Das Drama um die E-Scooter

E-Scooter werden nun tatsächlich in Berlin zugelassen. Aber wer denkt dabei an alte und behinderte Menschen?
Noch so ein Aufregeposting? Nein, diesmal nicht.
Mir fällt auf, dass in den Berichterstattungen neben der typischen Katastrophisierung häufig die Rede davon ist, dass junge Rollerrowdys behinderte und alte Menschen mit ihren Scootern verletzen könnten. Sicher ist das ein Aspekt, der bedacht werden muss.
Wenn ich so etwas lese, frage ich mich – Wie werde ich dabei gesehen?
Ich bin jung.
Und ich bin chronisch krank, bzw. körperlich behindert.
Für viele Außenstehende ist ja schon die Tatsache, jung UND behindert zu sein, nahezu undenkbar. Und wenn, dann muss die Behinderung unbedingt sichtbar sein. Was ich nicht sehe, existiert auch nicht.
Muss ich mich nun entscheiden, ob ich der junge Rollerrowdy oder lieber der arme Behinderte sein möchte, über dessen körperliche Integrität der E-Scooter wie ein Damoklesschwert hängt?
Alles Quatsch. Ich kann gerade aufgrund meines Alters und der Behinderung von dieser Entwicklung profitieren. Solch ein Roller würde mir die Möglichkeit geben, mich auch mal ohne Hilfe im näheren Umkreis bewegen zu können. Steigungen hochzugehen oder mit dem Rollstuhl zu befahren, kostet mich Kraft, die ich nur begrenzt habe. Vielleicht denkt sich die ein oder andere Person gerade: „Aber wofür gibt‘s Krankenkassen?“ – Der sei gesagt, dass leider nicht alles von ihnen übernommen wird und im Alltag eines behinderten Menschen praktikabel ist.
Ich würde mir wünschen, dass in dieser Diskussion weniger polarisiert und über die Köpfe der Betroffenen gesprochen würde. Es kommt halt auf die Perspektive an. :)

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