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Raul Krauthausen - Aktivist

Warum es nicht ausreicht, Inklusion zu wollen – Von der Bewusstwerdung zur Akzeptanz und Aktion

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Inklusion ist etwas Gutes – dessen ist man sich in der Mehrheitsgesellschaft mittlerweile überwiegend einig.
Allerdings sollte Inklusion besser nichts kosten und bloß keinen Aufwand machen. Denn dann wird es für viele “zu anstrengend” oder “zu teuer”.
Chasa Chahine, Vorständin von “Autonom Leben e.V. – Für Würde und Selbstbestimmung behinderter Menschen”, fasst das Problem so zusammen: “Viele denken: Inklusion ist gut – aber bitte nicht bei uns!”

Inklusion beginnt mit Bewusstseinsbildung

Bewusstseinsbildung/Awareness ist wichtig und der erste Schritt in Richtung Inklusion.
Jede*r sollte sich fragen: Wo werden Menschen mit Behinderungen nach wie vor benachteiligt und diskriminiert? Wo gibt es Ungerechtigkeiten? Wo verhindert mangelnde Barrierefreiheit tatsächliche Teilhabe?
Menschen mit Behinderung stehen mittlerweile nicht mehr so sehr am Rande der Gesellschaft wie früher – sondern fordern selbstbewusst und laut ihre Rechte ein. Der Kampf um ein gutes Teilhabegesetz hat gezeigt: Die Behindertenbewegung ist stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Umso mehr wird nun auch vielen nichtbehinderten Menschen bewusst, dass Menschen mit Behinderung nach wie vor mit Benachteiligungen und Diskriminierungen leben müssen.
Wenn ich als Rollstuhlfahrer beispielsweise in eine neue Wohnung ziehen muss, ist es fast wie ein kleiner Lottogewinn, ein barrierefreies neues Zuhause zu finden. Ein guter Freund von mir, der ein tolles Job-Angebot in Berlin annahm, musste eine Weile in einem Hotel wohnen – weil er einfach keine barrierefreie WG oder Wohnung fand.
Für gehörlose Menschen werden Alltäglichkeiten wie Fernsehen zum Problem, einfach weil viele Sendungen ohne Untertitel ausgestrahlt werden; auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Den Rundfunkbeitrag müssen Menschen mit Hörbehinderungen trotzdem zahlen.
Eine aktuelles, sehr drastisches Beispiel ist die Möglichkeit Menschen mit Behinderung aus Kostengründen zu zwingen aus ihrer Wohnung aus und in ein Heim einzuziehen.
Vielen Menschen mit und ohne Behinderung ist bewusst, dass diese Diskriminierungen gegenüber behinderten Menschen existieren.
Aber die Bewusstseinsbildung und das Wissen alleine reichen nicht. Der nächste Schritt muss getan werden: Hin zur Akzeptanz der Inklusion, hin zur Aktion.

Wann beginnt Akzeptanz und Aktion?

Wenn ich die Begriffe “Akzeptanz” und “Behinderung” (“Acceptance”, “Disability”) recherchiere – finde ich in erster Linie Internetseiten mit Tipps, wie ich als behinderter Mensch meine Behinderung akzeptieren kann.
Das ist natürlich ein wichtiger Punkt – aber nur einer von vielen.
Das Recherche-Ergebnis offenbart das Grundproblem: Es wird von Menschen mit Behinderung erwartet, dass sie sich um “ihr Problem” kümmern. Die Behinderung an sich ist problematisch – Barrierefreiheit und Diskriminierung wird dabei aber nicht als gesamtgesellschaftliches Thema wahrgenommen.
Akzeptanz sollte allerdings diese Zusammenhänge verstehen und in Aktion münden.
Akzeptanz fordert ein Statement: Wo stehe ich? Welche Möglichkeiten habe ich? Wie möchte ich leben?
Fragt euch: Was kann ich persönlich tun, um Inklusion aktiv voranzutreiben? Warum habe ich keine Arbeitskolleg*innen, keine Mitbewohner*innen oder Mitsportler*innen mit Behinderung? Warum keine behinderten Freund*innen?
Jeder 10. Mensch hat eine Behinderung, aber trotzdem haben viele nichtbehinderte Menschen keinen Kontakt zu behinderten Menschen.

Der nächste Schritt

Johann Wolfgang von Goethe schrieb in seinem Werk Wilhelms Meisters Wanderjahre:

Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun.

Wer verstanden hat, wo wie Diskriminierung stattfindet, für den*die sollte die logische und aktive Schlussfolgerung sein, die diskriminierenden Umstände zu beseitigen. Akzeptanz geht immer mit Aktion einher.
Wer bei der Bewusstwerdung stehen bleibt, ohne Akzeptanz von Inklusion im eigenen Leben umzusetzen, wird nicht Teil des Wandels sein.
Akzeptanz und echte Inklusion verlangen zuweilen das Verlassen der eigenen Wohlfühlzone. Und das macht es eben für viele so schwer.

Wie kann ich Akzeptanz aktiv leben?

Es gibt ganz viele Möglichkeiten, die vom individuellen Lebensumfeld abhängen.
Ein paar Beispiele:

  • An deinem Arbeitsplatz gibt es keine Menschen mit Behinderung? Frag deine/n Arbeitgeber*in doch mal, warum das so ist. Und äußere den Wunsch nach mehr Vielfalt im Kollegium.
  • In der Kita oder Schule deines Kindes gibt es keine behinderten Mitschüler*innen? Frag bei der Schulleitung, wie das kommt. Gerade in Bildungseinrichtungen für Kinder hat Inklusion sich als erfolgreiches und gutes Konzept für alle herausgestellt. Wenn die Personaldecke stimmt. Aber von kleineren Klassen und mehr Lehrern*innen profitieren alle – auch nichtbehinderte Kinder.
    In inklusiven Kitas und Schulen wächst eine Generation heran, für die Inklusion so selbstverständlich ist, dass das Wort “Inklusion” irgendwann überflüssig ist.
  • Du gibst einen Yoga-Kurs, DIY-Workshop, organisierst feministische Netzwerktreffen oder einen Stammtisch für Meerschweinchen-Halter*innen – und die Location ist barrierefrei? Dann schreib diese wichtige Information ins Programm, auf die Internetseite und aufs Plakat.
    Und wenn die Räumlichkeit nicht barrierefrei ist – schau dich um, ob es nicht vielleicht eine barrierefreie Raum-Alternative oder eine Rampe gibt.
    Viele Menschen mit Behinderung haben schon so oft Absagen erhalten, dass sie manchmal gar nicht mehr die Energie haben nachzufragen, ob eine Kurs- oder Workshop-Räumlichkeit barrierefrei ist. Umso besser, wenn sie diese Info ganz selbstverständlich und ohne Nachfragen zu müssen, präsentiert bekommen.
  • Es gibt in ganz Deutschland regelmäßige Aktionen und Treffen zum Thema Inklusion. Erkundige dich, welche Möglichkeiten es in deiner Gegend gibt – und werde aktiv.

Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht

In den letzten Jahren sind sogenannte Disability Awareness Days/Behinderungs-Bewusstseins-Tage immer beliebter geworden.
Auf Betriebsfesten und an Schulen werden Parcours aufgebaut, an deren Stationen man verschiedene Behinderungen “ausprobieren” kann.
In einem Rollstuhl eine steile Rampe hinauf fahren zeigt, wie schwer das Leben mit einer Behinderung ist. Eine mit Vaseline verschmierte Taucherbrille schränkt das Sehvermögen erheblich ein, ein festgebundener Arm simuliert Einarmigkeit und Ohrstöpsel eine Hörbehinderung. Wer sich traut – kann gleich mehrere Behinderungen kombinieren.

Die Behindertenrecht-Aktivistin Valerie Brew-Parrish kritisierte diese Form des Umgangs mit Behinderung schon vor vielen Jahren:

  • Behinderung wird in erster Linie als etwas Defizitäres erlebt.
  • Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Teilnehmer*innen den Eindruck gewinnen, es sei besser gehen zu können – als zu rollen, besser hören/sprechen zu können – als Gebärdensprache zu verwenden usw. Unterschiedliche Lebensformen werden nicht als gleichwertig verstanden.
  • Statt Verständnis zu bewirken – wächst das Mitleid für behinderte Menschen. Man ist “froh”, die simulierte Behinderung nach dem Experiment wieder los zu sein.
  • Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung werden verfestigt.
  • Die Gemeinsamkeiten von behinderten und nichtbehinderten Menschen rücken in den Hintergrund – Grenzen und Unterschiede stehen im Fokus.
  • Die Behinderung an sich wird als Problem empfunden. Die Tatsache, dass einige Menschen nur deshalb behindert sind, weil sie behindert werden – durch fehlende Barrierefreiheit und gesellschaftliche Diskriminierungen – wird vernachlässigt.
    Im Gegenteil: Sobald die experimentierende Person aus dem Rollstuhl aufsteht/die verschmierte Brille abnimmt/die Ohrstöpsel entfernt – ist auch ihr temporäres “Behinderungsproblem” mit verschwunden.

Ich stimme Valerie Brew-Parris zu, wenn sie schreibt:

Die Realität sieht so aus: nichtbehinderte Menschen werden niemals nachvollziehen können, was es bedeutet, eine Behinderung zu haben. Für ein paar Minuten in einen Rollstuhl zu springen, eine Augenbinde zu tragen und sich Ohrenstöpsel in die Ohren zu stecken – wird eine nichtbehinderte Person nicht dazu bringen zu verstehen, was es bedeutet, mit einer Behinderung zu leben.

Es geht gar nicht darum, dass ein nichtbehinderter Mensch am eigenen Leib scheinbar erlebt, wie es sich anfühlen könnte, eine Behinderung zu haben.
Das ist eben schlichtweg unmöglich. Und wird im schlimmsten Fall dazu führen, dass nichtbehinderte Menschen erklären, wie bestimmte Behinderungen sich anfühlen – und behinderten Menschen Ratschläge geben, wie sie mit ihrer Behinderung umgehen könnten. Ein Äquivalent zum Mansplaining gegenüber Frauen – ein “Nondisabledsplaining” gegenüber Menschen mit Behinderung.
Es geht vielmehr darum, Diskriminierungen und Barrieren zu identifizieren – und gemeinsam nach Lösungen für ihre Beseitigung zu suchen. Das kann man auch mal ausprobieren und erfahren. Nur sollten eben auch Betroffene und gute Vorbilder dabei sein, die zeigen, dass ein Leben mit Behinderung nicht automatisch Leid, Unglück und Schmerzen bedeuten müssen, wenn man Lösungen für Teilhabe entwickelt.

Wie kann eine Bewusstseinsbildung effektiv stattfinden?

Kein noch so unterhaltsames Selbstexperiment in einer Behinderungen-Simulation – in den meisten Fällen noch in Abwesenheit von Menschen mit Behinderung – wird eine Bewusstseinsentwicklung stattfinden lassen.
Stattdessen sollte man Experten*innen in eigener Sache zuhören: Menschen mit Behinderung – ihre Lebensgeschichten erfahren, ihre Bedürfnisse, Positives und Negatives.
Disability Awareness Days sollten eher Disability Acceptance Days sein und das Ziel haben: Von Menschen mit Behinderung zu lernen, Verbündete*r in Sachen Inklusion zu werden, Vorurteile, Barrieren und Ableism abzubauen und gemeinsam aktiv an Problemlösungen zu arbeiten. Nicht die Behinderung soll als Problem empfunden werden – sondern dass Menschen behindert und diskriminiert werden.

Und wie könnte so ein Disability Acceptance Day dann aussehen?

Das Event sollte sich auf die Barrieren der Umgebung konzentrieren – und nicht zur Unterhaltung Behinderungsarten simulieren oder in eine Art Wettbewerb münden.
Die Veranstaltung könnte zum Beispiel so ablaufen:

  1. Menschen mit Behinderung werden als Experten*innen in eigener Sache (am besten gegen ein Honorar) eingeladen und berichten über Barrieren, Diskriminierungen und Ableism in ihrem Alltag. Eine Ask Me Anything-Runde lässt die Experten*innen und Teilnehmer*innen ins Gespräch kommen und kann mit Vorurteilen aufräumen.
  2. Mit dem neu gewonnenen Wissen machen sich die Teilnehmern*innen auf den Weg durch ihr Schul- oder Bürogebäude, die Stadt oder Kinos und identifizieren Punkte, von denen sie glauben, sie könnten beispielsweise für Menschen im Rollstuhl, mit einer Sinnesbehinderung oder einer kognitiven Einschränkung problematisch oder sogar unerreichbar sein.
  3. Gemeinsam mit den Experten*innen in eigener Sache werden die markierten Punkte in einer zweiten Runde betrachtet und diskutiert, ob es sich tatsächlich um Barrieren handelt – und welche Lösungen gefunden werden können, um diese zu entfernen oder zu überwinden.
  4. Schließlich erstellt man einen gemeinsamen Lösungsplan, den man der Stadt, der Schul- oder der Geschäftsleitung präsentiert.

Dabei bleibt ständig im Fokus:

  • Die behindernden Situationen, Barrieren und Diskriminierungen sind das Problem.
  • Die Menschen mit Behinderung sind Experten*innen in eigener Sache.
  • Auf der Veranstaltung sollen Lösungen entwickelt werden, die zu mehr Barrierefreiheit und weniger Diskriminierungen und Ableism führen.

5 Fragen, die ihr euch, Freunden und den zuständigen Ämtern stellen könnt:

  • Gibt es in eurem Umfeld inklusive Schulkonzepte?
  • Welche inklusiven Möglichkeiten gibt es für Arbeitnehmer mit den verschiedensten Behinderungen?
  • Gibt es barrierefreie Wohnungen? Gibt es Wohnkonzepte für Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderungen, die nicht alleine leben können/wollen? Welche Finanzierungen gibt es für barrierefreie Wohnungen und inklusive Wohnkonzepte?
  • Wie sieht die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel aus? Ist auch Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am öffentlichen Leben vollständig möglich?
  • Sind Freizeitgestaltungsmöglichkeiten barrierefrei?

Und jetzt ihr!

Teilt mit uns eure Erfahrungen, wie mehr Akzeptanz stattfinden kann!
Welche Erfahrungen hast du – als Mensch mit Behinderung – diesbezüglich gemacht? Was würdest du dir wünschen?
Hast du – als nichtbehinderter Mensch – schon mal Veranstaltungen geplant und den Aspekt Barrierefreiheit ganz selbstverständlich mit umgesetzt, auch wenn du gar nicht wusstet, ob Menschen mit Behinderung kommen würden? Was ist passiert?
Gibt es in der Kita-Gruppe eurer Kinder auch Kinder mit Behinderung? Und wenn nicht, was könnte man dagegen unternehmen?
Ich freue mich auf euer Feedback!

Weiterführende Links:

(sb)

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11 Enlightened Replies

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  1. Renate Schütt sagt:

    Hallo Raul,

    ist Dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass Dein Engagement offensichtlich ausschließlich körperlich Behinderten gilt? Für geistig Behinderte ist insbesondere im schulischen Bereich Inclusion eine Potenzierung der Ungleichheit.
    Grüße von Renate

  2. Das ist einfach nicht wahr. Siehe dazu auch: http://www.inklusionsfakten.de

  3. Suse sagt:

    Liebe Frau Schütt,
    Raúl Krauthausen ist ebenfalls Moderator der Sendung Krauthausen – face to face http://krauthausen.tv/ und hatte bisher 2 Gäste, die das Down-Syndrom haben und hat damit dem Thema sogenannte “geistige Behinderung” ein Forum gegeben und dieses Topic sichtbar gemacht.
    Ich möchte auf keinen Fall unterschiedliche Behinderungen gegeneinander aufrechnen, aber damit ist in seiner Sendung das Thema sogenannte geistige Behinderung ganz vorne.
    Die Sendung mit der wunderbaren Schauspielerin Carina Kühne können Sie hier online sehen: http://krauthausen.tv/gaeste-sendungen/sendung-6-mit-carina-kuehne/
    Die öffentliche Sendungsaufzeichnung mit Sebastian Urbanski ist schon vorbei – die Sendung wird zeitnah ausgestrahlt werden.

  4. Marianne sagt:

    Hallo Raul,

    ich verfolge dein Blog schon eine ganze Weile und interessiere mich sehr für deine Arbeit. Barrieren für Menschen mit Behinderung abzubauen und Akzeptanz zu fördern, sind hehre Ziele.

    Mich würde interessieren, welche philosphischen Grundlagen deine Arbeit hat. Konkret würde mich interessieren, was deine Meinung zu Utilitarismus ist und was du vom “Utility Monster” hältst (https://en.wikipedia.org/wiki/Utility_monster). Behinderten Menschen wird teils vorgeworfen “Utility Monster” zu sein, wenn sie deutlich mehr finanzielle Ressourcen beanspruchen als Menschen ohne Behinderung. Beispielsweise die Forderung, eine eigene Wohnung “um jeden Preis” zu behalten und durch Steuergelder finanzieren zu lassen, wird unter diesem Gesichtspunkt kritisiert: Ist die “Utility”, die Menschen mit Behinderung aus einer eigenen Wohnung erhalten, so groß, dass sie z. B. dutzende Kindergartenplätze, die von dem Geld alternativ geschaffen werden könnten, überwiegt? Oder noch extremer ausgedrückt: Vertreter des Effektiven Altruismus (der auf Utilitarismus basiert) sind folgender Ansicht:
    “So gibt es Organisationen, die für etwa 40000 Euro einen Blindenhund ausbilden und einer blinden Person zur Verfügung stellen. Andere Organisationen bewahren Trachom-Patienten in Entwicklungsländern vor der Erblindung – für lediglich 40 Euro pro Operation. Letztere Option ist gegenüber ersterer ethisch also mindestens 1000-mal kosteneffektiver. Sich bei gegebenen Ressourcen für diejenige Option zu entscheiden, die nur einer statt 1000 Personen hilft, wäre ethisch kaum zu rechtfertigen.” (Quelle http://gbs-stuttgart.de/node/521).

    Was ist deine Meinung dazu? Ich fände es sehr interessant, deinen Beitrag zu diesem Diskus zu lesen.

    Viele Grüße
    Marianne

  5. Rpd.Berlin sagt:

    Hallo, ich als älterer Bürger, würde mich viel öfter in einmischen, wenn ich die zum Teil englischen Begriffe verstehen würde. Warum werden keine deutsche Begriffe verwendet, damit auch ich verstehe um was es geht?

  6. jonasvollmer sagt:

    Kurze Anmerkung: Viele (oder die meisten?) effektive(n) Altruisten/innen sind der Meinung, dass wir trotzdem weiterhin Blindenhunde ausbilden sollten.

    “Maximal effektiv ist der Altruismus nicht etwa dann, wenn er politisch für die Senkung der lokalen Hilfsressourcen eintritt oder zu entsprechenden Missverständnissen einlädt – sondern dann, wenn er für eine Erhöhung des altruistischen Hilfstopfs insgesamt plädiert und eine Allokation der neu hinzugefügten Hilfsressourcen auf die ärmsten Weltregionen vorschlägt. So wie es die Effektivität gebietet, Individuen nicht zu überfordern, dürfen auch (lokale) Gesellschaften nicht überfordert werden: Um effektiv helfen zu können, müssen privilegierte Gesellschaften ein hinreichendes Mass an interner Solidarität und Stabilität aufrechterhalten.”
    (Quelle: https://ea-stiftung.org/singer-vs-schmidt-salomon-stellungnahme-aus-effektiv-altruistischer-sicht/#solidaritaetsbruch)

  7. Rebekka sagt:

    Toller Artikel Raul, danke! Warum aber sollte ich nach etwas fragen was es eh nicht gibt? Warum es keine behinderten Kinder in der Schule oder kiga gibt..? Und dann werde ich noch angekuckt als ob ich etwas ganz dreistes und absurdes Frage. Und mus wieder traurig feststellen, they just don’t give a shit!

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