Einfach für Alle

Die UN-Behindertenrechtskonvention gibt in Artikel 9 die gleichberechtigte Zugänglichkeit zu “[…] Informations- und Kommunikationstechnologien und -systemen” für Menschen mit Behinderung vor. Konkret bedeutet dies, dass auch das Internet und v.a. Websites barrierefrei gestaltet werden müssen, um einen Zugang für alle Menschen zu gewährleisten. Darüber hinaus kann es auch für Anbieter von großem Interesse sein, da sie so bspw. mehr Nutzergruppen ansprechen können. Zu diesem Zweck hat die Aktion Mensch eine Website erstellt, auf der regelmäßig neue Informationen, Leitlinien, Tipps zur Umsetzung und Best-Practice-Beispiele zur Verfügung gestellt werden. 

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  1. Vielen Dank Raul Krauthausen für den Tipp, was insbesondere wichtig ist für die Inklusion Aller im System demokratischer Entscheidungsfindungen und -Prozesse, ist meines Erachtens die konsequente technologische Umsetzung von Mitbestimmungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen in den parlamentarischen Gremien, von der lokalen Ebene angefangen aufwärts.
    Gibt es hier weiterhin Barrieren, sind Menschen mit Behinderung auf die Rolle der reinen Zuarbeiter für stimmberechtigte Demokraten reduziert, dies nicht etwa aufgrund von Gesetzen, die sind weitestgehend inklusiv verfasst, sondern ganz einfach wegen der technologischen Barrieren.
    Der Ansatz von „Aktion Mensch“ ist richtig, muss aber auf politischer Ebene auch mit einer Verpflichtung zur Umsetzung im öffentlichen Bereich dann Verknüpfung finden, sonst bleiben sämtliche Ideen alleine auf dem privaten Markt gehandelter Ware, die sich der eine leisten kann und der andere nicht.
    Inklusion darf aber keine Frage des persönlichen Geldbeutels sein und alle öffentlichen Gremien, so wie auch die individuellen Wege dorthin, müssen selbstverständlich barrierefrei werden.

  2. Nun wird Berlin „European Volunteering Capital 2021“, und ich habe mir gerade beide Bewerbungsvideos dafür angesehen, Mitbewerber von Berlin war Strovolos (Zypern).
    Mir gefällt das zypriotische Video besser, einmal weil da das Thema Inklusion einige Male vorkommt, im Berliner Video gar nicht. Aber es gibt noch einen anderen entscheidenden Unterschied, und das ist auch der Grund, weshalb ich hier kommentiere. Das Berliner Bewerbungsvideo zeigt viele Bilder von „bürgerschaftlichem Engagement“, es sprechen aber überwiegend Politiker und auch länger. Akteure wie Aktion Mensch oder der Landessportbund Berlin oder andere private Vereine oder Verbände finden keine Würdigung in dem Video – ein Widerspruch in sich, meiner Meinung nach.
    Strovolos hat das ganz anders umgesetzt und wie ich finde besser, die Stadt bedankt sich in dem Video bei Privatorganisationen, deren Vertreter auch hier und da zu Wort kommen.
    Im Video selbst werden dankend erwähnt, z. B.:
    „Pancyprian Organization for Down Syndrom“
    „Pancyprian Organization of the Blind“

    Respekt hat auch viel mit der Bereitschaft zu tun, gemeinsam vernetzt aufzutreten, und das fehlt mir in meiner Hauptstadt, die aber trotzdem gewonnen hat – aber das ist sowieso nachrangig, schön, dass ich Strovolos so einmal kennengelernt habe über ein Video für einen Wettbewerb, der mir an sich egal ist, denn Inklusion braucht mehr Austausch und weniger Wettbewerb, Wettbewerb exkludiert immer.

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