Der Wahllokaltest: Tag 1

Wahllokal-Tester
Der Auftakt der großen Aktion Mensch Wahllokaltest-Tour begann im Kreuzberger Nachbarschaftshaus in Berlin.

Ziel der Aktion ist es, die Politik und Kommunen für das Thema „barrierefreie Wahlen“ zu sensibilisieren. Noch immer sind viele Wahllokale in Deutschland nicht barrierefrei zugänglich/benutzbar. Damit sind nicht nur fehlende Aufzüge und Rampen an Eingängen gemeint, sondern eben auch die oft nicht vorhandenen Hilfsmittel für seh- oder geistig behinderte Menschen. Wie soll beispielsweise ein Mensch, der nicht sehen kann, die Wahlkabine finden? Wie machen blinde Menschen das Kreuz an der richtigen Stelle? Und wie geht’s barrierefrei zur Wahlurne? Warum gibt es auf Wahlzetteln eigentlich keine Bilder/Logos zu den Parteien und Politikern, die zur Wahl stehen? Schließlich gibt es viele Menschen, die nicht lesen können.

Es gibt Lösungen, aber leider werden diese noch viel zu selten angewandt. Um das zu ändern und für die Belange von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren, testen Michael Wahl, Petra Groß und ich gemeinsam mit der Aktion Mensch Wahllokale auf ihre Barrierefreiheit.

Presseansturm
Zahlreiche Medienvertreter und Politiker waren anwesend. Sicherlich auch, weil wir mit Guildo Horn prominente Unterstützung haben.

2013-08-19 13.08.07

Für Menschen mit Mobilitätseinschränkunen war das Wahllokal an der Urbanstraße weitestgehend barrierefrei. Wichtig ist einfach, dass das Stahltor auf dem Weg zum Aufzug geöffnet bleibt und man nicht vor verschlossener Tür steht, wenn man sein Kreuz machen möchte.

Michael Wahl beklagte die fehlenden Orientierungshilfen für Sehbehinderte Menschen. Wenn man nicht sehen kann, läuft man schnell in den falschen Raum. Hier müssten Leitstreifen oder andere Orientierungshilfen angeboten werden.

Petra Groß wünscht sich beim Wählen keinen Zeitdruck zu empfinden und dass sie die Wahlzettel besser versteht. Überhaupt ärgert sie sich, dass einige Parteien an ihren Wahlkampfständen garkeine Wahlprogramme in „Leichter Sprache“ anbieten und man ständig in der Holschuld ist.

Alle Beteiligten sind sich natürlich im Klaren darüber, dass man jederzeit eine Briefwahl machen kann. Aber das ist nicht der Punkt. Wir wollen selbstbestimmt leben und entscheiden, wie wir wählen wollen. Die Briefwahl ist eine Option, aber keine Lösung!

2013-08-19 13.25.08
Nachdem wir (m)ein Wahllokal in Berlin getestet haben, ist nun Hamburg dran. Also stiegen wir in unseren Tourbus und fuhren los.

Immer mit dabei: Guildo Horn, als Busfahrer ;-)
2013-08-19 16.25.04

Der Tag war ein voller Erfolg:
So berichtete die ZDF-Sendung: heute – In Deutschland gegen Mittag sowie der rbb in seiner Sendung zibb über die Aktion.

Aber, wie gestaltet man denn nun ein Wahllokal barrierefrei?
Das Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit hat dafür ein Faltblatt entwickelt.

Ich und die Kollegen von Wheelmap.org halten euch hier auf dem Blog und über Facebook natürlich oder via den twitter-Hashtag „#wahllokaltest“ auf dem Laufenden:


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