Achtung, tief fliegende Rollstühle!

Fühlen Sie sich auch manchmal blöd behandelt? Nur raus damit: Reden ist Silber. Und Zuhören ist Gold. Ein Plädoyer für mehr Differenziertheit, auf beiden Seiten.

Ich habe eine Wette mit einer Freundin zu laufen. Meine Wette: wenn ich einen Post über schlechte Jobchancen für behinderte Menschen schreibe oder andere Mitstreiter*innen mit Behinderung bei Facebook, Twitter und Co über Bevormundung oder Barrieren am Bahnhof oder in der Schule schreibe, dann dauert es keine drei Kommentare bis jemand schreibt, dass hier zu viel pauschalisiert wird und alle über einen Kamm geschoren werden. 

Leider gewinne ich die Wette immer wieder.

Wenn ich so durch Netz surfe und Artikel oder Social Media-Posts zum Thema Behinderung lese, dann beschleicht mich durch die Kommentare oft der Eindruck, dass mein Rollstuhl Raketenantrieb hat. Senkrecht in die Luft starten kann er auch und ist mit mobiler Küche sowie Flak ausgerüstet – Superkräfte halt und beim Bewegen in der Gesellschaft vielen Mitbürgern gegenüber voller Vorteile. Menschen mit Behinderung beherrschen die DAX-Konzerne: Sie befördern nur behinderte Kollegen nach oben. Und in der Politik bilden sie einen mächtigen Block, ohne den nichts geht – Quote statt Qualifikation. Im Fernsehen schließlich sehe ich nur behinderte Schauspieler, da kommt der Mensch ohne Behinderung kaum noch vor.

Es ist oft dasselbe Schema: Betroffene kritisieren eine aktuelle Situation und meistens Nicht-Betroffene versuchen gut gemeint oder einfach nur nicht-wissend zu beschwichtigen. “Man solle die Sache nicht so eng sehen.”, “Es hat sich aber auch schon viel in dem Bereich getan.”,

“Also ich stimme dir zwar zu, aber an manchen Stellen verallgemeinerst du aber zu sehr. Dadurch wird dein Thema nicht ernst genommen.”

Diese Bewertungen helfen kaum, sondern hinterlassen ein Bild vom grimmigen und verbiesterten Behindi ein, der irgendwie bedrohlich wirkt, Angst macht und nur Unruhe stiftet.

Am Ende führen solche Kommentare nur dazu, dass sich die Kritik in Luft auflöst, wie der Twitter-Account von Donald Trump.

Daher möchte ich eine Lanze fürs Kritisieren brechen:

Wer sich beschwert, will nicht sofort eine Revolution anzetteln. Wer sich beschwert, erfindet meistens nicht das Problem, um sich darüber zu beschweren, sondern es ist real.

Insbesondere bei “Minderheiten-Themen” wie in meinem Fall bei Inklusion und Barrierefreiheit wird kein Drachen erfunden, der erlegt werden soll, sondern die Kritiker*innen wollen schlicht als Menschen empfunden werden, die gleichberechtigt leben wollen. 

Kleiner Disclaimer: Natürlich gibt es leider auch immer mehr Menschen, die Probleme erfinden, die Angst machen sollen, um damit eine demokratische Grundordnung zu erschüttern, aber von denen schreibe ich hier nicht. Und sollte sich die Diskussion dahingehend verschieben, dann sind wir wieder beim Anfang vom Text.

Es geht auch nicht um den Klassiker „Mehrheit versus Minderheit“, sondern eher um das Bohren von Holz, vorzugsweise das von Sprossen in Leitern. Ich hab es ja nicht so mit Leitern, aber Privilegienleitern stehen allerorten in Deutschland herum. Recht viele stehen auf ihnen oben, das ist die Norm. Und dann sind wenige unten. Wenn die sagen, sie wollen auch nach oben, dann könnte man doch mal zuhören, oder?

Ich persönlich stehe auch ein auf ein paar Privilegienleitern ganz oben: Ich kenne nicht das Gefühl, wegen meiner Hautfarbe blöd angeschaut zu werden. Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, wegen eines Kopftuches einen Job verwehrt zu bekommen. Und wer in der Norm lebt, macht sich weniger Gedanken. Da kann es nur gut sein, wenn andere einen zum Nachdenken bringen – zum Beispiel durch Kritik an Barrieren wie dem fehlenden Zugang zu Bildung wegen einer Behinderung. Wir alle haben uns eine Menge zu sagen.

So finde ich es wenig hilfreich, wenn mir gebetsmühlenartig entgegnet wird, ich solle mehr differenzieren. Meine Erfahrungen sind erstmal da und nur schwer weg zu meditieren. Den Anspruch, für alle Menschen mit Behinderung zu sprechen, hab ich sowieso nicht. Kenne auch niemanden, der das tut. Leider heißt es zuweilen, Menschen mit Behinderung agierten zu emotional, es fehle an Sachlichkeit. Das haben wir alle schon einmal gehört: von Frauen, denen seit Generationen angedichtet wird, sie seien „emotionaler“ als Männer, besonders, wenn sie auf Missstände fehlender Gleichberechtigung hinweisen.

Die Leute oben auf den Leitern geben sich dann wie „Autoritäten“, wie weise Schiedsrichter. Was sie aber nicht sind: Tatsächlich differenzieren sie selbst nicht und erinnern an Kinder, wie es Alice Hasters in einem Essay über Identitätspolitik beschreibt. Dennoch geben sie sich wie Eltern, die einen erstmal beruhigen wollen; meist geht es ihnen indes eher darum, nicht weiter hinhören zu wollen – oder wie es Martin Luther King in seinem Letter from Birmingham schrieb, in dem er nicht etwa Anhänger des Ku Klux Klan als Haupthindernis für Freiheit ausmachte, sondern „the white moderate, who is more devoted to ‚order‘ than to justice; who prefers a negative peace which is the absence of tension to a positive peace which is the presence of justice.“

Auch Aktivist*innen der Behindertenbewegung gelten schnell als Nestbeschmutzer*innen, die eine Ordnung stören, zum Beispiel die der Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Wenn ich die kritisiere, heißt es in Kommentaren in Sozialen Medien zum Beispiel, ich sei „einseitig“, während dann selbst über die in den Werkstätten Beschäftigten pauschal festgestellt wird, „die meisten möchten keine Inklusion auf den ersten Arbeitsmarkt, weil sie dem Druck nicht standhalten“. Oder wenn ich genervt reagiere, weil mal wieder die Filmrolle eines behinderten Menschen von einem Schauspieler ohne Behinderung übernommen wird, erhalte ich die Frage: „Können nur Könige Könige spielen?“ Was differenziert weniger?All dies führt zu Situationen, von denen niemand profitiert, weil es einen Status quo festhält, der früher oder später in einer Sackgasse steht.. Dabei hab ich eine gute Nachricht: Diese Privilegienleiter ist sehr breit. Auf ihr können viele nebeneinander sein – es geht nicht darum, irgendjemanden herunterzustoßen. Und wenn ich mir das Recht einräume, mich öffentlich über meine negativen Eindrücke, Gefühle und Einschätzungen auszulassen, gilt das natürlich auch für die Leute von “da oben”. Widerspruch von ihnen soll schon sein. Wenn dies so argumentativ wie möglich gerät – umso besser. Raketenstart!

« »
  1. Sehr gut beschrieben, sehr gut auf den Punkt gebracht. Es gibt eben Menschen, die meinen scheinbar sowas wie Meinungsführer sein zu müssen. Als Alkoholiker gehöre ich ebenfalls zu einer Minderheit (obwohl, wenn ich so sehe, wie gesoffen wird bin ich mir da nicht so sicher) und erlebe, dass Nichtbetroffene (besser) wissen, was ich zu tun habe. Insbesondere unsere Freunde aus der Wohlfahrtsindustrie, die haben oft schon Lösungengen für Probleme, die es noch gar nicht gibt.

  2. Guten Abend, besten Dank Raul Krauthausen, ich weiß nicht mal zu welcher Minderheit ich gehören könnte, irgendwie „Minderheit“ ja, bloß wo soll ich aus dem großen Topf hin greifen? Ich habe eine psychische Beeinträchtigung, vielleicht ist die es, vielleicht, aber ich weiß es nicht genau. Manchmal denke ich, dass ich aus Schneiderin- und Gärtnerherkunft stamme, ist es – ich sprach erst spät drüber, in Akademikerkreisen und grenzte doch meine Herkunft auch selbst aus.
    Ich bin sehr stark durch meine Herkunft, Familie geprägt, so sehe ich das, mit Herkunft meine ich, die Herkunft Wandernder, einen langfristigen Wohnort hatte keine Seite, wiewohl väterlicherseits früher, aber auch nur, weil da eh kein anderer hin wollte, auf den Elsen 16 – was mich manchmal irritiert, ich bin ja alles Mögliche – psychisch beeinträchtigt, das merke ich jeden Tag ein wenig, ich bin sehr, sehr empfindlich und schnell belastet, Arbeiterabkömmling, Kind von Vertriebenen – alles nichts, was nach Renommee aussieht.

    Bei der Debatte um Menschen mit Behinderungen habe ich immer den Eindruck, die können das sehr gut auseinanderhalten und können deshalb auch gut Kampagne machen für Menschen mit Behinderungen.

    Mich irritiert das immer auch – nicht, dass ich es nicht tolerieren wollte oder nicht gut fände, es ist eher so, dass ich verständnislos wie beeindruckt vor dem Phänomen stehe, das manche Menschen, eben auch Aktivistengruppen so ganz genau wissen, wo sie hin gehören.

    Ich nicht! Und irgendwie ist das Mein! Trotzdem, ist das für die Gruppen denn gar kein Thema, wo man her kommt, wie man älter wurde, was einen prägt? Ich würde nicht einmal sagen „unabhängig von der Behinderung“, wieso nicht auch „abhängig von der Behinderung“? Gibt es wirklich die Welt da draußen und die Welt drinnen?

    Da hätte ich gern eine Diskussion! Zugespitzt gefragt: Findet Diskriminierung immer nur außen statt – wie sind die Erfahrungen anderer Menschen. Ich kann ganz klar sagen: Innen ist ein sehr guter Lernort für außen, aber Innen kann auch weh tun und eine Last darstellen, für die die außen nicht können.

    Anfügen möchte ich noch, dass ich in Raul Krauthausens Werk eine Passage besonders intensiv erinnere, es ging um einen wackligen Tisch von dem er fiel, es wäre nicht so schlimm hieß es erst.

    Diese Passage, da haben wir etwas gemeinsam, nur dass es bei mir ohne Krankenhaus kuriert wurde, weil ich auch nicht schrie – und es war vielleicht nicht so schlimm – aber wer konnte es wissen, als ich wohl aus den Kinderbett über das Gitter bis unter das Bett gestürzt war?

    Solche Sachen wusste man bei uns zu Hause im Nachhinein, irgendwie.
    Mir gab die Passage (wackliger Tisch) Trost, denn ich dachte: Siehste, woanders ist auch nicht alles schick. Und deshalb finde ich wichtig, dass auch Menschen mit Behinderungen den Blick in die Psyche, in die eigene Biographie nicht scheuen. Danke noch mal für das schöne Buch!

  3. „Dabei hab ich eine gute Nachricht: Diese Privilegienleiter ist sehr breit. Auf ihr können viele nebeneinander sein – es geht nicht darum, irgendjemanden herunterzustoßen.“
    Mir scheint in dieser Aussage eine gewisse Problematik zu liegen. Die Metapher der „Privilegienleiter“ ist nämlich in einem Punkt grob irreführend. Bei einer realen Leiter gibt es ein Oben und ein Unten, das unabhängig ist von den Personen, die auf ihren Sprossen stehen. Bei Privilegien ist das ganz anders, diese gibt es nur als soziale Relation zwischen Benachteiligten und Bevorzugten. Privilegiert ist nämlich jemand, der im Verhältnis zu einem Benachteiligten besser wegkommt, also weniger benachteiligt und damit bevorzugt wird. Deshalb ist die Aussage, dass auf der „Privilegienleiter“ genug Platz für alle sei, auch (Entschuldigung, dass ich das so sagen muss) schlicht falsch. Wenn nämlich jemand auf der „Privilegienleiter“ hinaufklettert, steigen automatisch alle anderen, die weiter oben stehen, die „Privilegienleiter“ hinunter. Im Gegensatz zum räumlichen Oben und Unten, wo die Gravitation der Erde einen theoretischen absoluten Nullpunkt definiert, gibt es beim sozialen Oben und Unten keinen Maßstab außerhalb der Relata. Es gibt daher keinen Aufstieg auf der „Privilegienleiter“ ohne gleichzeitigen Abstieg.
    Ich denke, das kann erklären, warum um Privilegien so erbittert gerungen wird und z. B. die UN-BRK immer noch nicht vollständig umgesetzt ist. Es ist einfach falsch, zu behaupten, dass die Besserstellung von behinderten Menschen niemandem weh tut und allen zugute kommt. Nein, es tut den Privilegierten weh, denn sie verlieren ihre Privilegien und steigen sozial ab. Besonders Gruppen, deren Privilegien bereits von anderer Seite stark unter Druck sind, reagieren darauf mit großer Angst, was man (von jeder moralischen Wertung jetzt einmal abgesehen) ja auch verstehen kann. Gruppen dagegen, deren Privilegien relativ gesichert scheinen, können sich ein joviales Mitgefühl leisten. Aber wehe wenn sich das ändern sollte! Dann können aus solchen „Freunden“ sehr schnell erbitterten „Feinde“ werden.
    Hinzukommt noch ein Problem: diejenigen, die auf der „Privilegienleiter“ auf derselben „Sprosse“ stehen oder sogar weiter unten, werden durch den Aufstieg einer Gruppe noch weiter nach unten gedrückt, was auch Angst und Feindschaft erzeugen kann, ja beinahe zwangsläufig erzeugen muss. Das kann sogar dazu führen, dass sich ganz Oben und ganz Unten gegen eine (wirklich oder vermeintlich) aufsteigende Gruppe verbünden!
    Wir müssen uns also von allen harmonistischen Zielen verabschieden. Was können wir stattdessen tun? Zwei Möglichkeiten eröffnen sich:
    1. Das Privilegiensystem selbst direkt angreifen und es zu vernichten versuchen. Dagegen spricht, dass man dadurch zugleich auch alle sozialen Sanktionen abschaffen würde, was weder möglich noch wünschenswert ist, weil damit auch die soziale Ordnung ihre Stabilität verlieren würde. Wir würden so in einen Zustand der Anomie rutschen.
    2. Die Privilegien an moralische Standards knüpfen und somit gerechtfertigte von ungerechtfertigten und damit auch gerechte von ungerechten Privilegien unterscheiden. Problem: genau auf diese Weise rechtfertigen alle Privilegierten ihre Privilegien. Mögliche Lösung: der herrschenden Moral eine subversive Moral entgegenstellen, die die Mächtigen vom Thron stürzt und die Niedrigen erhöht.

  4. Danke für diesen Beitrag, Herr Krauthausen! Er bringt mal wieder auf den Punkt, was ich vorhin in einer Diskussion selbst etwas weniger elegant versucht hatte auszudrücken…

  5. Heute ist ja Tag der Menschen mit Down-Syndrom. Ich bin nicht die größte Freundin von „Tag dies und Tag das“, aber bei „Down-Syndrom“ fühle ich mich immer stärker angesprochen als bei „Depression“, was aber bei mir mal diagnostiziert wurde. Es gibt eben medizinische Diagnosen, die sind richtig und wichtig – aber ich muss mich damit nicht auch Zuhause fühlen. Ich bekenne mich dazu, mich mit Menschen mit Down-Syndrom jedenfalls auf eine zarte Weise Zuhause zu fühlen. Sehr stark berührt hatte mich das Baby einer Kollegin vom Prenzlauer Berg, ich kann nicht sagen, wieso. Aber dieser kleine Mensch, mit dem fühlte ich mich ganz sozial, was ich selten tu. Bei RambaZamba fühlte ich mich relaxed, und ich fühle mich selten relaxed. Heute las ich ein Interview mit Anna-Lisa Plettenberg. Wieder fühlte ich mich Zuhause.
    Mir ist doch egal, was ich am Ende habe, ich mag Nähe mit Menschen mit Down-Syndrom. So ist das. In der Schwarzschen Villa, wo ich vor Corona manchmal in Ausstellungen ging, servierte in dem Cafe eine Frau mit Down-Syndrom, immer sehr stilvoll und zart. Einmal war viel los, sie stand vor dem Garten und flatterte mit ihren Händen, so als müsse sie sich Ruhe zufächern – ich habe das so gut verstanden und nachempfinden können.

    Also meine Wahlheimat ist, glaube ich, das Down-Syndrom, auch wenn ich hier eine „Fremde“ sein sollte mit meiner mir zugedachten Diagnose.

    Besten Dank Raul Krauthausen, gute Nacht.

    Besten Dank Raul Krauthausen. Einen schönen Abend.

  6. Guten Tag Raul Krauthausen, es wird gestritten um das Gasometer in Schöneberg, soll es „Skelett“ bleiben oder verbaut werden? Und ich bin wieder bei der Fragen: Muss ein Denkmal überall stehen, wo es so ein „Skelett“ gibt, ist es „unser“ „Stahlbauskelett“ und warum überhaupt?
    „Sie saßen in Bobbys Spekulunke bei Karten, Grog und Schnaps“, so sang Peter Alexander, der Liedtitel war „in Nischni Nowgorod“, ich war fünf und saß vorm Fernseher – seitdem „kenne“ ich Nischni Nowgorod – und zwar deshalb. Jetzt habe ich ein Buch wieder gefunden, Eberhard Grundsky, Alterswert und neue Form, Verlag Philipp von Zabern, 2011, und finde lauter Stahlbauskelette in Nischni Nowgorod, die schon für die dort statt gefunden habende „Allrussische Industrie- und Handwerksausstellung 1896“ gebaut worden seien, ein Wasserturm, der Wladimir Schuchow zugeschrieben werde, sei 2006 entschlossen in den
    Schlosspark Polibino umgesetzt worden.
    Partnerstadt von Nischni Nowgorod ist Essen, auf der Homepage wird auch ein Video zur Partnerstadt präsentiert, allerdings ganz ohne Stahltürme, dafür am Ende ein Hirsch.
    Eher „tiefliegend“ könnte mir Nischni Nowgorod vorkommen, wenn ich nur auf das Partnerstadt-Video sehe, nur „feiernd“, wenn ich an den „Goldenen Schuss“ mit Peter Alexander denke.
    Nischni Nowgorod setzt auch Denkmäler für Stahlbauskelette, nicht nur Berlin-Schöneberg oder Oberhausen, wo ja auch ein „Gasometer“ steht, nicht weit von Essen.
    Mein altes Geschichtsbuch wie auch ein Atlas, den ich gestern in der Bahnhofstraße Lichterfelde mitnehmen durfte, beide Werke aus den späteren 70er Jahren, bringen mich Richtung Westen, wenn es um das Bauen geht.

    West-Ost, die Sowjetunion aufgelöst, die DDR weg, aber so richtig barrierefrei klappt es einfach nicht. Warum gibt es Menschen mit Behinderungen, wenn es um die gemeinsame Geschichte des „Westens und des Ostens“ geht?

    Ich habe den Eindruck, jede „Seite“ will die Schlauere sein und jede Seite davon überzeugt sein, dass alles, was es auf ihrer „Seite“ gibt, wegen ihrer „Seite“ gäbe – die Geschichte geht ganz anders, nämlich barrierefrei so gesehen, aber nicht ungefährlich. Das bekamen die Menschen schon zu Kurt von Schleichers zu spüren, bis hin zum Tod.

    Dazu gehe ich heute wieder in die Geschichte.

    Besten Dank Raul Krauthausen, Ihre Beiträge passen so schön und oft zu den Kernproblemen des Friedens.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.