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Raul Krauthausen - Aktivist

Spätabtreibung: Sollten werdende Eltern von behinderten Kindern auch spät noch abtreiben dürfen?

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In der Videoreihe Hirnwäsche von funk habe ich mich einem schwierigen Thema gewidmet: Spätabtreibung.
Ich begebe mich auf die Suche nach einer Antwort auf die Frage, wann Leben lebenswert ist:

 
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2 Enlightened Replies

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  1. Helga Wuerz sagt:

    Ich würde während der Schwangerschaft mit meiner Tochter solange bearbeitet, bis ich einer Fruchtwasseruntersuchung zugestimmt habe. Würde ich nie mehr so machen. Es hat mich verunsichert ohne Ende. Es gab gar keinen Grund für so eine Untersuchung außer dem Alter. Ich war 37. Abgetrieben hätte ich sowieso.nicht. Aber allein der Gedanke, was bei der Untersuchung rauskommt, hat mich stark belastet

  2. Giliell sagt:

    Ich hab mir lang überlegt, ob ich diesen Kommentar schreibe, denn es ist ganz sicher ein sehr sensibles Thema, bei dem man leicht sehr persönliche Bereiche betritt.
    Ich mach es trotzdem, weil es mich einfach nicht losgelassen hat.
    Mich hat an der ganzen Diskussion das framing, die Prämisse sehr gestört. Was für mich als allgemeine Frage, auf die keine Antwort gefunden werden konnte hängen blieb war “Was sollen Frauen (wissen) dürfen?” und ich find es immer sehr bedenklich, wenn ein solch wichtiges Thema im Endeffekt über den Körper der Frau (und anderer schwangerer Menschen) diskutiert wird und die Interessen zweier Gruppen, nämlich Frauen und Menschen mit Behinderung (von denen ja so knapp die Hälfte auch weiblich ist) einander konträr gegenübergestellt werden.
    Das ergab sich schon aus der unkritischen Präsentation der Rechtslage zur Abtreibung (btw, nein, auch ein (vermutlich) nicht behinderter Fötus darf nicht einfach abgetrieben werden. Es ist nur unter bestimmten Umständen straffrei), wo dieser unglaubliche Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht schwangerer Menschen so ungefragt stehen blieb, nur kurz kam es im letzten Teil des Videos zur Sprache, dass die Dame (sorry, hab mir den Namen nicht merken können) sagte “na §218 würde ich ganz abschaffen”.
    Es dann noch über die Frage “dürfen diese Tests Kassenleistung sein” regeln zu wollen fand ich noch absurder, denn damit verschwinden diese Tests nicht, sondern machen nur eine weitere Kluft auf, nämlich die zwischen Leuten, die das Geld haben, und die, die es nicht haben.
    Die viel spannendere und wichtigere Frage ist doch für mich das, was schon lange vor und nach einer Schwangerschaft passiert. Du sagst richtigerweise “auch nicht behinderte Menschen haben ein Recht auf ein Leben mit behinderten Menschen” und das finde ich hier einen ganz entscheidenden Punkt: Eine Schwangerschaft darf nicht der Erstkontakt mit dem Thema Behinderung sein. Wie schaffen wir es, eine inklusivere Gesellschaft zu schaffen, in der Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich Teil sind, Kolleg-innen, Freunde-innen, Vereinskamerad-innen, Eltern der Freunde unserer Kinder?
    Das wäre für mich ganz wichtig, damit eine Diagnose auch richtig eingeordnet werden kann, denn die Vorurteile und Meinungen, die nicht behinderte haben, die stimmen ja, wie du richtig aufgezeigt hast, ganz und gar nicht mit dem Selbstbild und der Selbstwahrnehmung der Menschen überein.
    Der zweite Punkt wäre für mich, wie man Familien aktiv unterstützt. “Ich wollte eigentlich nach der Geburt wieder arbeiten gehen” ist ja kein egoistischer Selbstverwirklichungstripp der Schwangeren, sondern sowohl eine ökonomische Notwendigkeit, als auch ein wichtiger Bestandteil individueller Lebensplanung. Das würde auch der gängigen “Heiligenmentalität” entgegenwirken, in der ein Kind mit Behinderung ausschließlich unter dem Punkt “Belastung” diskutiert wird und die Pflegeperson, meist die Mutter als nahezu übermenschliche Person gesehen wird, oft begleitet von der Bemerkung “also ich könnte das nicht”.
    Zum Abschluss noch, wenn wir tatsächlich über Pränataldiagnostik reden, dann finde ich den Kommentar meiner Vorrednerin sehr wichtig. Auch diese Diskussion wird meist über die Köpfe der Betroffenen hinweg geführt, es wird gedrängelt, gedrängt, z.T. invasive und gefährliche Untersuchungen wie Fruchtwasserpunktionen durchgeführt, ohne man hier von aufgeklärtem Einverständnis reden könnte.
    Liebe Grüße
    Giliell

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