Raul Krauthausen - Aktivist

10 Dinge, die alle Eltern ihren Kindern über Behinderungen beibringen sollten

Kind rennt auf Kamera zu

CC Bild von zoetnet on Flickr

Vor ein paar Tagen las ich einen schönen Text von Tiffiny Carlson. Sie formulierte „10 Things Every Parent Should Teach Their Kids About Disabilities„. Dieser Post ist eine freie Übersetzung ihres Textes, den ich an der einen oder anderen Stelle ergänzt habe.

Kindermund tut Wahrheit kund

Wenn ich durch die Stadt fahre, falle ich auf. Natürlich.
Ich bin klein, fahre einen elektrischen Rollstuhl, habe eine hohe Stimme und entspreche nicht dem „typischen“ Menschen im Rollstuhl.
Kinder, die mir mit ihren Eltern entgegenkommen gucken neugierig, schauen mich an, zeigen mit dem Finger auf mich und haben ganz offensichtlich viele Fragezeichen im Kopf:

Warum ist der so klein?
Warum kann das Baby reden?
Was ist das für ein Auto?…

Manchmal muss ich sehr schmunzeln, wenn sie ihre Entdeckung kommentieren. Meine Größe und die Tatsache, dass ich einen Bart trage scheinen die Kinder irgendwie zu kombinieren:

Guck mal Papa, ein Baby-Mann!
Das ist aber ein kleiner Opa.

Viel Interessanter aber sind die Reaktionen der Eltern. Diese sind sich nämlich häufig uneinig und unsicher, wenn es darum geht, ihren Kindern etwas über Behinderungen beibringen zu müssen. Vor allem auf offener Straße. Plötzlich, weil das Kind Antworten fordert. Einige Eltern schelten dann ihre Kinder, wenn sie fragen, was mit einem Menschen mit Behinderung nicht in Ordnung ist und zerren es weg:

Man zeigt nicht auf andere Menschen!
Da guckt man nicht hin!

Und das sind noch die harmlosen Sätze. Aber schon solche Aussagen brechen mir das Herz. Ich fühle mich mit dem Kind solidarisch, denn es hatte ja nur Fragen…

Andere Eltern hingegen nehmen es eher gelassen und erlauben den Kindern zu mir zu rennen und sich anzunähern. Sie versuchen zu erklären was los ist, wissen es aber oft selber nicht und wirken sehr unsicher. Daher hier nun eine kleine Liste mit Dingen, die Eltern ihren Kindern über Behinderungen beibringen können.

  1. Beantworte die Frage “Warum kann er nicht laufen?”
    Eine der häufigsten Fragen, die Kinder stellen, wenn sie jemanden im Rollstuhl sehen ist:

    Warum kann er nicht laufen?

    Kinder sind neugierig und wollen die Welt verstehen. Dies ist fraglos eine ihrer besten und gleichzeitig nervenaufreibendsten Eigenschaften. Wenn das Kind jünger ist, reicht es oft aus zu sagen:

    Er hat nur ein Aua.

    Wenn die Kinder älter sind, ist Ehrlichkeit am Besten:

    Ich weiß es nicht, Liebling. Aber wenn du möchtest, können wir fragen.

    Mir ist natürlich klar, dass das Fragen dann große Überwindung kostet. Und oft nicht stattfindet. Aber es ist die Wahrheit. Wenn die Kinder oder Eltern sich trauen zu fragen, dann gebe ich ihnen eine auf meine Behinderung spezifische Antwort:

    Ich habe Glasknochen. Das bedeutet, dass meine Knochen schneller brechen. Wenn ich also stehen würde, könnte ich mir die Beine brechen. Deswegen sitze ich lieber.

    Kinder verstehen das sofort und interessieren sich dann schnell für meinen Rollstuhl.
    Natürlich kann ich hier nur für mich sprechen. Und auch ich habe manchmal keine Lust immer alles erklären zu müssen. Ich denke, das ist verständlich.

  2. Werde nicht böse, wenn sie neugierig sind.
    Auch wenn es toll ist, dass so viele Eltern nicht möchten, dass ihre Kinder mich beleidigen, sollten sie nicht wütend auf ihre Kinder werden, wenn sie Fragen zu meiner Behinderung haben. Angst, Scham oder Verlegenheit ist nicht das, was Kinder im Zusammenhang mit Behinderungen empfinden sollten. Kinder fragen ihre Eltern oft nach mir. Das stört mich nicht.
  3. Anders sein ist nicht schlecht.
    Anstatt alles als traurige Geschichte darzustellen, sobald eine Nachfrage meiner Behinderung auftaucht, gefallen mir Sätze wie:

    Aber es ist so in Ordnung.
    Die Welt ist voller Menschen, die anders sind.

    Wir alle gehen unseren Weg auf andere Weise, wichtig ist nur, dass man ankommt.

  4. Frage immer, bevor du hilfst.
    Viele Eltern meinen es gut und bringen ihren Kindern bei, zu helfen wann immer es geht. Aber es ist genauso wichtig ihnen beizubringen nachzufragen, ob sie helfen sollen, bevor sie es tun. Nur so können sie anderer Leute Selbstständigkeit würdigen und mich als solchen respektieren.
    Einem Kind beizubringen automatisch mir zu Hilfe zu eilen, macht es ihnen schwer, mich als Person, abgesehen vom Rollstuhl, zu sehen. Sie wissen zu lassen, dass ich vieles allein kann ist eine wichtige Lektion für Kinder.
  5. Unsere Rollstühle sind keine übergroßen Kinderwagen.
    Einen Rollstuhl als meine „Beine“ zu sehen, ist eine weitere wichtige Lektion. Kinder können mit vielen Wörtern einen Rollstuhl beschreiben – ein „Mini-Auto“, einen „Traktor“, ein „Was ist das?“ – aber sie sollten nicht denken, mein Rollstuhl ist ein Kinderwagen. Es kann eine große Wirkung haben, wenn Kinder den Rollstuhl als ein stärkendes Objekt ansehen und nicht eines, das Hilflosigkeit symbolisiert.
  6. Pass auf, wie du selbst reagierst.
    Es ist kein Geheimnis, dass Kinder Schwämme sind, die die Gefühle von ihren Eltern sofort aufsaugen. Wenn Eltern sich nervös, ängstlich oder unangenehm in der Nähe von Menschen mit Behinderungen fühlen, dann werden sich ihre Kinder schnell genauso fühlen. Eltern sollten versuchen, diese Gefühle im Interesse ihrer Kinder beiseite zu schieben. Sie sollten freundlich und ruhig bleiben, wenn ihnen ein Mensch mit Behinderung begegnet. Dann werden ihre Kinder – hoffentlich auch noch wenn sie erwachsen sind – das Gleiche tun.
  7. Für mich sind 10 bis 60 Sekunden starren in Ordnung. Das verspreche ich!
    Wenn es ums Ansehen geht, haben Kinder bei mir einen Freifahrtsschein. Nur, wenn es ein zu langwieriges Anstarren wird, sollte man den Kindern sagen:

    Ansehen ist ok, aber nicht zu lange.

    Ich sage das, weil es mich immer sehr traurig macht, wenn ich einen Elternteil sehe, der seine Kinder dafür scheltet, einen Menschen mit Behinderung für einen kurzen Augenblick anzusehen. Kinder sind leuchtende neue Menschen, die die Welt entdecken. Ihre unschuldigen Blicke sind hundert Prozent in Ordnung.

  8. Ich habe keine Schmerzen.
    Als ich befreundeten Kindern erklärte, dass ich Glasknochen habe, war ihre erste Reaktion: „Tut es weh?“
    Kinder lernen den menschlichen Körper und die Doppelbedeutung von Wörtern gerade erst kennen. Wenn ich “Ich habe Glasknochen.“ sage, dann hören sie „Glas“ und „Knochen“ und verbinden das schnell mit „Schmerz“. Auch wenn einige Menschen mit Behinderung schreckliche chronische Schmerzen haben, sollten Kinder wissen, dass eine Behinderung nicht immer einen physischen Schmerz mit sich bringt. Das kann eine riesige Last von ihren Schultern nehmen.
  9. Wir können auch fantastisch sein.
    Wann immer es möglich ist, könnte man einem Kind einen Film, ein Buch oder ein Spiel mit einer positiven Darstellung von Behinderungen zeigen. Ein trauriger Film über Skifahrer, die sich ihre Genicke brechen, sich dann in einen Piloten verlieben, der später bei einem Flugzeugabsturz stirbt ist kein guter Film. Kinder sollten sehen, wie Menschen mit Behinderung beteiligt sind (Stichwort „Inklusion“), Spaß haben, und – ich wage es zu sagen – cool dargestellt werden.
    Es kann schwierig sein ein Kinderbuch über Behinderungen mit positiver Darstellung zu finden, aber es gibt welche. Und einige gute Kinderfilme und Serien, die in die selbe Richtung gehen, gibt es auch. Dazu gehört z.B. Wunder auf der Überholspur, einem Film über einen Jugendlichen im Rollstuhl, der davon träumt wie sein Bruder Pokale zu gewinnen.
  10. Der Rollstuhl ist nicht an meinen Hintern geklebt.
    Ich denke, jedes Kind sollte einmal einen Rollstuhlfahrer sehen, der aus seinem Rollstuhl herauskommt. Vielleicht auf ein Sofa oder besser noch, in einen Pool oder auf ein Motorrad. Wenn wir den Rollstuhl zurücklassen, können wir den Menschen zuerst sehen, den Rollstuhl-Benutzer erst danach.
    Auch habe ich garkein Problem damit, wenn Kinder den Rollstuhl einmal selber fahren wollen. Ohne mich. Wenn dabei etwas kaputt geht, dann ist es meine Verantwortung. Ich habe ihn ja verliehen.

 

Ich weiß, alles was hier steht ist leichter gesagt, als getan. Ich habe keine eigenen Kinder. Ich erlebe sie aber regelmäßig in meinem Freundeskreis. Erziehung ist eine große Verantwortung. Das Ziel ist es, Kinder zu fantastischen Erwachsenen zu machen. Ich kenne viele Menschen, die mit Menschen mit Behinderung aufgewachsen sind und sie sind die unverkrampftesten Menschen, die ich je getroffen habe.

Natürlich wird nicht jeder Mensch mit Behinderung den obigen Empfehlungen zustimmen. Es ist, wie bei jedem Menschen ratsam, einfach nach dem gewünschten Umgang zu fragen. Man kann Wissen von allen lernen.

Was für Umgangstipps hast du?

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  1. Steffi AlDente sagt:

    Lieber Raul,
    Vielen Dank für diesen Artikel! Ich hab letztens noch überlegt dich genau das mal zu fragen. Mein Großer ist drei und im besten Fragen Alter.
    Viele Grüße,
    Steffi

  2. Dani Scupini sagt:

    lieber Raul, ganz herzlichen Dank für diesenschönen Beitrag. Ich lese hier viel neues und hilfreiches für mich selbst und für meine Kinder, liebe GRüße aus Hamburg, DAni

  3. Frische Brise sagt:

    Dankeschön für Deinen hilfreichen Artikel!

  4. Mama arbeitet sagt:

    Ein ganz toller, hilfreicher Artikel. Vielen Dank! Wir haben im Haus einen Nachbarn mit MS im Rollstuhl, für meine Kinder ist das normal – aber bevor wir hier wohnten, haben sie auch geguckt und gefragt. Und das nicht zu tun fände ich ganz und gar falsch. Es tut gut, das so von dir zu lesen.

    Viele Grüsse, Christine

  5. Viviana sagt:

    Danke für den Beitrag :-)

  6. disqus_IhD0S3raw8 sagt:

    herzlichen dank von einer mama einer neugierigen 2-jährigen!

  7. @Mailwurm666 sagt:

    Danke! Sehr gute Idee und klasse Seite!

    Kinder so früh wie möglich mit Behinderten in Kontakt bringen und offen mit dem Thema und den fragen umgehen.
    http://twitpic.com/2fw4dy

    @Mailwurm666

  8. bee sagt:

    Danke für Deinen Artikel, und einen Tipp habe ich auch noch, der Dir sicher besonders am Herzen liegt: Barrierefreiheit. Wenn Kinder fragen „Aber wie kann der die Treppe da hochgehen?“, können Eltern sie an das Thema heranführen – „Bei manchen Sachen braucht er Hilfe, aber ganz viele andere kann er alleine“ – und spielerisch mit ihnen die Umwelt erkunden, wo und wie Barrieren entstehen, wie man sie abbaut, vermeidet usw. Damit legen Eltern auch den Grundstein dafür, dass Kinder Inklusion als ganz selbstverständlich ansehen.

  9. Michaela Kögel sagt:

    ich finde diesen Artikel toll. Wer weiß schon wie und was im Umgang mit behinderten Menschen gerne gesehen wird. Oft verhalten sich die Kinder so natürlich, aber die Eltern können ihre Hemmungen nicht überwinden. Ich werde jetzt natürlicher umgehen mit den Fragen meiner Enkelkinder, und nicht mehr sagen müssen: Sei ruhig, das besprechen wir zuhause……..
    Danke dafür

  10. Oktoberkind sagt:

    Lieber Raul, vielen Dank für Deine Liste! Find ich super! Ich hab eine kleine Tochter mit Down Syndrom und wir gehen auch sehr offen mit ihrer Sonderausstattung um. Gerade jetzt im Urlaub und bei bestem Badewetter warte ich förmlich auf die Fragen der Kids bezüglich der Narbe auf der Brust. Die Kleine ist im Säuglingsalter am offenen Herzen operiert worden. Ich erinner mich noch genau an letztes Jahr in der Türkei, als ein Kind sagte: „Guck mal Mama, da kommt das kranke Mädchen!“ Meinten sie jetzt das DS oder die Narbe?!? Wir lassen unsere Maus auf jeden Fall weiter nur in Hose planschen und beantworten gerne alle Fragen, wenn sie denn gestellt werden:-)
    Tolle Seite – ich komm wieder!
    Liebe Grüße von den Oktoberkindern

  11. Lars sagt:

    Moin Raul! Tolle Idee, aber eines hast du vergessen: Bei mir zumindest fangen die noch kleinen Kids häufig an zu weinen – weiß nicht, ob ich so furchteinflößend aussehe =) oder ob es der Rolli ist, in dem ich sitze. Auf jeden Fall habe ich leider die Erfahrung machen müssen, dass Eltern (ob aus eigener Unsicherheit oder weil sie doof sind, wahrscheinlich häufig ersteres und selten zweiteres) dann anfangen zu lachen, zwei Mal fiel das Wort Heulsuse. Einmal konnte ich reagieren, einmal leider nicht.
    LG aus Lübeck, Lars Horst

  12. Nala sagt:

    Der Artikel ist toll geschrieben! Vielen Dank.
    Und ja das Unsicherheitsgefühl kenne ich. Auf die Idee mit meinem Sohn gemeinsam jemanden anzusprechen bin ich ehrlich gesagt noch nicht gekommen. Ich hätte Sorge demjenigen zu nah zu treten.
    Ich hoffe das ich mich bei der nächsten Frage erinnere und ruhiger bleibe :)
    Viele Grüße
    Nala

  13. Ninia LaGrande sagt:

    Danke für diesen Artikel!! Fantastische Anleitung!

  14. Nils Wintering sagt:

    ey, das wäre auch mal ein guter Ratgeber für Erzieher/innen (war mal selber einer), die kommen auch mit ihren Kids häufig in diese Situation, dass sie mal einem Rollifahrer gegenüber stehen ;-) Klasse Tipps!

  15. Sebids sagt:

    Vielen Dank für den Artikel!

  16. Fredi Ann sagt:

    Ich bin ja in Eckhardtsheim (gehört zu Bethel, und liegt genauso auch in Bielefeld) geboren. Hier ist es Alltäglich auf Menschen mit Behinderungen zu Treffen. Und dennoch gibt es viele Eltern hier, die genauso reagieren. Sie schimpfen ihre Kinder aus, weil sie den Kontakt zu den Menschen mit Behinderungen suchen. Das sehr komische dabei ist, das es auch die sind, die in Pflegeeinrichtungen Arbeiten. Meine Mutter selber, auch ehemalige Pflegekraft in einem Wohnheim, hat zwar zu mir gesagt, ich soll nicht mit nackten Finger auf einen Menschen zeigen, und so weit es ging in ruhe lassen, aber sie hat mir alles erklärt, oder ist mit mir zusammen zu ihnen gegangen. Meine Nichte hat auch Behinderungen. Auf den Spielplatz kann sie nicht gehen, das sie dort Anfeindungen ausgesetzt war. „Spiel nicht mit dem Behinderten Kind.“ als ob es eine ansteckende Krankheit wäre.

  17. Sebastian sagt:

    Interessante Punkte, vielen Dank dafür!
    Ich fände es auch sehr interessant, so eine Liste für das Zusammentreffen von Kindern mit geistig behinderten Menschen zu verfassen bzw. zu lesen.

  18. Inke Meier sagt:

    Vielen Dank! Diese Tips finde ich wirklich hilfreich!

  19. Sebastian sagt:

    Hallo, vielen dank für diese Tipps.

  20. Sebastian sagt:

    :-)
    Was ich eigentlich mit meinem Kommentar sagen wollte: so eine Liste ist „noch schwieriger“ zu verfassen, da es noch schwieriger ist, Kindern klarzumachen, wie sie (nicht) mit geistig behinderten Mitmenschen umgehen sollen.

  21. claire Lenkova sagt:

    Danke für den Artikel! Ich möchte als Erwachsene oft selbst fragen, was jemand hat. Aber bei richtig krassen (geistig und körperlichen) Behinderungen traue ich mich nicht. Ist das falsch?

  22. Jessica sagt:

    Sehr gut geschrieben und erweitert ;)
    Wir haben im Freundeskreis auch eine Rollstuhlfahrerin und wenn meine Tochter (3,5) fragt, dann sag ich immer, das weiß ich nicht, frag sie doch selbst. Denn meine Freundin kann ihre Antwort am besten verpacken :)

  23. Eva sagt:

    Hallo Raul. Vielen Dank für deinen tollen Artikel!
    Ich habe 4 Kinder im Alter von 3-13. Meine Mutter hat seit einer Banscheiben OP vor 18 Jahren einen inkompletten Querschnitt und ist die meiste Zeit auf den Rollstuhl angewiesen. Meine Kinder sind also ganz ungezwungen damit aufgewachsen, fahren lieben gerne mit dem Rolli rum und finden alles ganz normal, so wie ich auch.
    Die meisten Menschen mit Behinderungen gehen auch so offen wie du damit um. Leider noch lange nicht alle, was für mich auch völlig nachvollziehbar ist. Es steckt ja auch hinter jedem Menschen eine Geschichte. Ich Wünsche mir sehr, das alle Menschen feinfühliger werden. Menschen ohne Behinderungen sollten sich alle mehr Gedanken machen, wie sie agieren. Lieber zu fragen: Darf ich ihnen helfen, anstatt..Ich mach das mal fix für sie. Das finde ich entmündigend, denn jeder hat das Recht selbst zu entscheiden, ob er Hilfe annehmen möchte. Und Menschen mit Behinderungen sollten versuchen, ruhig zu sagen: Danke, das ist nett, aber ich schaffe das

  24. Eva sagt:

    . Damit ein Mensch, der fragt dies auch beim nächsten mal noch tut, wenn Hilfe vielleicht wirklich benötigt wird. :-)
    Alles Liebe für dich und behalte deine gute Einstellung.
    Eva

  25. Inken sagt:

    Vielen Dank für deinen offenen, ehrlichen und, für uns alle, äußerst hilfreichen Artikel und deine Sicht auf Kinder, überforderte ,fragende, starrende Mitmenschen!!! Ich denke dieser Artikel sollte weitaus verbreiteter erscheinen und echt auch mal an Eltern durch Kindergärten etc. weitergegeben werden, da es doch weitaus mehr Menschen gibt wie gedacht die mit solcher Situation komplett überfordert sind.
    Vielen lieben Dank!

  26. Angelina Aust sagt:

    Ich finde das richtig super. Kinder fragen und das ist gut so! Meine Kinder dürfen fragen und ich animiere sie sogar dazu, die Personen persönlich an zu sprechen. Mein Schwiegervater hat seit einem LKW-Unfall eine wirklich sehr geniale Armprothese, meine Schwester sitzt im Rollstuhl, meine andere Schwester hat eine geistige Behinderung…etc.. Es ist nun einmal wie es ist. Die Kinder fragen und bekommen Antworten. Sie beäugen die Prothese ganz genau, sie schieben oder fahren mal den Rollstuhl und sie wissen auch, wieso meine andere Schwester manchmal ein wenig wirres Zeug redet. Wenn Kinder Probleme mit Behinderungen anderer haben, liegt dies nicht in deren Natur, sondern an den Erwachsenen, die ein Problem damit haben und nich wissen, wie sie damit um zugehen haben. Was eigentlich mehr als dumm ist! Meine Kinder wissen, wenn der nette alte Mann aus der Nachbarschaft mit Sonnenbrille, Armbinde und Stock über die Straße geht, dass er nichts sieht und fragen wenn sie ein Problem wittern, ob sie helfen können. Fakt ist, jeder ist so oder so anders und das ist auch gut so! Fakt ist es kann jeden ganz plötzlich treffen. Und Fakt ist, dass man deshalb nicht weniger Mensch oder weniger liebenswert ist. Im Gegenteil. Ich kenne so viele Menschen mit Behinderungen, von denen sich viele viele eine große Scheibe von abschneiden können. So ! Ich finde manche Erwachsenen sollten sich einfach mal ihren Stock aus dem Hintern ziehen, ihre Vorurteile beiseite schieben und die falsche Scham gleich mit und ganz offen damit umgehen und dies auch so vermitteln.

    Liebe Grüße
    Angelina

  27. Johanna sagt:

    Hallo Raúl,
    herzlichen Dank für die Beseitigung der Barrieren, die uns „Gesunden“ den unkomplizierten Umgang mit Menschen „mit Sonderausstattung“, wie es eine Kommentatorin so lieb ausgedrückt hat, schwer machen.

  28. Ines M. sagt:

    Hallo Raul,

    ich danke dir für diesen wunderbaren Text! Ich hoffe, dass ein Vielzahl von Menschen ihn lesen und das so ein Umdenken stattfindet. Das durch diesen Text und eigenen Erfahrungen nicht mehr unterschieden wird zwischen „normal“ und „anders“, denn für mich ist keiner „normal“. Jeder ist individuell und dies sollte geschätzt und geachtet werden! Das ist der Grundstein für eine gut funktionierende Gesellschaft!
    Liebe Grüße Ines

  29. halitha sagt:

    Auch ich bedanke mich für diesen tollen Artikel. Ich habe ebenfalls, wie so viele Kommentatoren vor mir, Kinder. Sie sind 6 und 3 und ich bemühe mich um einen offenen Umgang. Erst letztens waren wir im Schwimmbad, in dem sich auch ein Mann im Rollstuhl (im Wasser natürlich ohne ;) ) aufhielt. gerade unsere Kleine starrte und war fasziniert. sie lachte, winkte ihm, zeigte mit dem Finger auf ihn. Wir erklärten ihr, dass wir alle anders sind und das ok ist, aber dass man über andere Menschen nicht lachen sollte, weil es sie verletzen könnte. Dass Winken und Hallo sagen hingegen absolut ok ist, weil er ein mensch wie wir ist, der gerade spaß im schwimmbad hat.

    Aber es stimmt, es ist schwer zu wissen, was richtig und angemessen ist. Der Mann jedenfalls war sehr offen und hat es uns wirklich leicht gemacht :)

    Glg

    Halitha

  30. Jessica Kazyrow sagt:

    Lieber Raul,

    vielen lieben Dank für diesen Artikel, und noch mehr für Deine wunderbar positive Einstellung Dir und anderen Menschen gegenüber!

    Meine Tochter ist noch zu klein zum fragen, 9 Monate, und ich selber habe mir zu dem Thema noch keine Gedanken gemacht.

    „Wie erkläre ich es ihr, ohne mein Gegenüber zu verletzten oder zu beschämen?“
    Jetzt weiß ich es! :-) Wir Menschen sollten vielen Dingen gegenüber offener sein. Nicht nur was Menschen mit Behinderung angeht. Es gibt ja auch Menschen die eine andere Hautfarbe haben. Da kommen von Kindern ja dann auch die „peinlichen“ Fragen. „Mama warum ist die Frau Braun?“. Vielen Eltern ist es peinlich wenn solche Fragen kommen, aber warum eigentlich? Es hat wohl auch viel mit den eigenen Scheuklappen zu tun die wir tragen.
    Ich versuche mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, und Du hast es mir/uns mit Deinem Artikel ein Stück weit einfacher gemacht.

    Liebe Grüße

    Jessica und Maya :-)

  31. Friederike sagt:

    Lieber Raul, das hast Du – wie immer – sehr liebevoll geschrieben. Ich als Rollifahrerin kann Dir da nur 100%ig zustimmen.
    Ich würde mir aber auch von „unserer Seite“ aus wünschen, dass Menschen mit Behinderungen sich mehr Mühe geben, die Offenheit, die sie sich von anderen erhoffen, selbst zu leben. Ich erlebe es leider immer wieder, dass Hilfsangebote rüde zurückgewiesen werden und auf nett gemeinte Fragen gehässige Antworten kommen. Vielleicht mag das zu einem gewissen Maß an aufgestautem Frust liegen, aber es ist zum einen nicht fair und zum anderen erleichtert es das Miteinander nicht. Es ist schwer, bei allem Mist, den man erlebt, immer freundlich und höflich zu bleiben, aber man behindert sich doch selbst, wenn man wie ein Miesepeter durchs Leben geht. Meine Erfahrung ist, dass einem mit einem Lachen auf den Lippen fast alle Tore offen stehen. Ein Opfer ist nur der, der sich selbst in die Opferrolle begibt!

  32. papalapapi.de sagt:

    „Angst, Scham oder Verlegenheit ist nicht das, was Kinder im Zusammenhang mit Behinderungen empfinden sollten.“

    Sehr guter Satz. Auch ganz nett geschrieben, ein schöner, friedlicher Stil. Das mag ich. Auch was du hier sagst, ist nachvollziehbar und für Eltern sicher hilfreich.

    Wo ich zugegebenermaßen noch unsicher bin, ist die „globale“ Bezeichnung, die ja der Orientierung helfen sollen, wie „Behinderter“. Hm. Kürzlich hörte ich: „Rollstuhlfahrer mit erweiterten Assistenzbedarf.“

    Was meinst du?

  33. Julia sagt:

    Ich weiß wie es ist wenn Leute hinter einem tuscheln, manche machen es sogar vor einem und da ist sehr unangenehm. Ich habe 2 Kinder, ein 7 Jähringen und ein 16 Monaten alten Sohn. Und der kleine hat trisomie 21. Vor den großen haben wir nie ein Geheimnis draus gemacht, er wußte von Anfang an was Sache ist, da der kleine noch ein Herzfehler hat und viel in der Klinik war. Der große ist in eine Grundschule und seine klasse hat eine Partnerklasse wo ca. 8 Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen sind, die haben gemeinsam Sport, Musik und malen. So lernen die Kinder von Anfang an das Kinder mit Behinderung auch nur Kinder sind. Das ein oder andere etwas mehr Hilfe braucht bei bestimmten Sachen ist für sie inzwischen normal. Ich finde es Super und ich wünschte es gebe mehr solche Partnerklassen. Manchmal Denk ich nicht die Kinder sollen mehr aufgeklärt werden, sondern die Erwachsenen.
    Lg Grüße und alles gute Julia
    Dein Artikel find ich Super.

  34. Sandy sagt:

    Klasse Artikel, lieben Dank für die ehrlichen Worte! Mein Kind kennt zwar den Umgang mit behinderten Menschen,physisch und auch psychisch (seine KiGa Gruppe ist eine Integrationgruppe), aber dennoch kommen immer wieder Fragen auf, wenn wir außerhalb des KiGa auf Menschen mit Behinderungen treffen. Das der Rolli nicht mit einem Kinderwagen gleichzustellen ist, ist mir jetzt auch klar geworden.
    Das man direkt nachfragt wieso bzw was der Mensch für eine behinderung hat, finde ich zwar noch etwas schwierig, aber werde ich einfach mal meinem Sohn anbieten.. hoffe ich trete demjenigen dann nicht zu nah?!
    Vielen Dank udn dir alles Liebe und Gute!
    Sandy

  35. Volker Schönenberger sagt:

    Feiner Beitrag. Meine Kleinen besuchen einen Integrationskindergarten, da kommen solche Fragen immer mal auf – auch und gerade bei mir.

  36. sternchen sagt:

    Lieber Raul,
    ich danke dir für deinen sooo..lieben artikel,der auch mir etwas mut macht!!! denn ich selbst habe oft große unsicherheit mit dem rolli unter menschen zu gehen.
    mir ist es auch wie dem lars passiert,das ein kind mich kommen sah und zur mama lief und weinte!!!irgendwie voll aus angst!!
    aber noch einens kommt dazu: komischer weise bellen mich sehr,sehr oft hunde an,wenn ich nahe komme(zb.um zu streicheln.das kannte ich vorher noch nie!!!!!habe selbst einen kleinen jacky und bin unheimlich tierlieb!!das macht schon ganz schön zu schaffen.man verliert immer mehr an selbstwert!
    deine tips sind sehr,sehr schön beschrieben und hoffentlich auch mal besonders für die erwachsenen augen öffnender,denn die kinder können an ihrem verhalten meistens am wenigsten!!!
    vielen lieben dank und alles liebe dir weiterhin!!
    von herz…sternchen♥♥♥

  37. Matt Eagle sagt:

    Ein sehr schöner Beitrag, vielen Dank dafür!
    Noch „schlimmer“ sind übrigens Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen dran. Meine 7-jährige Tochter kann ein Lied davon singen. Und auch hier sind es fast immer die Kinder, die den Mut aufbringen, nachzufragen. Die Erwachsenen starren meist nur und das ist ganz besonders für das betroffene Kind eine ziemlich ätzende Situation…
    Auch hier gilt: Bitte fragt nach, wenn es Euch interessiert. Wenn nicht, hört auf zu starren!

  38. Anke sagt:

    Danke für deine offenen Worte und danke das du mir die Sicht der Dinge aus einem mir neuen Blickwinkel zeigen konntest. Es gibt so viele Stolpersteine in der Erziehung der Kinder, da sind deine Worte eine feine Hilfe :-)

  39. Daniela sagt:

    Liebe Friedericke,

    Danke das du das so geschrieben hast, denn die schroffen Zurückweisungen, oder ein brummiges gesucht, habe ich schon so oft erlebt. Da traut man sich einfach nicht, noch jmd. anzusprechen :)

    Hoffe dein Appell an die Menschen mit Behinderung kommt an :)

    Ich finde den Artikel von Raul toll!

  40. Ich bevorzuge „behinderte Menschen“ oder „Mensch mit Behinderung.“

  41. Jutta Holtmann sagt:

    Hallo Raul!

    Danke für den sehr gut und überzeugend geschriebenen Artikel. Große Probleme entstehen immer durch Mißverständnisse, Unwissenheit und Unsicherheit. Dein Artikel bringt supergute Aufklärung und dazu noch Lösungsvorschläge. Danke!!

    Ich hänge noch ein Zitat von Virginia Satir hinten an:

    Das größte Geschenk

    Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Kontakt.

  42. wiebke sagt:

    vielen dank für diesen artikel, denn meine kleine ist fast drei und es ist manchmal nicht so einfach, die vielen fragen zu beantworten, danke für die hilfestellung und die denkanstöße

  43. Bleubleuet sagt:

    Ich finde es auch ganz wichtig, dass im Zweifel wir Behinderten selber die Initiative ergreifen. Eltern sind dafür nach meiner Erfahrung sehr dankbar. Durch meine Initiative gibt es in meinem Heimatort seit kurzem in drei Geschäften Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer. Das zieht natürlich erst recht die Aufmerksamkeit der Kinder an. Da kann man den Kleinen dann aber gut erklären, wie toll es ist, dass es so etwas gibt, weil man damit als Rollifahrer selbständig einkaufen kann und nicht beschränkt ist auf das wenige, was in einen Korb auf dem Schoß passt. Ich erzähle dann auch gerne von meinen Kindern und dass ich einen großen Sohn habe, der immer großen Hunger hat und dass ich für meine Katzen auch Futter einkaufen muss.

    Ich bin auch gerne mit dem Handbike unterwegs und höre dann manchmal wie Kinder sagen: Das ist ja ’n cooles Fahrrad. Ich halte dann gerne an und zeige ihnen mein cooles Fahrrad. Ich zeige ihnen dann auch, wie man es das Bike abkoppeln kann und dass man dann einen ganz normalen Rollstuhl und ein halbes „Fahrrad“ hat.

  44. Klaus Blezinger sagt:

    Naja, als ebenfalls Glasknochiger kenn ich ganzen
    Situationen natürlich auch. Dennoch sehe ich’s etwas anders. Es ist nicht mein Job, quasi als rollender Sozialpädagoge das nachzuholen, was die Eltern selber
    nicht gebacken kriegen und wenn mich so ein Gör wirklich nervt mit seinen Blicken, nehme ich mir das Recht, auch mal sauer zu werden und streck ihm die Zunge raus oder zeig ihm den Mittelfinger. Die Reaktionen sind meist
    verblüffend einleuchtend… „Hoppla, der kann sich ja wehren!“ Viele fangen dann an zu grinsen und ich hab mit Kindern eigentlich die wenigsten Probleme, wenn die merken, daß das nicht nur ein „Behinderter“ ist,
    irgend so ein „gesellschaftliches Etwas“, von dem alle sagen, man muss es auch gern haben, sondern ein ganz normaler Mensch, der für sich auch etwas Achtung und Respekt einfordert.

    Denn auch das gehört zu meinem Selbstverständnis: Ich muss mich nicht immer als Gutmensch präsentieren und um Anerkennung buhlen. Auch ich darf mal sauer sein,
    mal genervt und mal schlecht gelaunt. Auch ich hab ein Recht darauf, mich nicht ständig erklären zu müssen und wer das nicht verstehen will oder kann, dem kann
    ich auch nicht helfen. Will ich auch gar nicht.

  45. klischnet sagt:

    Sehr schön! sollte in jedem Kindergarten und Kinderarzt aushängen.
    Nur über Deinen Bart könnte man ja nochmal reden ;-)
    Gruss klischnet

  46. Bernd sagt:

    Ich beobachte immer wieder dass Menschen Angst, Scham oder Scheue zeigen und Menschen, die man leider noch Menschen mit Behinderung nennt, nicht direkt anspricht sondern mich als assistierende Person. Dann gilt es immer mit einet klaren Geste die Frage an den betroffenen Menschen „weitetzuleiten“, damit der Fragende erleben kann, dass auch diese Person ein ganz normaler Mensch ist, ohne selbst konfrontiert oder peinlich berührt zu werden.
    So viele Menschen sind anders aber gleich!

  47. Corinna Barth sagt:

    Moin,

    ich muß gestehen dass ich oft als Erwachsener selbst nicht weiß ob ich die behinderte Person ansprechen soll oder nicht da ich schon einige Male doofe Reaktionen bekommen habe. Wenn ich aber mit Kindern unterwegs bin versuche ich Ihnen immer zu vermitteln dass Behinderungen zum Leben dazugehören und jeder seinen Weg damit umzugehen finden muß. Dein Artikel dazu hat mich wieder ermutigt hinzusehen ;)
    Danke dafür :)
    Mehr Infos zu diesem Thema fänd ich toll..

    LG Corinna

  48. Andrea sagt:

    Hunde bellen in der Regel Rolli-Fahrer an, weil das für sie eine ungewöhnliche Fortbewegung des Menschen ist. Er kennt sie meistens groß und auf zwei Beinen. Dass sich der Stuhl plötzlich bewegt auf dem jemand sitzt macht ihnen manchmal Angst. Vor allem unsichere Hunde haben hier ihre Probleme ;)

  49. kelef sagt:

    mit kindern ist es ja leider wie mit hunden: das problem ist immer am anderen ende. normale kinder haben einen ganz normalen umgang mit unbekanntem, nämlich neugier. wenn diese von den eltern erkannt und immer dem alter des kindes entsprechend befriedigt wird, dann haben kinder mit behinderungen oder andersartig kein problem. dass nicht alle menschen gleich sind wissen sie, und das sind dann eben menschen die wieder anders sind, ob jetzt wegen hautfarbe, behinderung, körpergrösse oder sprache.

    natürlich kann man das nicht vergleichen, aber: ich hab einen kleinen hund aus ungarn adoptiert, sie hat einen steifen ellbogen und daher ein sehr spezielles gangbild. meinerseits hab ich ziemlich kaputte gelenke und bandscheiben und daher zeitweise auch ein spezielles gangbild. nach einer carotis-op ergänzte ich meine optik durch eine 25 cm lange narbe am hals und ein hängendes oberlid, verhältnismässig zu einem rollstuhl also marginalien.

    immer wieder erstaunlich ist es, wie eltern und kinder auf den hund reagieren und mich – besonders wenn sie auge und narbe sehen – wie eine irre oder das letzte a…loch behandeln, und mich auch ungefragt so anreden, teilweise richtig beleidigend, einmal hat eine frau sogar die polizei gerufen weil ich mit dem armen hund nicht zum tierarzt ginge (und fragen sie nicht was es gekostet hat dass das bein überhaupt am hund dran geblieben ist).

    lässt man aber kinder alleine auf den hund zugehen, da stellen sie ganz vernünftige fragen, ohne unangebrachtes mitleid, neugierig aber interessiert, fragen ob sie den hund streicheln dürfen, und lassen sich genau erklären wie das wohl passiert ist, und lernen dabei gleich was. mein auge und die narbe werden manchmal auch hinterfragt, und warum ich mich schlecht bücken oder drehen kann. vernünftige antworten werden immer akzeptiert.

    kaum sind die eltern dabei, ist das meist ein „aus der entfernung mit dem finger zeigen“, „geh da nicht hin“, „man weiss nicht was da ist“, „verstohlen umdrehen und starren“, „bemerkungen machen weil die irre hört das sowieso nicht, schau nur was die da am hals hat“, usw.. wenn ich einen entsprechenden tag habe fang‘ ich mir die leute dann ein und erkläre ihnen ein paar sachen, zumindest die sache mit meiner vermeintlichen geistigen behinderung haben wir immer sehr schnell geklärt, und wer denn hier das a…loch ist ebenfalls.

    dem hund tut nix weh, sie ist fröhlich und hüpft und springt den ganzen tag und mag alle menschen. kinder akzeptieren das ganz entspannt und freuen sich, dass es ihr jetzt gut geht, manche sachen kann sie eben nicht, aber wer kann schon alles können?

    am tollsten finde ich aber immer wieder, wie viel menschen von tieren lernen können: tiere akzeptieren behinderungen sowohl an sich selbst als auch an anderen lebewesen einfach als gegeben. wir haben hier in der umgebung ein paar behindertenwerkstätten und eine fussgängerzone, da begegnen wir oft menschen, die dort arbeiten: im rollstuhl, an krücken, nach schweren unfällen, mit down-syndrom. alle gut sozialisierten hunde der umgebung akzeptieren diese menschen einfach so, wie sie sind: man muss ein wenig vorsichtiger sein mit denen, nicht hinaufspringen, langsam hingehen, stehen bleiben, richtig hinstellen damit man gestreichelt werden kann. auch der unterschied zwischen „bösem“ stock und gehhilfe ist einem hund meist sehr schnell klar.

    aber ja ne is klar: kaum stehen ein paar von diesen menschen mit mir und dem hund irgendwo, und besonders die kinder freuen sich natürlich unheimlich dass sie einen hund streicheln dürfen, die betreuer kennen das ja schon, kommen die bemerkungen aus dem hintergrund „na, die passen ja zusammen“. ja. tun wir. weil wir normal miteinander umgehen können.

  50. Nadia Sahli sagt:

    Hallo Raùl! Das hast du klasse formuliert! Du hast die dinge genannt , die man als kind hörte! Du hast mich auf etwas gebracht! Es sollten wirklich mehr Kinderbücher in Sachen Aufklärung auf den Markt gebracht werden! Es gibt einige Themen die man durch Unwissenheit nicht wirklich erklären kann ! Kinder und Erwachsene erlernen den umgang mit anderswirkene Menschen gleichzeitig! Gegenseitiges Verständnis! !!!

  51. aleXXblume sagt:

    Ein ganz toller Artikel, den ich sicher weiter verbreiten werde! Vielen Dank fürs Übersetzen und Ergänzen!

  52. diana sagt:

    Lieber Klaus, ich kann dich zwar verstehen, bitte aber bei starrenden Kindern trotzdem um Nachsicht. Mein 6-jähriger Sohn ist Autist, man sieht ihm seine Behinderung nicht an und er schaut immer sehr ausdauernd und interessiert Rollstuhlfahrern zu. Er weiß von mir, dass Menschen, die ihm Rollstuhl sitzen, sehr wahrscheinlich gar nicht, schwer oder nicht lange laufen können. Es fasziniert ihn aber, wie Rollstuhlfahrer sich damit fortbewegen oder sogar einen Bordstein nehmen. Ich lasse ihn gucken und hoffe darauf, dass der Rollstuhlfahrer nicht frech reagiert. Das würde ihm das Gefühl geben, im Sozialverhalten mit anderen wieder etwas verkehrt gemacht zu haben. Natürlich darfst du auch einen schlechten Tag haben und genervt sein. Aber mein Sohn wird dann wohl entsprechend reagieren und ich habe auch ein Recht darauf, nicht immer die „unsichtbare“ Behinderung von ihm erklären zu müssen. LG Diana

  53. Monika Wegner sagt:

    Danke! Ich gehöre zur lockeren Sorte Eltern mit Unsicherheiten aus Mangel an Erfahrung. Dieses Statement hilft mir sehr, auch wenn ich das eine oder andere schon intuitiv so gemacht hätte. Ich hoffe, dass meinen Kindern meine Unsicherheit erspart bleibt, sowie auch allen Menschen mit Behinderungen, denen sie noch begegnen werden.

  54. Klaus Blezinger sagt:

    Das ist völlig klar, Diana. Auch ich reflektiere sehr genau, glotzt mich das Kind an, weil es tatsächlich neugierig oder unsicher ist und sowas einfach faszinierend findet, oder ist es so ein etwas herablassender, spöttischer Blick, denn auch Kinder haben sowas drauf.
    Auch wenn’s nach dem, was ich vorher schrieb, schwer zu glauben ist, aber die Kinder hier in meinem Dorf fahren voll auf mich ab.

  55. Jann B sagt:

    Hi,

    habe selber einen auffälligen Buckel, sodass es scheint, dass ich keinen Hals hätte. Dadurch ist der Körperbau auch leicht „deformiert“. An der Halte Gucken dann Kleinere Kinder oft warum ich so komisch aussehe, die Eltern und das ist das Problem, sie wissen ungefähr wo der Bahnhof steht aber erklären es den Kindern nicht.
    Anders ist es bei 10 – 18 Jährigen, grausam vorallem in Gruppen, tuscheln und lachen sogar. Ich hasse das! Vorallem weil ich im ca. 22 Jahre alt bin. Natürlich. Jeder 22 Jährige hat normal auszusehen nicht so wie ich, also Finger drauf und tuscheln…

    Grüßle!

  56. Catherine sagt:

    Danke für deinen Artikel. Mir ist als 10 Jähriges kInd mal passiert, ich war mit meinem Bruder in der Schweiz im Züricher Bahnhof. Habe dann für kurze Zeit meinen Bruder aus den Augen verloren und nach ihm gesucht, währenddessen kam mir ein Mann auf kRücken mit einer Gehbehinderung entgegen. Habe ihn wohl auch kurz angesehen, obwohl ich ihn nicht anstarren wollte, er hat mich dann sofort angeschrien, dass ich nicht starren sollte.
    War deswegen auch viele Jahre lang unsicher, wie ich reagieren sollte.
    Danke für deine Anleitung ;-)
    LG

  57. Catherine sagt:

    Die meisten kInder meinen es ja nicht böse…
    LG

  58. Magu sagt:

    Mein Sohn ist geistig behindert! Diesen Satz konnte ich viele Jahre nicht aussprechen, weil ich es nicht akzeptieren konnte. Mein Sohn hat aber die wundervolle Gabe, mir so vieles beibringen zu können. Hauptsächlich den Umgang mit seiner Behinderung ebenso wie den Umgang mit behinderten Menschen im Allgemeinen. Wir beide sprechen eigentlich auch nicht von „Behinderung“ sondern von „etwas ganz Besonderem“. Mein Sohn ist ein Kind wie jedes andere auch, nur eben ein besonderes Kind. Jeder Mensch hat irgendwo seine Besonderheiten, die ihn von anderen Menschen unterscheidet. Eine Behinderung einfach nur als Besonderheit zu sehen, hat mir geholfen, offener und mit weniger Scheu auf „besondere“ Menschen zu zu gehen und sie so zu sehen, wie sie wirklich sind, nämlich als Mensch wie jeder andere auch.

  59. Stefan sagt:

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel – auch wenn es wie beschrieben eine freie Übersetzung ist, so vergrößert er doch die Zielgruppe!

  60. Sascha K. sagt:

    Vielen lieben Dank! … ich habe erst spät Menschen mit Behinderung kennengelernt und es war trotzdem merkwürdig ind auch etwas schwer für mich… Für mein Kind hast Du mir eine Weg gezeigt der einfacher sein kann. Vielen Dank!

  61. Krischan sagt:

    Aus Elternsicht: wenn das eigene kleine Kind weint, dann balanciert man das oft durch Fröhlichkeit aus, wenn die Situation nicht wirklich tragisch oder traurig ist. Wir finden diese hilflose Reaktion oft kurios und lustig, geht unser Kind doch sonst souveräner mit der Welt um – dieser Wechsel zwischen ‚ich kann das‘ und Hilflosigkeit ist immer wieder überraschend.

    Keine Ahnung wie genau _du_ hingeschaut hast, aber mir bekannte Eltern und wir wenden uns im selben Moment aber auch immer erklärend dem Kind zu. ‚Heulsuse‘ ist respektlos dem Kind, aber die meisten Eltern sind das eben nicht.

  62. Otla Pinnow sagt:

    Mit Hunden ist es wie mit Kindern: da braucht man die Kooperation eines (!) Rollifahrers. Wenn der stehen bleibt, der Hund sich nach erstem Anbellen vorsichtig heran traut, das komische Ding abschnüffelt und dann fest stellt, Ding ist egal, sitzt ein Mensch drin, alles klar, dann achtet er in Zukunft nicht mehr auf den Rolli, sondern guckt den Menschen drin genau so freundlich und interessiert an, wie jeden anderen. Denn dass ein Mensch behindert ist, ist dem Hund völlig wurscht; dem geht’s nur darum, das komische Gefährt als harmlos zu erkennen.

  63. Thomas Heilig sagt:

    Meine Tochter hat vor Jahren, damals war sie 9, von ihren Freundinen zu hören bekommen, bäh, du spielst ja mit Behinderten. Meine Tochter ist auf dem im Rollstuhl sitzenden Jungen zugegangen und fragte was er hätte.Die Mutter erklärte und sie spielte mit dem Jungen, nicht mit seinem tollen Spielzeug. Das zeigt, wie wichtig deine Auifklärung auch heute noch ist.

  64. Andrea sagt:

    Was für ein toller Text, aus dem ich für mich selber (ich habe keine Kinder) jede Menge mitnehme.

    Herzlichen Dank!

  65. Norma Otto sagt:

    Ich bin mittlerweile Großmutter und habe bisher kaum Berührung mit Behinderten gehabt. Darum finde ich nicht nur den Artikel, sondern auch die Kommentare sehr hilfreich. Dankeschön!

  66. tristessedeluxe sagt:

    Danke, Raul! Werde die Tipps beherzigen.

  67. Ina Altmann-Oettel sagt:

    Ein wunderbarer Artikel danke dafuer!
    Ich habe ihn auf meinem blog verlinkt und dort auch etwas dazu geschrieben.

    http://weissblaurot.org/was-eltern-kinder-ueber-behinderungen-sagen-sollten/

  68. kelef sagt:

    schruben ja schon ein paar: der hund braucht die kooperation des besitzers, weil: das problem ist immer am anderen ende der leine.

    viele menschen ziehen ihre hunde auch von rollstuhlfahrern (übrigens auch gehhilfe-wagen, kinderwagen etc.) weg aus angst, der hund könnte unter die räder kommen, sich mit der leine verhaken etc.. daraus schliesst der hund, dass derartige gefährte „schlecht“ sind, und irgendwann beginnt der hund diese zu verbellen.

    mein hund kannte, als sie erwachsen in die stadt kam, ebenfalls viele dinge nicht, wie eben auch rollstuhlfahrer. da ich kein problem damit habe und sie – nach befragen der jeweiligen betroffenen person – hingehen und nachschauen liess, und sie gestreichelt wurde: voila, jetzt mag sie die so wie alle anderen menschen.

    das gleiche machen ja viele menschen auch mit ganz jungen hunden: die dürfen nicht zu den erwachsenen hunden hin. ist der junge hund dann erwachsen, verbellt er alle anderen hunde, weil er sie für etwas „schlechtes“ hält.

  69. Oliver Hauf sagt:

    Ich selbst bin auch Rollstuhlfahrer und sehe vieles genau wie Du. Wenn man auf Kinder trifft ist das zumeist auch eine Bereicherung. und wenn sich dann die Eltern ein paar Grundregeln zu Herzen nehmen, kommt es oftmals zu schönen Begegnungen von denen alle Beteiligten etwas haben. Klasse Artikel – Danke!

  70. Simona Ladzik sagt:

    Hej Raul!
    Sehr schön geschrieben und sicherlich für viele eine echte Hilfe!
    Eine Kleinigkeit finde ich fehlt aber noch:
    11: Auch wir haben mal schlechte Laune!
    Normalerweise gebe ich mir gerade im Umgang mit Eltern und Kindern wirklich Mühe, lächle, beantworte Fragen und bin da echt offen.
    Aber auch ich hab Tage, da ist mir einfach ne Laus über die Leber gelaufen. Dann nerven mich Kinder, überhilfsbereite Menschen (besonders die die ungefragt helfen wollen) und Blicke.

    Das macht es aber nicht falsch, wenn mich dann ein Kind oder jemand anspricht und macht auch nicht automatisch alle Menschen mit Behinderung doof.
    Nein- ich hab dann einfach nur einen MIESEN Tag.
    Doch gerade das verstehen viele Menschen dann nicht.
    Schließlich bewundert selbst unser Bundespräsident immer die Lebensfreude der Menschen mit Behinderung…

    LG
    Sammi

  71. Steffi sagt:

    Genauso handhabe ich das auch. Meine Kinder besuchten einen Integrationskindergarten, ich selbst arbeite dort mit gehandicapten Kindern zusammen. Diese möchten so normal wie möglich behandelt werden, nicht ausgrenzen oder übermässig betüddelt werden. Mein erstes Betreuungskind sitzt im Rollstuhl und doch ist er so lebenslustig, mobil, offen, neugierig wie alle Kinder. Mein zweites Betreuungskind war eher sozial/emotional gehemmt. Sie hatte Angst vor Veränderungen, wurde regelrecht in Watte gepackt, konnte mit Konflikten nicht umgehen. Alleine Essen war ein Drama. Am Ende konnte sie ohne Esslernhilfe und extra Rand Essen, sie wurde zu Geburtstagsfeiern eingeladen und, mein persönlicher Erfolg, sie hielt die Übernachtung im Kindergarten durch, entwickelte soviel Selbstvertrauen, auch mal nein sagen zu können.

    Ich gebe mir die größte Mühe, ihnen viel Selbstvertauen, Eigenständigkeit und Mut mit zugeben. Sie werden irgendwann erwachsen und sollen gut wie möglich alleine zurecht kommen. Sie sind anders, vielleicht. Aber im Herzen wie alle Kinder.

  72. Steffi sagt:

    Den Text beenden: Auch Erwachsene wollen oft einfach nur dazugehören. Sie sind nicht anders, auch wenn sie anders aussehen. Denoch haben sie die gleichen Wünsche wie wir: Respekt, Achtung, Toleranz, Aktzeptanz und Freundlichkeit.

  73. topolinchen sagt:

    Toller Artikel! Ich war erst die Tage in der selben Situation mit meiner Tochter. Und wir haben die Dame im Rollstuhl dann einfach mal gefragt warum sie nicht gehen kann. Ich war selbst so unsicher und wollte der Dame nicht zu nahe treten. Aber das sich daraus entwickelte Gespräch war so toll und meine 3-jährige Tochter hat sicherlich ganz viel dabei gelernt.

  74. Thomas Steuber sagt:

    Danke für den Post, das hat mir geholfen. Obwohl ich einigermaßen regelmäßig mit Menschen mit Behinderung zusammen bin, ist es für mich manchmal schwierig, nicht verkrampft zu sein. Ich denke das liegt auch daran, dass ich in einer Stadt zur Schule ging, die eine Behindertenwerkstatt hat und eine G- und eine K-Schule und dass ih als Kind immer nur daran vorbei gefahren bin („Schau mal, da gehen die hin…“), anstatt Kontakt zu haben. Ob die Inklusion daran etwas für kommende Schüler ändern kann?

  75. Yvonne sagt:

    Vielen Dank für den tollen Artikel! Ich frage mich auch öfter wenn ich Menschen mit Behinderungen sehe, was genau sie wohl haben und wie sie es fänden wenn ich oder meine Kinder danach fragen würden und bin unsicher in der Situation. Es tut gut aus einer anderen Sicht zu sehen und macht Mut. Danke und herzliche Grüße
    Yvonne

  76. Nino sagt:

    Super Artikel! Vielen Dank für diese offenen und ratsamen Worte! Ich hab während meinem Zivildienst gelernt damit umzugehen und in diesem Rahmen auch kennengelernt wie „falsch“ sich viele verhalten.
    Meine Grundeinstellung ist, Menschen mit Behinderung(en) so zu behandeln wie alle anderen auch, auch wenn mal was „Neues“ sieht oder nicht kennt. Oder wie man es sich selbst wünschen würde behandelt zu werden, auch wenn diese Vorstellung sicher noch weit von der Realität entfernt sein wird. Helfen nur auch Nachfrage, bzw. Einwilligung der Behinderten Person, denn sie sind auch Menschen und zudem stark und willig, sie können viel mehr alleine schaffen als man ihnen ansehen mag. Daher erst Fragen dann helfen, auch diesen Punkt finde ich schön erklärt!
    Es sollte allgemein viel selbstverständlicher sein, auf alle Menschen gleich zugehen zu können ohne von anderen evtl. komisch angeschaut zu werden oder sich komisch fühlen zu müssen.

  77. defaude sagt:

    Verdammt guter Artikel – vielen Dank! Ich habe zwar selbst keine Kinder, aber Nichte und Neffe wollen ja schließlich auch was über die Welt lernen! :)

  78. teresa sagt:

    vielen, vielen dank fuer dein artikel und gute tips:). ich wuenschte mir nur, dass es den auf englisch auch geben koennte, dann koennte ich den hier in norwegen (wo man nicht gut deutsch spricht) weiterteilen… :) .denn weiterteilen sollte man den:). ich bin selber aertzin, aber mal auch patientin, und so eine einstellung und solche gute tips siind genau richtig gegen vorurteile, und unwissen…

  79. Andrea sagt:

    Super toll, eine gute Stärkung, vielen Dank :-)

  80. Alexandra Trienowitz sagt:

    An mir und meiner 3 Jährigen ist letztens ein Mann im Rollstuhl vorbeigefahren und meine Tochter hat lautstark und aufgeregt gerufen: “ Mama, warum haben wir denn nicht so ein obercooles Auto?? Das ist ja saustark!“ :D Ich war als erstes auch unsicher wie ich darauf reagieren soll und war heilfroh das der Mann angehalten hat und mit uns zusammen darüber gelacht hat. Manchmal weiß man als Mama einfach auch gar nicht genau passend zu reagieren, dabei hab ich selbst gar keine Berührungsängste mit Behinderungen. Die Frage kam bei mir auf, wie andere mit soclehn Situationen umgehen und ich bin sehr fröhlich darüber diese Seite gefunden zu haben. Danke für die Mühe und auch die Offenheit :)

  81. diana sagt:

    :-)

  82. RuWu sagt:

    Danke, Raul. Toller Text, so unglaublich hilfreich. Danke, danke, danke.

    (Ich steh dann sicher irgendwann mal auf deiner Terrasse mit einem neugerigen kleinen Kerl, der sooo gerne eine „Testfahrt“ machen möchte, sich aber (noch) nicht traut, zu fragen!)

  83. Kleinstadtprimel Claudia Buchs sagt:

    Wow, Danke, Ja ich habe auch so ein Kind mit vielen Fragen und lauten Mund. Ich versuche, weil ehrlich gesagt weiß ich auch nicht immer was ich sagen soll, das Wort „Krankheit“ aussen vorzulassen und von Behinderung oder Handycap zu reden. Jetzt nachdem ich Deinen Artikel gelesen habe, fühle ich micht ein wenig „sicherer“ :-)

  84. Lina sagt:

    Dürfen auch große Kinder mal den Rolli fahren? So Ü18 große Kinder ;D

  85. Philipp sagt:

    Ich hatte das Glück durch die Tochter der besten Freundin meiner Mama vom Babyalter an an Menschen mit Behinderungen jedweder Art herangeführt worden zu sein. Meine Eltern haben meine Neugier was das angeht immer unterstützt und heben gesagt, geh doch mal hin und frag einfach.

    Ich habe gemerkt dass Menschen mit Behinderungen oft Kindern sehr viel offener gegenüberstehen und deren Fragen auch gerne beantworten.

    Kinder waren, sind und werden auch immer ein gesteigertes Interesse an dem haben was „anderster“ ist und das ist auch gut so.

    Auf keinen Fall sollte man versuchen die Kinder mit irgend einem Schwachsinn abzuspeisen wie „der will nicht laufen“ (schon gehört!) usw.

    Grüße aus Kaiserslautern

    Philipp

  86. Melanie Hoch sagt:

    Sehr geiler Artikel!!
    Es ist so schade, daß viele erwachsene Menschen sich nicht mal eine Scheibe von der GESUNDEN Neugier ihrer Kinder abschauen. Es würde so viele Vorurteile weniger geben!
    Ich erlebe oft bei den Kumpels zweier meiner Söhne, wie unterschiedlich sie mit der Behinderung des dritten Bruders umgehen – das sagt eine Menge über die Sitten zu Hause aus.
    Auch habe ich die Erfahrung gemacht, daß Kinder viel zugänglicher für ungewöhnliche oder unangenehme Themen sind als die Eltern, weil sie eben im Allgemeinen neugierig sind und nicht sensationsgeil… ;-)

    Aber das ist ja nicht nur im Zusammenhang mit Behinderung ein Problem – wenn die Leute doch einfach offen sprechen würden, statt sich irgendeinen wilden Kram zusammenzureimen, wie viel einfacher und herzlicher könnte unser aller Alltag sein!
    Danke für Deine wunderbaren Zeilen!!
    LG, Mel

  87. Steffy sagt:

    Ich finde die Tipps ganz hilfreich! Mein Sohn ist 1 1/2jahre und ich finde die oben genannte umgehensweise sehr hilfreich!
    Nur leider gibt es viele verschiedene Charaktere von Behinderten Menschen und nur wenige( meiner Meinung nach) reagieren so cool darauf ! Ich hoffe, wenn mein Sohn fragen hat, so jemanden zu treffen, der mir hilft meinem Sohn das alles zu erklären und bei zu bringen!

    Und wie in einem Kommentar erwähnt :

    Nein wir Eltern versäumen nicht es bei zu bringen, wir wissen nur nicht wie und bei , unfreundlichen Menschen mit Behinderung, sind auch wir überfordert! Ich werde mein Kind auch schützen, wenn ihn jemand dumm anmacht oder unfreundliche Gesten macht, denn dass ist auch nicht die „feine englische Art“ !

  88. Wie ich in dem Artikel ja schon schrieb, ist er eine freie Übersetzung von Tiffiny Carlson’s Text:
    http://www.themobilityresource.com/10-things-to-teach-your-kids-about-disabilities

  89. frankotronic sagt:

    Hallo.
    Es gibt Kinderbücher über alles Mögliche: Farben, Flugzeuge, Feuerwehr, Werkstätten,….. Aber ich habe noch keines über Rollstuhlfahrer (oder Behinderungen) gesehen. Viele Kinder „saugen“ diese Bücher auf. Anschließend rennen durch die Welt und geben den Inhalt dieser Bücher wieder. Eine Geschichte über ein Kind im Rollstuhl würde sie sicherlich solidarisieren und Antworten geben.

  90. Drachenkater sagt:

    Mille Gracie für diesen Artikerl.

  91. * sagt:

    danke, wieder was gelernt, wie ich meinen Kindern umzugehen hab, Danke, danke, danke

  92. Dajana sagt:

    hallo raul,
    ich selbst kenne ein paar menschen mit rollstuhl und kann damit ganz gut umgehen. aber kinder sind unglaublich und „erwischen“ einen immer wieder unvorbereitet. soll ich meinem kind wirklich sagen, dass ein behinderter krank ist? bedeutet behindert sein, „aua“ zu haben? und wie erkläre ich die konkrete behinderung?

    kinder lernen unterr anderem auch durch wiederholungen. es ist also im städtischen erscheinungsbild „nicht normal“

    und auch nicht jedes kind reagiert gleich offen. vor kurzem war ich mit meinem 3jährigen sohn im krankenhaus und habe eine lustige freundin besucht. trotzdem war er sehr eingeschüchtert und jeden versuch, mit ihm ein „rolli-wettrennen“ zu machen, hat er abgewehrt.
    ich versuche immer, auch bei den behinderten ein bisschen verständnis für die kinder zu suchen, wenn sie nicht so aufgeschlossen oder adäquat reagieren… kinder sind einfach unberechenbar…

    umso wichtiger ist es, dass es menschen wie dich gibt, die sich so stark engagieren und öffentlich werden.
    ich wünsche dir weiterhin viel glück und ausdauer!
    liebe grüße, dajana

  93. Maria Prähofer sagt:

    Hallo.
    Ich sitze selber auch im Rollstuhl (ich habe MPS) und wenn ich bemerke, dass mich jemand längere Zeit anstarrt und viele Fragezeichen im Gesicht stehen hat, geh ich auch manchmal auf die Leute zu und frage, ob ich ihnen Helfen kann, eine Frage zu beantworten oder ähnliches.
    Nervige Blicke, bemerke ich oft gar nicht mehr weil ich mich schon daran gewohnt hab.

    Ich finde deinen Artikel sehr schön! Toll, dass du versuchst die Leute aufzuklären!

    Liebe Grüße
    Maria

  94. Anke Schindler sagt:

    Hallo Raul,
    danke für deinen Artikel.Mit unseren behinderten Kindern haben wir oft die gleichen oder ähnliche Erlebnisse gehabt und werden sie auch weiterhin haben.Da muss sicher ein totales Umdenken bei allen stattfinden. Wobei Kinder, wenn sie nicht von Eltern und Geschwistern schon „verbogen“ wurden, viel offener mit Andersartigen umgehen. Wir sehen es immer wieder wie selbstverständlich unsere Enkelkinder auf unserem Rollikind (natürlich auf dem Rolli) herumklettern oder auf sie zugehen. Aber wir haben auch schon das gegenteil erlebt.Aber sie ist ein Sonnenschein und auch das erleichtert ihr die Kontaktaufnahme.
    So genug davon, eigentlich wollte ich nur die Bücher- und Filmliste ergänzen.
    Zum einen das Buch:
    -„Die Rollstuhlprinzessin“ von Martina Dierks,
    und die Filme:
    -„Ein Tick anders“ und „Vincent will Meer“ über Autismus, stellenweise zum Quietschen komisch und
    -“ Mein linker Fuß“ über eine spastischen Jungen und seinen Weg ins Leben. Sehr empfehlenswert!!!
    LG Anke

  95. Andrea sagt:

    Genau auf den Punkt gebracht!! Vielen Dank dafür! Ich selbst hatte in meiner Klasse einen Jungen mit Glasknochen und daher weiß ich auch um die Folgen, aber ich weiß auch, dass viele Menschen mit einer körperlichen und gesundheitlichen Einschränkungen die Lust am Leben und Ihr Lachen nicht verloren haben.

  96. carmen olivar sagt:

    einen behinderten eine frage stellen, ist der kürzeste weg zu einem gespräch
    gruss carmen olivar, muskelkrank, im rollstuhl
    oder:
    http://www.cita-art-berlin.de

  97. Roland Zetlmeisl sagt:

    Ich habe vor 38 Jahren beide Beine verloren. Durch meine Kinder habe ich gelernt besser damit umzugehen. Bsp. Kind bringt Freunde mit nach Hause. Es werden schnell die Prothesen angezogen. Antwort vom Sohn “ Du spinnst doch, meine Freunde wissen Bescheid, wir lieben dich auch so.“ Kinder sind realer als Erwachsene und können auch besser damit umgehen. Seit 7 Jahren sitze ich im Rollstuhl. Für meinen Enkel 4 Jahre bin ich der Opa “ Brumm- Brumm“. Warum? Das Größte für ihn ist, wenn ich ihn auf den Schoß nehme und wir gemeinsam im Rollstuhl unsere Runden durch die Gegend ziehen. Kinder haben keine Angst und Probleme, wenn doch, dann ist es anerzogen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Roland Zetlmeisl

  98. ValosMom sagt:

    Wunderschön geschrieben. Danke hierfür… ich möchte, dass mein (gesunder, nicht behinderter) Sohn sowohl mit gesunden als auch mit behinderten Kindern Umgang pflegt. Vielleicht schaffe ich es ja ihn so zu erziehen, dass er Leuten, die Behinderte auslachen, die Stirn bietet und sagt: „Hey Leute DAS ist so aber nicht ok. Ihr könntet selbst iwann im Rollstuhl sitzen oder ein behindertes Kind zur Welt bringen“. Ich finde an sowas sollte JEDER denken, denn treffen kann es doch jeden irgendwann mal oder nicht?

  99. Kathrin sagt:

    Genauso geht es mir auch oft. Ich bin zwar Fußgänger aber nur ein laufender Meter. Viele Kinder sind nur neugierig und sehr lieb und da gebe ich auch gerne Antworten und unterhalte mich. Aber ich hatte auch schon Situationen wo mir von kleinen Kindern (vielleicht 4 oder 5 Jahre alt) lauthals hinterhergerufen wurde ich gehöre in den Zirkus und ähnliches. Als ich daraufhin die Kinder ansprach, das es nicht nett sei wie sie mich behandeln schaltete sich endlich auch die Mutter ein, aber nur um mich zu beschimpfen was mir einfiele wie ich mit ihren Kindern rede. Soetwas geht dann doch zu weit. Ich bin ja der Meinung das Kinder in erster Linie vorurteilsfrei sind und solche Dinge dann nur von außen eingeimpft bekommen.

  100. Tobie sagt:

    Ich bin der Meinung, dass man das Kind, gerade wenn es weint, beiseite nehmen soll, um ihm die Situation zu erklären! Nicht unsicher sein! Jeder Mensch reagiert zwar anders aber ich denke das Menschen, die im Rollstuhl sitzen, es am besten verstehen wenn sie in einer solchen Situation von den Eltern angesprochen und in das Gespräch der Erklärung mit einbezogen werden. Das Kind merkt schnell, dass in diesem Rollstuhl ein Mensch sitzt, der seine eigene Situation kennt und damit um zu gehen weiß und meistens ein glückliches Leben führt. Das heißt auch, dass dieser Mensch dem Kind die Angst nehmen kann und wird! Ich habe in der Vergangenheit 10 Jahre lang integrative Freizeiten bei der Sportjugend Hessen betreut, bei denen behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche mitfahren. Dort habe ich die Erfahrung gesammelt das sich das Thema Behinderung nach kurzem Kennenlernen bei den Jugendlichen im Kopf in Wohlgefallen auflösen nur noch der Mensch gesehen wird. Zwar kommt auch dort das Thema „was hast Du überhaupt für eine Behinderung“ auf, aber dies ist nach kurzer Zeit überhaupt kein Thema mehr! Also traut euch und seid selbstbewusst, euren Kindern die Situation zu erklären!

  101. Draglede Yssil sagt:

    Danke für diesen Beitrag! Darf ich ihn in unserer Schule veröffentlichen?

  102. Simon sagt:

    Raul, du bist großartig. Ich hatte als Kind einen körperlich behinderten und chronisch kranken Freund, das war völlig egal. Aber heute, Mitte 20, merke ich bei mir genau diejenigen Probleme, die du beschreibst. Ich will keine Vorurteile haben, will jedem auf gleicher Höhe begegnen – und bin doch völlig verunsichert, wie ich mit jemandem im Rollstuhl umgehe (Freunde, die nach drei Monaten wieder selbst laufen können werden zählen natürlich nicht). Ich will das können, das unverkrampfte. Wie mache ich das?

  103. Eli sagt:

    Ich habe eine Nichte im E-Rolli und war als sie klein war viel mit ihr unterwegs. Darum möchte ich mal andersrum sagen, dass ich ihr aber im Gegenzug auch sehr oft erklären musste, dass es eben normal ist und es war eine immense Herausforderung ihr das Selbstbewusstsein zu vermitteln, das sie heute zum Glück hat. Vor allem hier in der ach so bunten Hauptstadt.

  104. Roland Zetlmeisl sagt:

    Hallo Raul,
    war heute mit meinen Kindern und Enkel im Zoo Leipzig.
    Ich, wie weiter unten schon erwähnt, beidseitig, durch Unfall seit 38 Jahren, beinamputiert. Folgende Situation: Ich rauche eine Zigarette, kommen „Erwachsene“ vorbei, Kommentar: „Da hat er schon keine Beine mehr und muss immer noch rauchen“ Kein Gespräch, nur Gedanken meinerseits, über soviel Dummheit.
    -Ich kann keine Raucherbeine mehr bekommen-.
    Später auf dem Spielplatz, ohne Zigarette: Ich höre Getuschel unter Kindern. Ein etwa 7-jähriges Mädchen kommt auf mich zu. „Hast du wirklich keine Beine mehr ?“. Ich „Ja“. Sie:“ Das ist aber traurig“. Ich “ Das kann passieren, z.B. durch einen Unfall“. Sie“ Da hast du Recht.“ Fazit: Mit Kindern kann man bessere und fachgerechtere Gespräche führen, als mit “ Erwachsenen“. Nun kann jeder über sich mal nachdenken.
    Mit freundlichen Grüßen
    Roland Zetlmeisl

  105. Roland Zetlmeisl sagt:

    kann ich nur bestätigen!! und der hilflose Mensch passt nicht ins Beuteschema. Man sollte einfach die schlechten Filme über Wölfe aus der Vergangenheit vergessen.

  106. Madame Flamusse sagt:

    Super erklärt und toll gegen Hilflosigkeit. ;-)

  107. Sebastian Jung sagt:

    Hallo ich bin von dem Artikel begeistert wäre das nicht mal was für den fluter ( Zeitung für politische Bildung)

  108. Iris Bachmann sagt:

    Wow, danke für diese Tipps. Ich bin gehbehindert (Muskellähmung) benutze aber ausser Haus lieber den Rollstuhl, weil ich mich da sicherer fühle und mobiler bin.
    Das meiste was oben steht, setze ich bereits um und habe damit gute Erfahrungen gemacht.
    Wie man in die Welt hinausstrahlt, so strahlt die zurück.
    Ich beobachte, wie Eltern sich entspannen, wenn man locker auf die Kinder zugeht, ihre Fragen lobt und ihnen altersgerecht antwortet.

    Und dann stehen oben noch ganz viele Sachen, die ich mir so gar noch nie überlegt habe. Danke für die guten Tipps.

  109. Lars sagt:

    Stimme dir zu. Bin auch an sich kein „Bösegucker“, versuche Kinder eigentlich immer anzulächeln, zuzuzwinkern oder arbeite mit Beschwichtigungssignalen der Hunde. Ja, die funktionieren auch bei uns Menschen :o) Das „Augenkniepen“, also kurzes, bewusstes schließen der Augen, mit einem Lächeln zusammen wirkt oft Wunder. Halt leider nicht immer und da sind dann die Eltern gefragt; aber eben nicht, indem sie die Kinder runter machen.

  110. Bastian B sagt:

    Sehr schöner Artikel, Raul :)
    Zum Glück habe ich noch keine großen negativen Erfahrungen mit Kindern gemacht, meist ist es eher Neugierde oder Unsicherheit, wenn mal wer komisch kuckt. Aber dann kuck ich halt auch komisch oder grinse den- / diejenige demonstrativ an, das bricht meistens das Eis.

    Mit dem Handbike hab ich auch schon öfter „boah, cool, sowas will ich auch mal haben“ gehört. Da muss ich dann immer sehr schmunzeln :)

  111. Name sagt:

    Meine Kinder gingen und gehen in einen Kindergarten, der schon Kinder mit Behinderungen und Kinder ohne Behinderungen in einer Gruppe zusammen sein ließ, als es das Wort Inklusion noch gar nicht gab. Er ist mit einem Lebenshilfekindergarten unter einem Dach, in dem es Gruppen gibt für verschiedenste Arten der Behinderung, um diese Kinder gezielt fördern zu können. Natürlich gibt es auch Kinder, die im Rollstuhl sitzen. Und es gibt einen Rollstuhl auf dem Flur, mit dem alle anderen Kinder fahren dürfen. So ist ein Rollstuhl etwas völlig Normales, wird benutzt wie ein Bobby Car. Wenn also meine Kinder „draußen“ einen Menschen im Rollstuhl sehen, empfinden sie es als „nichts Besonderes“ und das finde ich toll.

  112. Margarete sagt:

    Danke für diesen herzerfrischenden, ermutigenden und informativen Beitrag. Dies bestätigt meine Erfahrungen.

  113. Peter Zenker sagt:

    Ich habe damals mit meinen Kindern und ihren Mitschülern aus der Fläming Schule „Auf den Schultern eines Riesen“ (GB 1979, Synchro ZDF 1981) angesehen. Die Geschichte von Terry Wiles, dem sein Pflegevater einen Rolli mit eingebautem Aufzug baut, damit Terry mit seinem Gegenüber auf Augenhöhe reden kann. IMO kann dieser Film auch heute noch viel bewirken. Leider habe ich bisher nur das Englische Original gefunden, aber vielleicht liest hier jemand mit, der eine Quelle für die deutsche Version hat. Hier der Link zum Original:
    http://www.youtube.com/watch?v=sTMHk3iYIeE

  114. Micha sagt:

    Sehr guter Artikel. Vielen Dank Raul.

  115. Andre Quednau sagt:

    Großartig. Wieder einmal ein Artikel, der es einfach auf den Punkt bringt.

  116. Johann sagt:

    Toller Artikel. Habe ähnliche Dinge auch schon häufig erlebt. Oft gehe ich dann auf die Eltern zu und versuche zu erklären. Normalerweise stelle ich dann auch positive Reaktionen fest.

  117. sandra sagt:

    Sehr schöner Artikel. Vielen Dank die Darstellung Deiner Sichtweise. Ich werde sie meinen Kindern so weiterhin näherbringen.

    Das Leben ist nicht schwarz und weiß!
    Liebe Grüße Sandra

  118. S. Ricklefs sagt:

    Versuchen!
    Wie würdest Du mit einem Nichtbehinderten Menschen ungehen, was und wann wprdest Du ihn was fragen wollen.. genauso denke ich, geht man auch mit behinderten Menschen um.
    Zudem gibt es auch Behinderungen, da wirkt jemand mitunter geistig behindert und ist es aber nicht.. Wenn man ihm die Möglichkeit gibt, sich schriftlich mitzuteilen (z. Bsp. über Handstütze beim Schreibmaschine schreiben, dann kann er sich mitteilen)

    Ich habe das in einer Doku gesehen und war sehr bestürzt, daß „man“ nicht auf die Idee kommt in unserer Gesellschaft so etwas in Erwägung zu ziehen auszutesten, außer dieser Mutter dieses Betroffenen. Dieser junge Mann machte den Eindruck eines total körperlich und geistig behinderten Menschen, war aber höchst intelligent und beschrieb es so, gefangen zu sein in seinem eigenen Ich…Er will und kann nicht. Sein Körper tut es nicht, was in ihm steckt und zeigt nach außen das komplette Gegenteil, auch als sei er völlig abwesend, kein Blickkontakt, für uns merkwürdige Laute.. Dabei denkt er klar! Viele Autisten erleben dieses (es gibt verschiedene Formen von Autismus, bitte jetzt nicht alle Autisten verallgemeinern. Es gibt Autisten, denen, merkt man es nicht einmal an, wenn man sie nicht kennt.. und man sieht es ihnen auch nicht an.
    Ich denke der Beitrag von Raul ist wunderbar und drückt alles aus.
    Fazit: Egal bei welcher Behinderung wir müssen die behinderten Menschen nur „anders“ sehen, eben anders und so wie wir lernen müssen, mit jedem Menschen, da jeder anders ist, richtig umzugehen, so eben auch ganz einfach mit diesem Andersein, diesem anderen Menschen.
    Ich denke, wir machen den Fehler, behinderte Menschen als eine andere Art von Menschen zu sehen, dabei sind sie genau so wie Du und ich, wie soll ich es bloß ausdrücken..
    Wir teilen immer zwischen nicht behindert und behindert in Gruppen von Menschen auf und darin liegt der Fehler.
    Wir sind eine Gruppe, alles Menschen, nur jeder verschieden. Einer kann laufen, ein anderer nicht. Einer kann sehen, ein anderer nicht.
    So versuche ich es zu sehen und wie in allen anderern Bereichen auch, versuche ich einfach die Gaben, die Gott mir gegeben hat zu kompensieren mit den fehlenden Gaben des anderen. Ich brauche nicht mit-leiden, auch wenn es mir im Moment leid-tut, aber das kann ich umwandeln in Positives für meinen Mitmenschen, der daran-leidet und wie gesagt mit meinen Talenten oder Gaben dann kompensieren, wenn der es überhaupt so sieht und möchte! Dieser widerum hat dafür vielleicht eine Gabe, die mir fehlt oder mich be-hindert und kann sie mit meiner fehlenden kompensieren.
    Niemals beim Leiden stehen beiben, stets das Heil darin suchen, das sich in verschiedenen Formen ausddrücken kann :) und wir uns gegenseitig dahin verhelfen können.
    Asperger-Autisten z. Bsp. haben das Herz eines Kindes bei guter Intelligenz. Schaue ich mir ein Kind an, würde ich sagen, sie sind noch so, wie Gott sich einen Menschen vorstellt. Loyal, vergebensbereit, ohne Lügen, bis die Angst es sie lehrt.. usw.
    Stattdesssen werden Autisten zu mangelnder sozialer Kommunikation abgestempelt und es ist genau das Gegenteil der Fall. Sie scheuen Smalltalks, weil sie tiefergehend sind, z. Bsp….
    Ach, ich verliere mich darin, dabei ist das ein weiteres „Anderssein“ eines anderen Menschen.
    Also, nur Mut, einer sollte immer vom anderen lernen und auf ihn zugehen, nur leider ist jeder für sich, so wird es uns beigebracht…
    Und genau das ist es, was uns Menschen fehlt, das allgemeine Miteinander. Ob behindert oder nicht, ist keine Frage, jeder Mensch ist einfach anders und wir sollten immer nach der Liebe handeln, ob behindert oder nicht, das wäre der beste Lehrmeister und die beste Antwort auf alle Fragen, sie in sich suchen, im eigenen Herzen u. Gewissen, dann macht man es richtig, denke ich.
    Nicht abschrecken lassen :) von angeblich offensichtlichen Umständen oder Problemen, Krankheiten…
    Aber finde ich toll, daß Du die Frage gestellt hast.
    Nicht viele Menschen denken nach…
    Herzliche Grüße
    S. Ricklefs

  119. S. Ricklefs sagt:

    Danke Raul, unbekannterweise für Deine Tipps.
    Meine Tochter hat mich auf Deine Seite aufmerksam gemacht mit einem Post bei google+.
    So hat Deine Krankheit zumindest ein Gutes:
    Wir können von Dir lernen und Deiner Krankheit in unserer Gesellschaft, weil Du offen genug bist dafür.
    Das widerum bringt hoffentlich mehr Liebe im Mitainander und füreinander und somit verändern wir die Welt, Stück für Stück.
    Ich sehe diese Welt nur als eine Reise an, bis wir Zuhause ankommen und auf dieser Reise möglichst viel Licht in die Dunkelheit zu bringen… Liebe… die alles weitere beinhaltet.
    Ich tue es durch Missionieren und evangelisieren, Du auf Deine Weise, die Menschen dahin zu bringen.
    Darüber freue ich mich, denn ich weiß und möchte Dir sagen:
    2. Korinther 4,17f
    „17 Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit,
    18 uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“

    Danke <3

    Und wie wir alle mit anderen Päckchen, die wir tragen, wünsche ich Dir ganz viel Kraft besonders für den inwendigen Menschen,

    Gott segne Dich weiterhin, denn das bist Du, auch wenn Du es vielleicht noch nicht entdeckt hast?!

    Herzlichst, S. Ricklefs

    Anbei möchte ich Dir dieses video schicken, es kommt mir gerade so auf's Herz für Dich :)

    https://www.youtube.com/watch?v=3FzbGazoFoo&list=PLGZKtaIxAynksfAgsK6PHmoa_BFPG4YqN&index=39

  120. Hilde sagt:

    Mein Umgangstipp ?

    Ein freundliches Lächeln überwindet viele Berge von Vorurteilen. Wir werden auch als Fam. gern mal gemustert & dann schenke ich dem jenigen ein Lächeln. Die meisten Leuten lächeln zurück oder überwinden ihre Scheu und fragen. Andererseits schau ich mir auch interessiert meine Mitmenschen an, v.a. jene die mir irgendwie auffallen ( wodurch auch immer) . Manchmal denke ich mir upps, nicht dass die denken ich starre jetzt, auch da hilft ein freundliches Lächeln.
    Meine Kinder bekommen immer eine ehrliche Antwort und wenn sie angst haben, dann versuche ich ihnen diese zu nehmen (unkontrollierte Bewegungen machen meinen Kindern z.Bsp. angst)
    PS . Toller Beitrag !

  121. Hilde sagt:

    Ist das nicht die Taktik der Katzen ? ;-)

    Das ist die pure Hilflosigkeit der Eltern, die sich blamiert fühlen. Erst die Eltern trösten , dann das Kind …. oder umgekehrt?

  122. Manuela sagt:

    Ein schwieriges Thema – ein guter Artikel. Bitte neht es den kleineren Kindern, die gerade noch dabei sind ganz frisch die Welt mit ihren vielen Facetten zu entdecken, das Gucken und evtl. Starren nicht übel. Sie wollen vielelicht nur das Gesehene einordnen, sich vergewissern, dass sie richtig gesehen haben, sind neugierig und haben gar keine Ahnung, was sie da sehen! Größere Kinder, die schon einen eigenen Verstand haben sollten – oder besser gesagt: Verständnis – nämlich durch Erfahrungen, Vorbildfunktion ihrer Eltewrn etc. und der Schule, darf man ruhig darauf aufmerksam machen, dass es nicht okay ist, wenn man starrt, doofe Bemerkungen macht oder sich gar lustig macht. Dass sie gesund sind ist ein Geschenk, dass leider nicht jeder Mensch genau so erhalten hat. Andersartig ist nicht schlechter, ”normal sein“ nicht besser.
    Manchmal muss man aber auch den „Gesunden“ einfach vezeihen. Vielleicht ist ihnen gar nicht bewusst, dass sie gucken, es kann sien, dass sie unerfahren sin, mit Behinderten Menschen noch nie zusammen gekommen sind und gar nicht wissen, wie sie reagieren sollen oder können. Manchmal kann man sie „an die Hand nehmen“ und vielelicht darauf aufmerksam machen, dass man sich selbst unwohl fühlt, wenn man angestarrt wird. Schließlich ist man auch Mensch und die Würde des Menschen ist unantastbar.
    Ich habe meinen nun fast erwachsenen Kindern immer mitgegeben, dass Menschen vielseitig und unterschiedlich sind. Dass jeder gemocht werden sollte und man auf keinem Fall Äußerlichkeiten oder Eingeschränkungen werten soll. Es ist bei uns verpönt das Wort „Behindert“ als Schimpfwort zu benutzen, das habe ich in meiner Familie auch niemals erlebt – leider aber wird das mal schnell gesagt … (Du bist ja behindert!) Offenheit, Aufklärung, Verständnis und Sensibiliesierung ist angesagt.
    Und bitte – auf beiden „Seiten“ nicht böse werden! Das zieht nur Böses nach obwohl es vielelicht einfach ein Missverständis war (Beispiel der Mutter mit dem autistischen Kind weiter oben in den Kommentaren).
    Leider leben viele Behinderte mit Vorurteilen, leider müssen viele körperlich Behinderte sich fragen lassen, ob sie das denn auch schaffen – und wenn es hier auch nur um rein geistige Angelegenheiten geht. Kenne ein paar Menschen, die mit diesen Vorurteilen zu kämpfen haben, die z.B. auf andere – besondere – Schulen gehen müssen oder in andere Klassen … Finde ich doof. Eine Gehbehinderung schließt kein Arebiten mit dem Kopf aus, das dürfen sich manche Personaler auch mal vornehmen. Schwieriges Thema – guter Aritkel – mutig und toll!
    Herzliche Grüße

  123. Simone Meier sagt:

    Hallo Raul,

    vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag.

    Beste Grüße sendet

    Simone

  124. Bia T sagt:

    Ich (27 Jahre alt) bin Spastikerin und häufig in der Stadt unterwegs. Dieser Artikel spricht mir aus der Seele, besonders was den „Freifahrtsschein“ von Kindern und die Nervosität von Eltern angeht! Vielen vielen Dank!
    Es ist auch immer wieder erstaunlich, wie gelassen ausgerechnet kleine Kinder auf Behinderungen reagieren. Mir kam vor einiger Zeit ein etwa 7-jähriges Mädchen beim Spielen entgegengerannt, und ich bin ihr aus dem Weg gegangen um nicht umgeworfen zu werden. Das Mädchen hat dann aus eigener Initiative an der Straßenecke gewartet und mich rundheraus, aber höflich gefragt „Kannst du nicht laufen?“ Habe ihr dann in möglichst einfachen Worten erklärt, daß ich natürlich laufen kann (das sieht sie doch?) aber mein Körper halt anders laufen will als mein Kopf (genau das ist Spastik nämlich) Wir haben uns großartig unterhalten, und nachher hätte ich vor Freude fast geweint…mehr solche Kinder braucht das Land, und mehr Erwachsene von dem Schlage auch. Die sind nämlich seltsamerweise oft viel verkrampfter bei dem Thema. Traut euch, Leute! Wir beißen nicht!

  125. Kerstin Wahlbrink sagt:

    Hallo Raul,

    danke Dir für den Artikel. Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen.

    LG

    Kerstin Wahlbrink

  126. Ariane sagt:

    Schau mal an, Klaus, wo man sich überall trifft :o) Ich finds auch schwer, sich zu entscheiden, jemanden anzusprechen. Weiß man, ob es demjenigen gefällt? Meine Tochter mit DS ist noch klein (3 Jahre) und wir gehen damit sehr offen und herzlich um. Aber wenn sie es später nervig findet, angestarrt zu werden, dann ist das ebenfalls ihr gutes Recht. Im Kopf haben wir ja schon eine Fotopostkarte mit Unterschrift, welches wir verschenken, wenn wir mal wieder heimlich oder unheimlich angestarrt werden. (Wobei das Anstarren eventuell gar nicht an Yara liegt, sondern an unserer ganzen großen Familie insgesamt :))
    Auf jeden Fall mal viele Grüße an dich
    ariane

  127. Matthias Labsch sagt:

    Hallo Raul,
    zu Punkt 7 ist mir letztens auf der IAA etwas passiert, wo ich deinen Spruch hätte gut gebrauchen können: ich sitze für längere Strecken im Rollstuhl, eine Freundin hat mich geschoben. Vor uns läuft ein ca. 7-jähriger Junge, der sich ständig umdreht und mich anstarrt. Er dreht sich immer wieder um, „gafft“ mit offenem Mund – und läuft volle Wucht gegen einen dieser Feuerwehr-Absperrstangen. Fällt um, ich bleib neben ihm stehen und rede auf ihn ein („Hast du dir wehgetan, alles okay?“) und werde von der heraneilenden Mutter noch angeschnauzt was ICH mit ihrem Kind gemacht hätte. Zum Glück war die Freundin (eine Lehrerin) etwas schlagfertiger als ich und hat drauf hingewiesen, das der Bub halt mal schauen sollte, wo er hinrennt … Was will man da noch machen?

  128. Karin + 3 Geister sagt:

    Danke für den Artikel, er ist sehr schön und offen geschrieben. Auch ich gehöre zu den Müttern die ihren Kindern gegenüber offen und ehrlich ist und auch erklärt. Und ich erziehe sie zu hilfsbereiten Menschen, jedoch hat mir dein Artikel einen Schwachpunkt aufgezeigt, nämlich das man in bestimmten Situationen erstmal Hilfe anbietet :-) Ja es stimmt, in bestimmten Situationen ist Fragen erstmal besser, um die Leute nicht zu entmündigen. Das habe ich bisher noch nie so gesehen.

  129. Ayten sagt:

    Hallo Raul ein toller Artikel, Bin eine Mutter von 3 kinder kenne das von den beiden kleinen (7 und 9) das sie gerne fragen stellen versuche sie soweit ich kann gut zu antworten. Ich denk es gelingt mir sehr gut…Werde mir mit meinen kindern den Film Wunder auf der Überholspur anschauen. danke dir. lg Ayten

  130. Imke sagt:

    Hallo, auch mich hat dieser Artikel sehr berührt zumal auch meine kleine Tochter ein besonderer Mensch ist. Ich hätte sehr gern den empfohlen Film „Wunder auf der Überholspur“ mit meiner Familie gesehen, leider kann ich ihn nicht finden…kann mir vielleicht jemand einen Tipp geben? Übrigens ist meine ältere Tochter auch so eine Sportskanone wie im Film beschrieben:-) Es ist so wichtig, dass die Menschen sensibel bleiben!!!

  131. Guido Arnold sagt:

    Das würde mich auch interessieren. Die hiesige Kindergartenzeitung sucht wieder Beiträge und dieser ist es wirklich wert verbreitet zu werden. Ich würde selbstverständlich auf diesen sowie den englischen Original-Artikel verweisen. Ginge das in Ordnung?

    In jedem Fall: Vielen Dank dafür!

  132. Ralf Maier sagt:

    wunderbar geschrieben! ich habe keine eigenen kinder, aber ich werde den text teilen für die menschen in meinem virtuellen freundeskreis, die mit kindern gesegnet sind!

  133. Anne sagt:

    ich arbeite in einer integrativen Kindertagesstätte und finde es tagtäglich faszinierend mit welcher absoluten Selbstverständlichkeit und Rücksicht die Kinder miteinander umgehen!! Eine gute Schule für das ganze Leben…

  134. Katrin sagt:

    Lieber Raul,
    vielen Dank für deinen Artikel. Ich habe ein Baby, aber wenn er größer wird, werde ich mir diese Dinge zu Herzen nehmen. Es sind ein paar gute Erweiterungen zu den Dingen dabei, die ich schon wusste.
    Ich werde nie vergessen, wie ich in einer Bastelgruppe war und einer der Teilnehmer hatte im Gesicht extrem trockene Haut, so schuppig, dass er fast wie ein Reptil aussah. Ich konnte die Spannung fühlen, die dadurch entstand, dass alle versuchten, ihn nicht zu lange anzusehen und auch Berührungen wurden vermieden. Selbst ich spürte dieses Unbehagen und eine leichte Furcht, dass er ansteckend sein könnte. Aber dann würde er doch nicht einfach so unter Menschen gehen?. Ich ergriff die Initiative – immerhin war es eine therapeutische Bastelgruppe – und fragte ihn ganz einfach, was es mit seiner Haut für eine Bewandtnis hat. Und er erklärte es mir. Eine schwere Form der Neurodermitis. Nicht ansteckend. Ich konnte das Eis förmlich brechen spüren. Plötzlich stellten alle Gruppenmitglieder fragen und bei der nächsten Gruppenstunde war es gar kein Thema mehr. Ich schaffe es nicht immer, aber ich versuche, so oft wie möglich, meinen Horizont zu erweitern.

  135. Sarah sagt:

    Schöner Artikel! Und seht nur, wo man im Leben hinkommen könnte…

    http://www.youtube.com/watch?v=ciYk-UwqFKA

  136. Jasmin sagt:

    Ein ganz wunderbar geschriebener Artikel, der einem als Eltern Mut macht, noch offener mit dem Thema Behinderung sowie den Fragen der Kinder umzugehen. Ich gebe ehrlich zu, dass ich manchmal auch unsicher bin in solchen Situationen, aber jetzt habe ich ein paar wertvolle Tipps bekommen, wie man reagieren kann in der Situation. Natürlich reagiert auch jeder Mensch mit Behinderung anders (haben wir selber auch schon erlebt), aber einen Versuch ist es wert, offen auf die Person zuzugehen. Vielen Dank!

  137. JK sagt:

    Ich bin selbst Behindert, auch wenn man es nicht sieht, zumindest nicht auf den ersten Blick. Doch ich erinnre mich an eine Situation, die bis heute weh tun und bis heute erlebe ich Sie in verschiedenen Formen….. als eine Klassenkameradin mich, da war ich ca. 4.te Klasse fragte ob ich mich nicht schäme, mit den ganzen Narben einen Bikini anzuziehen….ich damals nur eine Restniere mit einigen Op´s, … eine Freundin von mir hatte einen offenen Rücken, Sie ist Kleinwüchsig, mein Großer fragte mich entsetzt “ Mama, hat man Sie durchgeschnitten“, Sie nahm Ihn auf den Schoß und fuhr mit Ihm….. … doch Wir waren lange Freunde und so lernte er, egal ob man eine Krankheit sieht, es liegt am Menschen ob er sie annimmt und es liegt an der Umwelt, wie offen man damit umgeht und ob man den Menschen und nicht die Behinderung sieht….. mein kleiner kennt die, mit dem offenen Rücken nicht, doch er erlebt nicht nur mich, wie ich damit umgehe und ist da offen, fragt und ist Hilfsbereit und darüber freue ich mich sehr…. den ich kann zum Glück sagen, dass meine Söhne verschiedene Menschen kennen, mit sichtbaren und nicht sichtbaren Krankheiten und auch wie die Menschen damit umgehen…. oder auch nicht…
    Auch ich stoße, wohl man es mir nicht ansieht, sehr oft auf Widerstand und es macht mich einerseits wütend und noch mehr traurig, den ja ich bin nicht gesund doch ich lebe damit…

    ich denke die Angst und meist unwissende Reaktion, vor allem Erwachsener beruht darauf, dass Sie nicht wissen, wie Sie damit umgehen sollen ….

    Ich finde Deinen Artikel beeindruckend und kann die Menschen nur bitten, redet doch miteinander….. statt ….

  138. brechreizende sagt:

    Ein wunderbarer Leitfaden für den Umgang mit Menschen mit Behinderung. Ich arbeite in einer Außenwohngruppe für geistig behinderte junge Menschen und meine Freunde mit Kindern kommen mich öfter besuchen. Die Kinder sehen die Angelegenheit ganz unverkrampft, während die Eltern meist ein bisschen ängstlich sind. Aber selbst ich mit mehr als 10 Jahren Berufserfahrung bin manchmal bei fremden behinderten Menschen zurückhaltend und etwas verkrampft. Man will ja nix falsch machen, oder jemanden nerven. Deshalb ist es gut hin und wieder sowas zu lesen. Danke dafür!

  139. Th. Zierhold sagt:

    Arschloch!

  140. Cindy sagt:

    Fast immer wenn ich auf einen behinderten Parkplatz mein Auto abstelle wird mir fast bösartig zu gerufen: Hey, das ist ein Parkplatz für Behinderte. Es gibt sehr viele Menschen denen es nicht bewusst ist, dass es auch Behinderte gibt ohne Rollstuhl. Ich bin dann immer so verärgert dass es so uneinsichtige Leute gibt. Selbst wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass ihnen auch so was passieren könnte, wird man ausgelacht. Bei vielen kommt die Einsicht meist zu spät.

  141. Veronika Harz sagt:

    Leider kommt es immer wieder vor, dass die Rolli-Fahrerparkplätze von Nicht-Behinderten benutzt werden, deshalb bitte nicht böse sein, einfach das Schild für die Parkberechtigung ins Auto legen, und gut ist es.

  142. Sabrina sagt:

    Danke für diesen tollen Text. Ich erlebe es leider auch viel zu oft, dass weggeschaut wird und den Kindern gesagt wird man solle nicht nachfragen, da es unhöflich sei, wenn ich mit meinem Kleinen durch die Straßen gehe, der sich durch seinen Autismus ungewöhnlich verhält und ich habe dann auch schon öfter diese menschen engesprochen und es denn Kindern erklärt, aber das sind dann noch die Menschen, die nett reagieren…

  143. Florian sagt:

    Darf man fragen warum plötzlich Schimpfworte fallen. Hat es was mit tt4 zu tun, welche Bedeutung ich nicht verstehe?

  144. Stephanie sagt:

    Ich habe selber zwei besondere Kinder, einer hat atypischen Autismus, bei dem anderen wird noch mit der Diagnose gewartet. Unseren Kindern sieht man das nicht an, aber da sie nicht sprechen können wie andere Kinder, werden sie auch schon mal angesprochen: warum redest du so komisch. Das ist schon schwer. Unsere Kinder sind im Integrativ Kindergarten und sehen körplich Behinderte, ganz normal an, das ist schön, das sie so aufwachsen. Die Lehrerin der Förderschule, wo unser Sohn hin soll, sagte auch, das Kinder die mit Behinderten Menschen aufwachsen viel sozialer sind.

  145. juanonymious sagt:

    ich versteh das ganze aufsehen nicht?!
    Meine kinder werden dazu erzogen das ein MENSCH ein MENSCH ist, egal ob rollstuhl oder andere behinderungen
    beide gehen offen, auf menschen die gehandicapt sind zu, fragen warum das so ist, wie „du“ damit lebst und hast du „aua“
    wir wurden auch schon von vielen dumm angemacht
    von wegen, wir sollen unsere kinder besser in den griff kriegen oder warum fragen sie denn so einen unsinn :/
    wobei ich ja weiß das jeder mal einen schlechten tag hat …..
    ich bring den beiden von anfang an bei das es menschen gibt die nicht das glück hatten gesund geboren zu werden/einen unfall hatten und das eben diese menschen deswegen auf keinen fall weniger wert sind

  146. Astrid Alisch sagt:

    Menschen mit Behinderung brauchen vor allem Normalität und Leute, die Menachen mit Behinderung als normal ansehen. Leute, die lieber was falsches sagen, als Mitleid zeigen. Ist nur die Frage, was man als angenehme falsch betrachten oder als Nötigung betrachten könnte. Kommt halt ganh darauf ein wer was und wie sagt, bzw., fragt

  147. Sabine sagt:

    Danke für diesen Text!
    Erziehen in der Öffentlichkeit ist fast immer anstrengend und bringt Unsicherheit mit sich – schön, dass Menschen das manchmal wahrnehmen!

  148. Fine Art sagt:

    „(…) dass es Menschen gibt, die nicht das Glück hatten (…)“

    Ich empfehle, das Buch von Raul zu lesen. Zwar bin ich gerade erst beim zweiten Kapitel, doch HATTE ich vorher auch so gedacht.

  149. Der Narkosearzt sagt:

    Das ist weltklasse geschrieben und so unendlich hilfreich! Ich bin Papa eines noch sehr kleinen Sohnes. Ich werde all das oben genannte beherzigen.

    Bei mir und bei meinem Sohn. Danke!

  150. Kasiopeia sagt:

    Das hat nichts mit Aufsehen zu tun. Wenn man selbst nicht der Norm entspricht, oder ein Kind, das behindert ist, weiß man, wovon da gesprochen wird. Leider sind nicht alle Menschen so, dass Menschen mit Handicap akzeptiert werden. Wenn man selbst ein Kind hat, das zum Beispiel ein Hörgerät hat und mit 5 Jahre so groß ist, wie ein dreijähriges Kind, aber sich gebärdet wie mit 5, dann weiß man, wovon da gesprochen wird. Wenn über dein Kind gesprochen wird, und es angestarrt wird. DAs muss man als Eltern auch erst lernen- nicht angfressen sein, wenn geguckt wird. Wir haben gelernt und wir erklären. Aber es sind nicht die Kinder. Es sind die Erwachsenen, die manchmal unglaubliches von sich geben. Daher: solche Texte sind wichtig. Weil wir Menschen Normalität wollen. Und wer nicht normal ist, ist anders. Das ist leider die Realität. Auch wenn man seine Kinder offen und super erzieht.

  151. Patrick Rink sagt:

    vielen Dank. es tut uns allen gut, wenn wir die fragen die wir haben mit liebe und Achtung stellen. jeder ist doch irgendwie anders……

  152. Lisa K. sagt:

    Sehr schöner Artikel. Ich habe auch keine Kinder, habe mich aber schon öfter gefragt, wie ich reagieren sollte, wenn mein Kind viel Interesse an einem Menschen mit Behinderung zeigt. Meine Ängste sind da weniger, dass mein Kind möglicherweise aus Unwissenheit beleidigend sein könnte. Das ist mir bis zu einem gewissen Grad sogar egal, solange es nicht völlig unter der Gürtellinie ist. Einfach, weil ich es lieber habe, wenn das Kind im direkten Umgang mit anderen Menschen lernt, was das Gegenüber möglicherweise stört und was nicht und sofort die Konsequenzen erfährt.

    Ich sorge mich eher darum, dass das Kind aus Versehen jemandem körperlich wehtut, weil es das Gegenüber nicht gut einschätzen kann, oder gar etwas kaputt macht. Und diese Fehler können unter Umständen für einen Behinderten einen größeren Verlust bedeuten als für einen Nicht-Behinderten.

    Aber es ist eine Erleichterung zu lesen, dass viele Behinderte sich offenbar einen unverkrampfteren Umgang mit Kindern wünschen und Kinder als das sehen, was sie sind: „junge unerfahrene, aber neugierige und lernende Menschen“.

  153. Marc sagt:

    Ich denke, diese Tipps sind wertvolle Anregungen für Eltern im Umgang mit Behinderten.

    Als sichtbar Behinderte, wozu ich auch gehöre, müssen wir uns immer dessen bewusst sein, dass nicht jeder Erfahrung im Umgang mit Behinderten hat, was eigentlich nichts anderes bedeutet, dass wir auch nicht anders behandelt werden wollen, wie jeder andere Mensch auch.

    Etwas anderer Meinung bin ich, was die Ermutigung an die Eltern betrifft, ihre Kinder ihre Fragen selbst an uns richten zu lassen.

    Mir ist schon bewusst, dass ein persönlicher Kontakt natürlich immer das beste ist, um Barrieren in den Köpfen einzureißen, bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen.

    Allerdings habe auch ich nicht immer Lust, fremden Kindern meine Behinderung erklären zu wollen – wenngleich es für das Kind pädagogisch sicher das schönste wäre.

    In erster Linie denke ich, dass die Eltern auch für die kindgerechte Vermittlung nicht immer ganz einfach erscheinender Inhalte verantwortlich sind.

    Hierbei ist allerdings wichtig, dass sie ihren Kindern dem Alter entsprechende, VERNÜNFTIGE Erklärungen geben!

    Wofür ich allerdings überhaupt kein Verständnis habe ist, wenn Eltern nicht in der Lage sind, ihre Kinder einzubremsen, wenn diese laut lachen oder mit dem Finger auf uns zeigen: denn bei aller scheinbar aufgeklärten Toleranz unserer Tage dürfen dabei die klassischen Tugenden wie Respekt und Achtung des individuellen Persönlichkeitsraumes (der auch für Behinderte gilt) nicht vernachlässigt werden! Kinder sollten zwar möglichst viel wissen, aber auch im Jahr 2014 nicht alles dürfen. ;-)

  154. Rita sagt:

    Ja, wir wären gern „normal“. – Und: auch ich schaue Menschen an, die „anders“ sind.

    Und auch ich fühle mich manchmal sogar von den Handicaps anderer Menschen irritiert und finde nur hin und wieder schwer einen Modus, gut mit meinen Gefühlen umzugehen, z.B. mit dem Bedürfnis zu schauen…
    Ich bin i.d.R. froh, selber sichtbar behindert zu sein und deshalb leicht in Kontakt gehen zu können.
    Gut daran: Ich kann alle gut verstehen, die so unbeholfen sind, wenn sie mit Behinderten konfrontiert werden.

    Deine Hinweise sind toll, lieber Raul! Danke!
    Herzlich
    Rita

  155. Barbara sagt:

    Toller Artikel! Ich war heute mit meinem zweijährigen Sohn mit der Straßenbahn unterwegs und als eine Frau mit einem Mädchen im Rollstuhl einstieg was körperlich und geistig behindert war hat er Panik bekommen. Er schrie und weinte. Mein erster Gedanke war sofort auszusteigen. Zum Glück habe ich das nicht gemacht. Mein kleiner beruhigte sich nach einer Weile und ich habe ihm gesagt: dieses Mädchen hat aua und es wird sich bestimmt freuen wenn du ihm hallo sagst. Er hat das gemacht und hat ihr zugewunken. Die Mutter saß neben mir und hat mich komisch angeguckt, aber ich glaube dass sie einfach eine andere Reaktion etwartet hat. Anders konnte ich es meinem Sohn noch nicht erklären, dafür ist er zu klein. Aber ich glaube er hat verstanden dass dieses Mädchen anders war und er aber überhaupt keine angst haben muss.

  156. Hannes sagt:

    Danke für die großartige Sammlung! Viele dieser „Erstkontakte“ beobachten wir auch immer wieder auf unseren inklusiven Reisen. Das wichtigste dabei: das gegenseitige Interesse aufrechtzuerhalten. Dann erkennen Kinder viel schneller als Erwachsene das Wesentliche: den Menschen „hinter“ der Behinderung.
    http://www.inklusionerleben.de

  157. Doris sagt:

    Danke Raul!

  158. Kindermöbel sagt:

    Wenn jemand von Euch Alice im Wunderland liebt und von klein auf sein Kind mit der Passion anstecken will, so empfehle ich Barste Design, unglaubliche Möbel, schön angefertigt, alles mit der Hand gemacht, zwar sind sie nicht billig, aber ein Mercedes ist auch teuer

  159. Olivia sagt:

    Wirklich sehr hilfreich <3

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