Raul Krauthausen - Aktivist

Mini-Rollstuhlrampe mit einem 3D-Drucker selber drucken.

Mini-Rampe aus einem 3D-Drucker

Mini-Rampe aus einem 3D-Drucker

Als ich mir Mitte des Jahres einen 3D-Drucker von MakerBot kaufte, druckte ich Anfangs natürlich vor Allem Schlüsselanhänger und Smartphone-Hüllen zum Lernen und Ausprobieren.

Auf einschlägigen Plattformen wie zum Beispiel Thingiverse findet man so allerhand 3D-Modelle zum Nachdrucken. Beim Stöbern stieß ich dann auf den “Cupholder” für Rollstühle. Eine coole Idee, wie ich fand. Nur leider scheiterte ich mit meinen 3D-Design-Fähigkeiten um den Cupholder auf meine Bedürfnisse bzw. meinen Rollstuhl anzupassen. Für Rollstühle gibt es bis dato auf Thingiverse noch relativ wenig.

So experimentierte ich mit den Grundformen und kam relativ schnell zu der Idee, mir zwei kleine Keile zu drucken, um mit ihrer Hilfe mit meinem Elektro-Rollstuhl kleinere Stufen hochzufahren. Die Rampen sollten groß genug sein, um eine ordentliche Stufe hochzufahren und klein und leicht genug, um sie in den Rucksack stecken zu können.

Der erste Versuch scheiterte auch prompt, da die Keile zu steil waren. Aber mit der Hilfe meines Kumpels Benni vom Kickerverleih 5meter.de optimierten wir die Form, reduzierten die Steigung, fügten ein Anti-Rutsch-Profil für die Räder hinzu und experimentierten mit der Stabilität.

Heraus kam folgende Rampe

3D-Modell der Rampe

3D-Modell der Rampe


Mini-Rampe aus einem 3D-Drucker - Beim Herauffahren

Mini-Rampe aus einem 3D-Drucker – Beim Herauffahren


Mini-Rampe aus einem 3D-Drucker - Beim Herunterfahren mit den Vorderrädern

Mini-Rampe aus einem 3D-Drucker – Beim Herunterfahren mit den Vorderrädern


Mini-Rampe aus einem 3D-Drucker - Beim Herunterfahren mit den Hinterrädern

Mini-Rampe aus einem 3D-Drucker – Beim Herunterfahren mit den Hinterrädern


Natürlich ist das noch nicht der Weishseit letzter Schluss. Die Rampen kann ich beispielsweise aus dem Rollstuhl heraus nicht selber anlegen. Allerdings war das auch nicht die Idee. Jemanden um Hilfe zu bitten, halte ich für vertretbar. Rein theoretisch könnte man sie aber mit einem handelsüblichen Greifer alleine in die richtige Position bringen.

Prototyp!

Natürlich handelt es sich bei dem Projekt um einen absoluten Prototypen. Jede Nachahmung und jedes Nachdrucken erfolgt auf eigene Gefahr!

Was man noch verbessern könnte

  • Grummimattierung am Boden, damit die Rampen beim Herunterfahren nicht wegrutschen
  • Die Füllung sollte man bei 20% einstellen, damit die Rampe nicht bricht

Wenn der Prototyp ausgereift ist, dann könnte man natürlich bei Kunststoff-Firmen wie Mertl oder den Tischlern seines Vertrauens fragen, ob sie einem eine richtige Rampe in (klein)Serie produzieren könnten.

Die Kosten

Der 3D-Drucker ist natürlich das teuerste an der ganzen Sache:

Wer keinen 3D-Drucker hat, kann bei 3dhubs.com nach Orten in seiner Nähe suchen, wo einer steht und sich ggf. auf eigene Verantwortung eine Nachdrucken bzw. das Model weiterentwickeln und verbessern. Es wäre toll, wenn die Ergebnisse auch wieder mit allen anderen geteilt werden würden. Einfach die Links in den Kommentaren hier posten ;-)

Bloss kein Patent anmelden!

In facebook-Kommentaren kam der Vorschlag auf, dass ich die Idee patentieren lassen sollte. Das halte ich für keine gute Idee. Bei diesem Projekt handelt es sich einfach um eine Idee für alle handwerklich interessierten.

Alternativen

Einige Facebook-, twitter- und Google+-Freunde schlugen vor, ob man die Rampe nicht nach dem LEGO-Prinzip einfach zusammenbauen könnte. Eigentlich dürfte man diese ziemlich einfach mit 100 “Roof Tile 3X4/25°“- und 100 “2×4“-Steinen zusammenstecken können und so sogar, individuell auf die Stufe angepasst, eine Rampe bauen.

LEGO-Dachziegel

LEGO-Dachziegel


Allerdings wäre das jedes Mal immer eine ganz schöne Frickelarbeit :-)
Kostenpunkt ca. 50 €

Natürlich könnte man das ganze auch aus Holz oder Alu fertigen. Allerdings sind diese Dinger dann meist schwerer. Aber gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen.

Was für Hilfsmittel würdet Ihr Euch drucken?
Schreibt es gern in die Kommentare unten.

P.S.: Ja, ich weiß, ich müsste meinen Rollstuhl mal putzen ;-)

This post is also available in: Englisch

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