Unerhört: Lautlose E-Roller müssen weg vom Gehweg

Das Schlimmste wurde erst mal verhindert. Doch noch droht Blinden Ungemach: Tausende lautloser elektrischer Tretroller werden wohl bald schon die Städte erobern.

Auf Gehwege dürfen die Gefährte glücklicherweise nicht. Das ist für Fußgehende schon einmal ein Glück. Geräuschlose Gefährte mitten im Fußverkehr wären für alle – ganz besonders aber für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und Sehbeeinträchtigungen – ganz gewiss ein gigantischer Horror geworden.

Alte, Blinde und Behinderte jagen wird also nicht zum neuen Volkssport. Leise anpirschen werden sich die neuen Fahrzeuge allerdings auf Radwegen und Fahrbahnen. Für Blinde bleibt das ein Problem.

Für Elektroautos soll es künftig ein hörbares Geräusch geben. Das soll allen anderen Menschen im Verkehr die Annäherung dieser Fahrzeuge ankündigen. Wenn das möglichst von vornherein auch für alle elektrisch betriebenen Zweiräder käme, wäre das wirklich ein Gewinn für das rücksichtsvolle Miteinander im Verkehr.

Elektromobilität ist schließlich besser als Verbrennungsmotoren aller Art. Wenn diese Fahrzeuge von Weitem wahrnehmbar sind, sind sie eine ökologische und soziale Bereicherung des Verkehrs gerade auch für die „letzte Meile“.

Dafür müssen sie auch in Bus und Bahn mitfahren dürfen. Das ist gut, wenn sie dort nicht zur Stolperfalle für blinde und anderweitig beeinträchtigte Fahrgäste werden. Hier braucht es klare und nachvollziehbare Regelungen.

Wenn Menschen mit Mobilitätseinschränkungen E-Roller nutzen, dann sollten sie – aber wirklich nur sie – damit die letzten Meter auch auf Gehwegen zurücklegen dürfen Rücksicht und Respekt erlauben dann auch die Nutzung derartiger Fahrzeuge als Hilfsmittel für Menschen mit einer Behinderung. Wenn alle jeden anderen Menschen respektieren, dann geht das.

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  1. Bei diesem Artikel gehe ich voll mit, außer mit dem letzten Absatz: ganz klares NEIN. Wer immer sich mit den Dingern fortbewegen will, gehört auf den Radstreifen oder die Fahrbahn. Wer sich zutraut, auf einem e-Scooter zu fahren, soll dafür – egal aus welchem Grund – nicht den Fußweg benutzen. Mir reichen schon Familien mit mehreren Kindern, die mit Fahrrädern den Fußweg bevölkern und teilweise die gesamte Breite benötigen, weil die lieben Kleinen reichlich wacklig unterwegs sind. Ich wohne in Kreuzberg und laufe mit Gehhilfe. Schon jetzt ist Slalom angesagt, weil die Gehwege mit Leihrädern, Tischen der Kneipen und Fahrradständern zugeparkt sind. Danke, ich finde, es reicht.

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