (meist nazis) betonköpfe, gerade und auch in good old berlin, hab da auch mal gewohnt. <3

  68. Leni sagt:

    Hi Raul,

    bitte höre nicht auf, Ihnen zu schreiben, denn sonst wird sich nichts ändern und die bekommen Ihren Willen.

    Daumen hoch für deine Aktion. Weiter so.

  69. mr.molab sagt:

    raul is’ ne macht – ich find das sehr geil !!!

    mal abgesehen vom neuen rolli – wie können wir dich unterstützen?

    dürfen wir auf deine seiten verlinken?

    gruß aus unna,

    thorsten brandt

  70. kay sagt:

    Ohne Veröffentlichen von Mails – wie in diesem Fall – passiert rein gar nix. Das Sichtbarmachen hilft immens dabei, Veränderungen auf sanftem Weg in Gang zu setzen.

    Dass moderne Kinosäle, auch wenn sie nur über fünfzig Sitzplätze verfügen, nur einen Rollstuhlplatz vorsehen, spricht nicht für einen modernen Kinosaal und ist ungefähr genau so verplant, wie die neue Unart in einigen Berliner Hotels und Jugendherbergen: Häufig ist das einzige barrierefreie Zimmer ein Einzelzimmer. Der Partner oder die Begleitperson muss draussen bleiben. Der Rollstuhlnutzende als einsamer Cowboy… oder welches Bild auch immer den Planern hier vorschwebt.

    Veröffentlichungen wie die von Raul schaffen Aufmerksamkeit und bewegen was. In der Luftfahrt haben sie wesentlich dazu beigetragen, dass Fluggesellschaften wie die Lufthansa neuerdings Bordrollstühle mit sich führen. Zwar offiziell drei Jahre zu spät, aber ohne Druck mit dem geschriebenen und veröffentlichten Wort auszuüben, gäbe es die vermutlich auch heute noch nicht.

    Natürlich ist es keine Lösung, einfach auf Kinos zu verweisen, die besser geeignet sind für die Aufnahme von zwei Rollstuhlfahrern, die sich gerne einen Film ansehen wollen. Wir leben im Jahr 2012 und nicht mehr in den Fünzigern. Es geht um zeitgemäße Lösungen und dazu gehört auch flexibel auf unterschiedlichen Anforderungen zu reagieren – und wenn es eine Rollstuhlbasketballgruppe sein sollte, die sich vornimmt einen gemeinsamen Kinoabend zu verbringen! CinemaxX gehört zu den größten und modernsten Kinoketten Deutschlands – wo, wenn nicht hier sollten mehrere Rollifahrer zeitgleich einkehren können?

    Weiter so, Raul. Und bleib dran!

  71. So langsam scheint Bewegung in die Sache zu kommen:
    Auf den Kinoseiten kann man nun sehen, welcher Saal rollstuhlgerecht ist. Allerdings fehlt immernoch eine Angabe über die Anzahl vorhandener Rollstuhlplätze.

    Auf meine erneute Bitte, auf die noch offenen Fragen zu antworten, erhielt ich folgende Nachricht:

    Hallo Herr Krauthausen,

    leider kann ich Ihnen zu den weitergehenden Fragen noch keine Antworten schicken. Wir sind immer für konkrete Lösungen und Verbesserungen – aber eine solche, kurzfristig durchführbare Maßnahme haben wir noch nicht identifiziert. Wir werden uns gerne sofort bei Ihnen melden, sobald wir eine sinnvolle Lösung vorstellen können.

    Mit freundlichen Grüßen

  72. Hallo Frau G., hallo Herr S.,

    ich wollte nochmal auf meine Anfrage vom 27.11.2011 zurückkommen, da ich immer noch keine Antwort von ihnen erhalten habe, wie sie gedenken, eine nachhaltige Lösung zu finden.
    Inzwischen ist es bei Ihnen sogar so streng reglementiert, dass 2 Rollstuhlfahrer, von denen sich einer umsetzen könnte, nicht mehr in die Kinosäle dürfen! Wie soll ich nun mit meiner Freundin Batman gucken, wenn die Säle: 1, 4, 5 und 8 jeweils nur einen Rollstuhplatz haben und Saal 10 sogar garkeinen?

    Meine Mail vom 27.11.2011:
    “Sie schreiben, dass Sie mir keine Instanz in Ihrem Hause bieten können, die uns bei der Lösung des Problems helfen kann. Das würde ich ja mal ganz ganz stark bezweifeln. Wie wäre es beispielsweise mit einem gemeinsamen Termin mit Ihrer Geschäftsführung und/oder dem Immobilienbesitzer? Wie bereits auch in den Mails zuvor beschrieben, ist mir klar, dass eine schnelle Lösung des Problems nicht so einfach zu erreichen ist. Schon garnicht, da haben Sie recht, via Mail. Aber auf lange Sicht, und im Sinne einer nachhaltig Lösung, würde ich schon gerne wissen, was die Kinokette CinemaxX gedenkt zu tun, um dem Problem Herr zu werden. Wer ist der Eigner der Immobilie? Wie treten Sie, gegenüber dem Vermieter in dieser Frage auf? Wenn sie mögen, kann ich mich auch direkt an Ihren Geschäftsführer wenden und ihm und ein paar anderen Interessierten den Sachverhalt von Anfang an nochmal schildern.

    Es ist klar, dass Sie das AGG nicht bemühen wollen. Ich aber!
    Wie wäre es beispielsweise mit einer Begehung mit einem Brandschutzinspektor, dem berliner Behindertenbeauftragten/der Antidiskriminierung Stelle und einem Architekten? Ich bin sicher, wir würden da eine schnelle und öffentlichkeitswirksame Lösung für Alle finden. Natürlich nur, wenn in Ihrem Hause ein Wille da ist, das Problem auch wirklich nachhaltig abzustellen. Diesen Willen sehe ich bisher aber leider nicht!
    Auf meinen Vorschlag, mit den ausbaubaren Sitzen, sind Sie leider auch nicht eingegangen.

    Sie schreiben, dass Ihnen das Problem noch nie zu Ohren gekommen ist. Das finde ich mehr als verwunderlich, da ich schon mindestens 3 Menschen kenne, die vor der gleichen Problematik in Ihrem Kino standen. Und mit Verlaub: Ihre Kinokette hatte 13 Jahre Zeit, sich mit der Thematik des Brandschutzes/Barrierefreiheit zu befassen. Es sind noch immer einige Ihrer Säle nicht barrierefrei. Das ist schon sonderbar.”

    Mit freundlichen Grüßen,
    Raul Krauthausen

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